{"id":1377,"date":"2017-12-04T15:48:45","date_gmt":"2017-12-04T13:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1377"},"modified":"2022-12-23T12:16:40","modified_gmt":"2022-12-23T10:16:40","slug":"keine-erosion-sondern-wachstum-der-mittelklasse-der-wandel-der-schweizer-berufsstruktur-seit-1970","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1377","title":{"rendered":"Keine Erosion, sondern Wachstum der Mittelklasse. Der Wandel der Schweizer Berufsstruktur seit 1970"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Seit der industriellen Revolution und Karl Marx sind Beobachter des sozialen Wandels fasziniert von der Frage nach der Entwicklung der Berufsstruktur: Schafft der Arbeitsmarkt vor allem gut qualifizierte und hoch entlohnte Stellen \u2013 oder w\u00e4chst er am unteren Rand in den wenig qualifizierten und schlecht bezahlten Berufen? Dabei geht es um die Frage, ob der Strukturwandel eine breite Mittelklasse schafft, oder ob er sie im Gegenteil aush\u00f6hlt und zu einer Polarisierung der Gesellschaft f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der Nachkriegszeit schien die Antwort klar. \u00dcberall in Westeuropa nahm die Besch\u00e4ftigung in wenig qualifizierten Berufen der Landwirtschaft und Industrie ab. Zugleich wurden bei den Unternehmensdienstleistungen, in der Gesundheit und Bildung viele gut qualifizierte Stellen geschaffen. Das Resultat war eine Aufwertung der Berufsstruktur und das Wachstum der Mittelklasse.<\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der Glaube an eine kontinuierliche Aufwertung der Berufsstruktur verfl\u00fcchtigt. Mit der Digitalisierung der Wirtschaft sind nicht mehr nur Landarbeiterinnen und Maschinenbediener von der Automatisierung betroffen, sondern auch kaufm\u00e4nnische Angestellte und Postbeamte. Amerikanische Soziologen warnen vor einem Szenario, in welchem die Besch\u00e4ftigung nur noch an den R\u00e4ndern w\u00e4chst \u2013 in den hochbezahlten akademischen Berufen einerseits und den schlecht entlohnten pers\u00f6nlichen Dienstleistungen (wie Hilfspflegerinnen und Kurierfahrern) andrerseits (Wright and Dwyer 2003).<\/p>\n<p>Der vorliegende Artikel tr\u00e4gt zu dieser Debatte bei, indem er den Wandel der Berufsstruktur in der Schweiz zwischen 1970 und 2016 aufzeigt. Er schliesst damit an&nbsp; fr\u00fchere Untersuchungen der schweizerischen Sozialstruktur an (Levy et al. 1997, Levy 2010). Mit Daten der Volksz\u00e4hlung und der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung dokumentiert er, wie sich die Besch\u00e4ftigung in verschiedenen Berufsklassen ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Unsere Resultate widersprechen der Polarisierungsthese. In der Schweiz ist die Aufwertung der Berufsstruktur weiterhin in vollem Gange. Auch in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Besch\u00e4ftigung vor allem in gut bezahlten und hoch qualifizierten Stellen gewachsen, w\u00e4hrend sie in schlecht entlohnten und wenig qualifizierten Stellen abgenommen hat. Folglich beobachten wir auch keine Erosion der Mittelklasse.<\/p>\n<h2>Die Debatte um die Erosion der Mittelklasse<\/h2>\n<p>Bis in die 1990er Jahre herrschte in der sozialwissenschaftlichen Literatur ein Konsens, dass der technologische Fortschritt die Besch\u00e4ftigung laufend von niedrig zu h\u00f6her qualifizierten Berufen verlagert. Dieser Konsens \u00fcber die Aufwertung der Berufsstruktur wurde anfangs der 2000er Jahre von zwei Studien ersch\u00fcttert, die f\u00fcr die USA und Grossbritannien einen Trend zur Polarisierung aufzeigten (Wright und Dwyer 2003, Goos und Manning 2007). In beiden L\u00e4ndern wuchs in den 1990er Jahren nicht nur die Anzahl hoch qualifizierter Stellen, sondern auch die Zahl tief entlohnter Arbeitspl\u00e4tze im Einzelhandel und den pers\u00f6nlichen Diensten.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit verbreitete sich in den Wirtschaftswissenschaften eine neue These, wonach der technologische Wandel einen polarisierenden Einfluss auf die Berufsstruktur habe (Autor et al. 2003). Die zentrale Idee ist, dass Computer jene T\u00e4tigkeiten automatisieren, welche voraussehbar und dadurch programmierbar sind. Dies betrifft insbesondere Arbeitspl\u00e4tze in der Herstellung von G\u00fctern sowie der Verarbeitung von Daten \u2013 und folglich (auch) Berufsleute im mittleren Einkommensbereich wie Maschinenbauer und kaufm\u00e4nnische Angestellte. Im Gegensatz dazu sind Computer nicht in der Lage, Entscheidungstr\u00e4ger und Expertinnen zu ersetzen \u2013 und sie scheitern auch an wenig qualifizierten pers\u00f6nlichen Dienstleistungen, die schwer voraussehbar sind. So baut ein Roboter ein Auto zusammen. Eine Villa putzen, eine Patientin waschen oder einen Gast bedienen kann er aber nicht.<\/p>\n<p>Diese neue Theorie des polarisierenden technischen Wandels erfreut sich in den Wirtschaftswissenschaften grosser Beliebtheit. Die empirische Sozialforschung hat jedoch die Polarisierungsthese ausserhalb der zwei grossen angels\u00e4chsischen L\u00e4nder nicht best\u00e4tigt. F\u00fcr Westeuropa im Allgemeinen (Eurofound 2015, Oesch 2013) und die Schweiz im Besonderen (Murphy und Oesch 2017, Sheldon 2005) deuten die Ergebnisse weiterhin auf eine Aufwertung der Besch\u00e4ftigungsstruktur hin. In den letzten Jahrzehnten wuchs der Arbeitsmarkt vor allem in h\u00f6her qualifizierten Berufen, die einen Hochschulabschluss voraussetzen. Weniger klar ist, ob die Zahl der Stellen st\u00e4rker in Berufen mit mittleren oder tiefen Qualifikationsanforderungen zur\u00fcckgegangen ist.<\/p>\n<p>Was bedeutet der Wandel in der Berufsstruktur f\u00fcr die Mittelklasse? Kl\u00e4ren wir daf\u00fcr vorg\u00e4ngig den Begriff der Mittelklasse. Sie wird in der Schweiz umgangssprachlich auch als Mittelschicht oder Mittelstand bezeichnet und oft als mittlere Einkommensgruppe definiert. Stellvertretend daf\u00fcr steht das Bundesamt f\u00fcr Statistik, das Personen (und Haushalte) mit Einkommen zwischen 70% und 150% des medianen Einkommens zur Mittelklasse z\u00e4hlt. Nach dieser Definition geh\u00f6rt jenes F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung nicht zur Mittelklasse, das weniger als 70% des Medianeinkommens verdient. Dieses F\u00fcnftel liegt nahe an der Armutsgrenze und lebt mehrheitlich von Sozialleistungen, namentlich der AHV, Arbeitslosenversicherung oder Sozialhilfe. Eine Arbeiterklasse gibt es gem\u00e4ss dieser Definition nicht: Entweder man ist arm oder Teil der Mittelklasse. Ebenso wenig zur Mittelklasse geh\u00f6rt jenes F\u00fcnftel, welches mehr als 150% des medianen Einkommens verdient. Diese Definition f\u00fchrt zu einer aufgebl\u00e4hten Oberklasse, die auch Gymnasiallehrerinnen, Ingenieure und Apothekerinnen miteinschliesst.<\/p>\n<p>Aus historischer und soziologischer Sicht ergibt diese Definition keinerlei Sinn. Der Begriff der Mittelklasse bezeichnete nie die arithmetische, sondern die hierarchische Mitte der Sozialstruktur. Er wurde im 19. Jahrhundert f\u00fcr eine kleine Gruppe von Erwerbst\u00e4tigen verwendet, die ihr Einkommen nicht mit manuellen, sondern intellektuellen Fertigkeiten verdienten (Hobsbawm 1995: 86). In der Klassenhierarchie war die Mittelklasse <em>unterhalb<\/em> der noch kleineren Oberklasse von Adligen und Grossgrundbesitzer angesiedelt, welche von ihrem Kapital lebten und nicht zu arbeiten brauchten. Zugleich befand sie sich <em>oberhalb<\/em> der grossen Masse von Land- und Fabrikarbeitern, Handwerkern und Dienstboten, die von manueller Arbeit lebten.<\/p>\n<p>Zum Kern der Mittelklasse geh\u00f6rten traditionell Berufe wie Bankiers, Fabrikanten und Unternehmer sowie \u00c4rzte, Anw\u00e4lte, Professoren und h\u00f6here Beamte (Kocka 1995: 784).[1] Die grosse Mehrheit der Werkt\u00e4tigen arbeitete hingegen bis weit ins 20. Jahrhundert in einfachen Landwirtschafts-, Produktions- und Dienstleistungsberufen, die immer der Arbeiterklasse zugerechnet wurden. Die Mittelklasse erstreckte sich folglich <em>gerade nicht<\/em> \u00fcber die Mitte der Einkommensverteilung.[2]<\/p>\n<h2>Daten und Methode<\/h2>\n<p>Wir untersuchen den Wandel der Berufsstruktur, indem wir zuerst mit der Volksz\u00e4hlung 1970, 1980, 1990, 2000, 2010 sowie der Strukturerhebung 2010 die Ver\u00e4nderungen der Besch\u00e4ftigung in Berufsgruppen erfassen. Danach analysieren wir mit der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (SAKE), wie sich der Besch\u00e4ftigungsanteil einzelner Klassen zwischen 1991 und 2016 entwickelt hat.<\/p>\n<p>Unsere Analyse der Volksz\u00e4hlung umfasst alle Erwerbst\u00e4tigen \u2013 Lohnabh\u00e4ngige und Selbstst\u00e4ndige <em>aller<\/em> Sektoren \u2013 im Alter von 22 bis 63 (Frauen) oder 64 Jahren (M\u00e4nner). Wir unterscheiden deren Berufe so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich (auf der Ebene von ISCO 4-Digit) und bestimmen die Qualit\u00e4t eines Berufes auf der Basis seines Medianlohnes w\u00e4hrend der 1990er Jahre (auf der Basis der SAKE 1993-98). Unter Aufwertung der Berufsstruktur verstehen wir folglich, dass die Besch\u00e4ftigung in Berufen mit vergleichsweise hohen Medianeinkommen st\u00e4rker w\u00e4chst als in Berufen mit einem geringen Medianeinkommen. Andere Indikatoren wie das Ausbildungsniveau eines Berufs korrelieren mit dem Arbeitseinkommen und f\u00fchren zu \u00e4hnlichen Schlussfolgerungen (siehe Murphy und Oesch 2017).<\/p>\n<p>Wir sortieren die Berufe von jenem mit dem niedrigsten zu jenem mit dem h\u00f6chsten Median\u00adeinkommen und gruppieren sie auf der Basis dieser Rangordnung in f\u00fcnf gleich grosse Quintile. Zu Beginn der Untersuchungsperiode umfasst jedes Quintil 20 Prozent der Gesamtbesch\u00e4ftigung. Das unterste Quintil 1 enth\u00e4lt jene 20 Prozent der Besch\u00e4ftigten, die in den Berufen mit dem niedrigsten Medianeinkommen arbeiten (z. B. Kellner, Haushaltshilfen und Reinigungsangestellte), w\u00e4hrend das oberste Quintil 5 jene 20 Prozent umfasst, die in Berufen mit dem h\u00f6chsten Medianeinkommen t\u00e4tig sind (z. B. Anw\u00e4lte, \u00c4rztinnen und Unternehmensberater).<\/p>\n<p>Diese Vorgehensweise verschafft uns f\u00fcnf hierarchisch geordnete Berufsgruppen (nicht zu ver\u00adwechseln mit Einkommenskategorien). Die zwei Quintile 1 und 2 entsprechen der Arbeiterklasse. Im Quintil 3 finden wir Berufe der Arbeiterklasse und der unteren Mittelklasse. Quintil 4 geh\u00f6rt zur Mittelklasse, und Quintil 5 vereint die obere Mittelklasse und eine kleine Oberklasse.<\/p>\n<h2>Wandel in der Besch\u00e4ftigungsstruktur der Schweiz, 1970-2010<\/h2>\n<p>Grafik 1 zeigt die Ver\u00e4nderung in der Berufsstruktur f\u00fcr die Periode zwischen 1970 und 2010.[3] In jedem Jahrzehnt nahm die Besch\u00e4ftigung in Quintil 5 \u2013 und damit in den am h\u00f6chsten bezahlten Berufen \u2013 stark zu. Das Wachstum im obersten Quintil verst\u00e4rkte sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, mit einer Zunahme von 136\u2018000 Besch\u00e4ftigten in den 1970er Jahren, 261\u2018000 in den 1980er, 325\u2018000 in den 1990er und 348\u2018000 in den 2000er Jahren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig1_d1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1366\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig1_d1.png\" alt=\"Fig1_d\" width=\"703\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig1_d1.png 703w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig1_d1-300x190.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig1_d1-600x380.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend im obersten Quintil 5 viele Stellen geschaffen wurden, schrumpfte die Besch\u00e4ftigung in Quintil 1. Der Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang am unteren Ende des Arbeitsmarkts war besonders ausgepr\u00e4gt in den Krisenperioden der 1970er (mit der \u00d6lkrise nach 1973) und 1990er Jahren (mit der langen Rezession 1991-96). W\u00e4hrend des Bau- und Konsumbooms der 1980er Jahre nahm die Besch\u00e4ftigung in den niedrig entlohnten Berufen des Quintils 1 nochmals stark zu. Die 1980er Jahre waren damit das einzige Jahrzehnt, f\u00fcr welches wir eine Polarisierung der Besch\u00e4ftigungsstruktur beobachten. In den zwei folgenden Jahrzehnten wurden hingegen in keinem anderen Quintil so wenige Stellen geschaffen wie im untersten Quintil 1. Seit 1990 finden wir denn auch keinerlei Anzeichen f\u00fcr einen polarisierten Wandel der Berufsstruktur. Im Gegenteil: in den 1990er und 2000er Jahren wuchs die Besch\u00e4ftigung am deutlichsten im obersten Quintil 5, gefolgt von Quintil 4, und nahm im untersten Quintil 1 am st\u00e4rksten ab, gefolgt von Quintil 2.<\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahrzehnten hat der schweizerische Arbeitsmarkt vor allem Stellen in h\u00f6her bezahlten Berufen geschaffen und Stellen in niedrig bezahlten Berufen verloren. Zugleich lag die Erwerbsquote in der Schweiz zwischen 1991 und 2010 konstant bei 82%. Die Arbeitslosenquote, wiederum, betrug zwischen 1991 und 2000 durchschnittlich 3.5% und 3.1% zwischen 2001 und 2010 (siehe Korber und Oesch 2016).<\/p>\n<p>Wie ist eine Aufwertung der Berufsstruktur m\u00f6glich, ohne zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit oder einem R\u00fcckgang der Erwerbsquote zu f\u00fchren? Die Antwort liegt in der Ver\u00e4nderung des Qualifikationsprofils der Arbeitnehmenden in der Schweiz. Es gab nicht nur einen Besch\u00e4ftigungs\u00adr\u00fcckgang in wenig qualifizierten Berufen, sondern dank der Bildungsexpansion auch weniger Personen im Erwerbsalter mit niedriger Ausbildung. W\u00e4hrend der technologische Wandel die Nachfrage der Unternehmen nach qualifizierten Mitarbeitern erh\u00f6ht, vergr\u00f6ssert die Bildungsexpansion das Angebot an qualifizierten Stellensuchenden.<\/p>\n<p>Grafik 2 deutet darauf hin, dass die Bildungsexpansion in der Schweiz mit dem technologischen Wandel Schritt gehalten hat. Der Stellenzuwachs im obersten Quintil 5 ging fast ausschliesslich auf das Konto von Besch\u00e4ftigten mit einem Terti\u00e4rabschluss \u2013 einer Gruppe, die erheblich gr\u00f6sser wurde. Parallel dazu betraf der Stellenr\u00fcckgang in den unteren Quintilen vor allem die schrumpfende Kategorie von Personen ohne post-obligatorischen Abschluss und nach 2000 zunehmend auch Personen mit einer Sekund\u00e4r II Ausbildung (Berufslehre).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig2_d1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1367\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig2_d1.png\" alt=\"Fig2_d\" width=\"701\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig2_d1.png 701w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig2_d1-300x186.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig2_d1-600x372.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der Schweiz wird das Arbeitsangebot \u2013 das Profil der Besch\u00e4ftigten \u2013 nicht nur vom Bildungssystem gepr\u00e4gt, sondern entscheidend auch von der Migrationspolitik und der zunehmenden Erwerbst\u00e4tigkeit der Frauen. Wir schl\u00fcsseln daher in Grafik 3 den Wandel der Berufsstruktur nach Nationalit\u00e4t und Geschlecht auf.<\/p>\n<p>Der Blick auf die ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmenden zeigt, dass deren Besch\u00e4ftigung im Krisenjahrzehnt der 1970er vor allem im untersten Quintil abnahm, als w\u00e4hrend der \u00d6lkrise viele italienische Gastarbeiter ihre Stelle verloren. Der Immobilienboom der 1980er Jahre f\u00fchrte hingegen wieder zu einem starken Wachstum in wenig qualifizierten Berufen im Quintil 1, wof\u00fcr mehrheitlich ausl\u00e4ndische M\u00e4nner eingestellt wurden. In der Rezession der 1990er Jahre wiederholte sich das Szenario der \u00d6lkrise mit einer starken Besch\u00e4ftigungseinbusse in Quintil 1, die zur H\u00e4lfte ausl\u00e4ndische Erwerbst\u00e4tige betraf.<\/p>\n<p>F\u00fcr die letzte Periode 2000-2010 beobachten wir eine Trendwende. Ausl\u00e4ndische Arbeitnehmende tragen erstmals substantiell zum Besch\u00e4ftigungswachstum in den gut bezahlten Berufen von Quintil 5 bei, wobei ausl\u00e4ndische Frauen auch zu einem schwachen Stellenwachstum in den untersten zwei Quintilen 1 und 2 beisteuern. Die zunehmend h\u00f6here Ausbildung der Einwandernden zeigt sich folglich auch beim Wandel der Berufsstruktur seit 2000. Bei der ausl\u00e4ndischen Erwerbsbev\u00f6lkerung beobachten wir am ehesten eine Polarisierung: Ihr Anteil w\u00e4chst schwach am unteren Ende der Berufshierarchie (wo die einheimische Besch\u00e4ftigung schrumpft) und stark am oberen Ende (wo die einheimische Besch\u00e4ftigung ebenfalls w\u00e4chst).<\/p>\n<p>Der Beitrag der Schweizer Frauen zum Strukturwandel ver\u00e4ndert sich \u00fcber die Jahrzehnte hinweg und konzentriert sich in den wachsenden Berufen von Quintil 5. Nach 2000 tr\u00e4gt keine andere Kategorie so stark zum Besch\u00e4ftigungswachstum in den h\u00f6her qualifizierten Berufen des Quintils 5 bei wie einheimische Frauen. Sie haben nicht nur in Bezug auf die Bildungsabschl\u00fcsse Boden gut gemacht, sondern sind auch zunehmend in h\u00f6her qualifizierten Berufen besch\u00e4ftigt. Zugleich haben auch Schweizer M\u00e4nner vom Strukturwandel profitiert und arbeiten verst\u00e4rkt im obersten Quintil 5.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig3_d1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1368\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig3_d1.png\" alt=\"Fig3_d\" width=\"702\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig3_d1.png 702w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig3_d1-300x217.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Fig3_d1-600x434.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Welche Wirtschaftssektoren verbergen sich hinter den schrumpfenden und wachsenden Quintilen? In den 1970er und 1980er Jahren ging der R\u00fcckgang in den unteren drei Quintilen vor allem auf das Konto der Industrie, des Baus und der Landwirtschaft (siehe Grafik A.1 im Anhang). In den 1990er und vor allem in den 2000er Jahren trugen auch die wenig qualifizierten Dienstleistungen zum Stellenabbau in Quintil 1 bei. F\u00fcr das Besch\u00e4ftigungswachstum am oberen Ende der Berufsstruktur, in Quintil 5, waren \u00fcber den gesamten Zeitraum zwei Sektoren verantwortlich: die \u00f6ffentliche Verwaltung (mit Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen) und die Unternehmensdienstleistungen (mit Finanz- und Rechtsdienstleistungen, Immobilien, Forschung und Informatik).<\/p>\n<h2>Wandel in der Klassenstruktur der Schweiz, 1991-2016<\/h2>\n<p>F\u00fcr eine letzte Analyse wechseln wir die Datenquelle und untersuchen mit der schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung, wie sich der Besch\u00e4ftigungswandel zwischen 1991 und 2016 auf die Klassenstruktur ausgewirkt hat. Wir verwenden daf\u00fcr ein Klassenschema, das auf zwei Dimensionen beruht (siehe Oesch 2006). Ein vertikales Kriterium bezieht sich auf das Anforderungsniveau eines Berufs, sprich der daf\u00fcr n\u00f6tigen Ausbildung, und korreliert eng mit mehr oder weniger vorteilhaften Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen. Ein horizontales Kriterium unterscheidet vier verschiedene Arbeitslogiken: eine interpersonelle, technische, administrative und selbstst\u00e4ndige Logik. Die Kombination der zwei Kriterien resultiert im Klassenschema, das in Tabelle 1 gezeigt wird.<\/p>\n<p>Drei Kategorien bilden das R\u00fcckgrat der neuen Mittelklasse von Lohnbez\u00fcgern: soziokulturelle Experten, technische Experten, Manager und Projektmitarbeitende. Eine vierte Kategorie von Selbstst\u00e4ndigen vereint die beiden traditionellen Komponenten der alten Mittel-und Oberklasse: Unternehmer und die freien Berufe. Zwei Kategorien werden eher der unteren Mittelklasse zugerechnet: Kleingewerbler und Bauern sowie B\u00fcrohilfskr\u00e4fte. In den zwei letzten Kategorien finden wir jene Berufe, die traditionell der Arbeiterklasse zugeordnet werden: Produktionsarbeiter und pers\u00f6nliche Dienstleistungsangestellte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Tab1_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1372\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Tab1_d.png\" alt=\"Tab1_d\" width=\"709\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Tab1_d.png 709w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Tab1_d-300x187.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Tab1_d-600x375.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Tabelle 1 zeigt den Anteil jeder Klasse an der Erwerbsbev\u00f6lkerung. Die Aufwertung der Berufsstruktur wurde vom starken Wachstum der lohnabh\u00e4ngigen Mittelklasse angetrieben. So ist der Besch\u00e4ftigungsanteil von Managern und Projektmitarbeitern zwischen 1991 und 2016 um 8.5 Prozentpunkte gewachsen, jener von soziokulturellen und technischen Experten um 3.3, bzw. 2.1 Prozentpunkte. Folglich hat sich die neue Mittelklasse in den letzten 25 Jahren von 34 auf 48 Prozent der Besch\u00e4ftigten vergr\u00f6ssert.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu haben zwei Berufsgruppen zwischen 1991 und 2016 an Gewicht verloren. Der Besch\u00e4ftigungsanteil von Produktionsarbeitern hat sich um 7 Prozentpunkte verringert und jener von B\u00fcrohilfskr\u00e4ften ging um 8 Punkte zur\u00fcck. Bei diesen schrumpfenden Berufsgruppen handelt es sich nicht um den Kern der Mittelschicht, sondern um die traditionelle Arbeiterklasse einerseits sowie die wenig gesicherte untere Mittelklasse andererseits.<\/p>\n<p>Nur eine Kategorie der Arbeiterklasse konnte nach 1991 zulegen, jene der pers\u00f6nlichen Dienstleistungsangestellten um 2 Prozentpunkte. Dieses Wachstum war jedoch zu schwach, um den Abbau in wenig qualifizierten Stellen der Landwirtschaft, Industrie und des Back Office zu kompensieren. Anders als von der Polarisierungsthese erwartet, wurden in der Schweiz die Stellen vor allem in den hoch qualifizierten Dienstleistungsberufen geschaffen: bei Programmieren, \u00c4rztinnen und Beratern \u2013 und nicht bei Haushaltshilfen, Verk\u00e4uferinnen oder Barkeepern.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>In Debatten \u00fcber die Besch\u00e4ftigung im 21. Jahrhunderts beherrschen zwei Thesen die \u00f6ffentliche Meinung: die Polarisierung des Arbeitsmarktes und das Ende der Mittelklasse. Beide Thesen greifen wichtige Probleme auf, n\u00e4mlich die stagnierenden L\u00f6hne der Normalverdiener sowie die Zunahme der Einkommensungleichheit in vielen L\u00e4ndern. Allerdings hat eine weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes die Gesellschaft wohl noch st\u00e4rker gepr\u00e4gt, n\u00e4mlich die massive Aufwertung der Berufsstruktur.<\/p>\n<p>In den letzten Jahrzehnten wurden in der Schweiz viel mehr Stellen in gut bezahlten Berufen geschaffen \u2013 im Management, der Projektarbeit sowie dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen \u2013 als in geringf\u00fcgig bezahlten Berufen. Anders als in den USA gibt es f\u00fcr die Schweiz keine Anzeichen f\u00fcr eine zunehmende Polarisierung der Besch\u00e4ftigungsstruktur. Der technologische Wandel der letzten zwei Jahrzehnte hat nicht die Mittelklasse erodiert, sondern die R\u00e4nge der Industriearbeiter und B\u00fcrohilfskr\u00e4fte ausged\u00fcnnt. Die Arbeiterklasse wurde kleiner, ist aber keineswegs verschwunden. Auch heute noch finden wir beim Medianlohn typische Arbeiterberufe wie Maurer, Maschinen\u00admechaniker, st\u00e4dtische Reiniger und Lastwagenfahrer.<\/p>\n<p>Es ist bemerkenswert, dass die Aufwertung der Berufsstruktur nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit oder einem R\u00fcckgang der Erwerbsquote gef\u00fchrt hat. Der Grund daf\u00fcr ist, dass das Bildungssystem in den letzten Jahrzehnten eine wachsende Anzahl von Schulabg\u00e4ngerinnen und -abg\u00e4gern mit h\u00f6heren Bildungsabschl\u00fcssen hervorgebracht und dadurch die zunehmende Qualifikationsnachfrage der Unternehmen befriedigt hat. Unsere Ergebnisse widersprechen folglich der Annahme, wonach post-industrielle Volkswirtschaften nur Vollbesch\u00e4ftigung erreichen k\u00f6nnen, wenn sie ihr Lohngef\u00fcge nach unten hin \u00f6ffnen und viele geringbezahlte Dienstleistungsstellen schaffen.<\/p>\n<p>Die Aufwertung der Berufsstruktur ist jedoch kein Selbstl\u00e4ufer. Soll sie weitergef\u00fchrt werden, sind Massnahmen an beiden Enden des Arbeitsmarktes n\u00f6tig. Am oberen Ende helfen \u00f6ffentliche Investitionen in die Hochschulen und h\u00f6here Berufsbildung, um gut qualifizierte Arbeitnehmende in ausreichender Zahl auszubilden und so in vollem Umfang vom technologischen Fortschritt zu profitieren. Am unteren Ende schaffen die St\u00e4rkung der Berufsbildung sowie kollektivvertragliche Mindestl\u00f6hne Anreize f\u00fcr die Unternehmen, in die Produktivit\u00e4t ihrer Angestellten zu investieren, statt auf einen stagnierenden Niedriglohnsektor zu setzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1]Die breiteste Definition der englischen Mittelklasse im 19. Jahrhundert umfasst nach Eric Hobsbawm jene Personen, die Dienstboten (Hauspersonal) angestellt hatten.<\/p>\n<p>[2] Thomas Piketty (2015) definiert deshalb die Mittelklasse als jene Gruppe, die in der Einkommensverteilung unter den 10% h\u00f6chsten Einkommen und \u00fcber den 50% tiefsten Einkommen liegt. W\u00e4hrend die Personen in der unteren H\u00e4lfte der Einkommensverteilung (0 bis 50%) \u00fcber praktisch kein Nettoverm\u00f6gen verf\u00fcgen, verf\u00fcgt die Mittelklasse (50 bis 90%) \u00fcber gewisse Ersparnisse, die sie vor Marktkrisen und Schicksalsschl\u00e4gen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>[3]Zu Beginn jeder Periode sind alle f\u00fcnf Quintile gleich gross und umfassen 20% der Gesamtbesch\u00e4ftigung. Unsere Resultate zeigen folglich f\u00fcr jedes Jahrzehnt die Nettover\u00e4nderung in der Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Anhang<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/FigA1_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1370\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/FigA1_d.png\" alt=\"FigA1_d\" width=\"695\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/FigA1_d.png 695w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/FigA1_d-300x221.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/FigA1_d-600x442.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Seit der industriellen Revolution und Karl Marx sind Beobachter des sozialen Wandels fasziniert von der Frage nach der Entwicklung der Berufsstruktur: Schafft der Arbeitsmarkt vor allem gut qualifizierte und hoch entlohnte Stellen \u2013 oder w\u00e4chst er am unteren Rand in den wenig qualifizierten und schlecht bezahlten Berufen? 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