{"id":1459,"date":"2018-05-24T08:49:08","date_gmt":"2018-05-24T06:49:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1459"},"modified":"2022-12-23T12:15:04","modified_gmt":"2022-12-23T10:15:04","slug":"der-ubergang-in-die-elternschaft-reaktiviert-die-ungleichheiten-zwischen-den-geschlechtern-eine-analyse-der-lebenslaufe-von-mannern-und-frauen-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1459","title":{"rendered":"Der \u00dcbergang in die Elternschaft reaktiviert die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern: eine Analyse der Lebensl\u00e4ufe von M\u00e4nnern und Frauen in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<h2>Die Lebensl\u00e4ufe sind geschlechterdifferent<strong>[1]<\/strong><\/h2>\n<p>Die wissenschaftliche Literatur der vergangenen 40 Jahre hat drei einander widersprechende Thesen \u00fcber die Standardisierung der Lebensl\u00e4ufe hervorgebracht. Die \u00e4lteste (Levy, 1977) postuliert, die Verl\u00e4ufe seien geschlechterdifferent, also sozial standardisiert, und zwar f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen unterschiedlich. Die j\u00fcngste (Beck &amp; Beck-Gernsheim, 1990) behauptet, dass sich die Standardisierungen in den sogenannt postmodernen Gegenwartsgesellschaften aufl\u00f6sen und dass sich die Lebensl\u00e4ufe deshalb individualisiert h\u00e4tten. Dazwischen liegt die These von Kohli (1985), der an der Idee der Standardisierung festh\u00e4lt, aber nach dem gleichen Modell f\u00fcr beide Geschlechter, das nach der Jugendzeit durch drei aufeinanderfolgende Phasen gekennzeichnet ist: Ausbildung, Erwerbst\u00e4tigkeit und Pension, wobei gewisse Abwandlungen vorkommen k\u00f6nnten.<sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/p>\n<p>Nach einer ersten empirischen Analyse anhand einer Paarstichprobe, die bereits zu klaren Resultaten f\u00fchrte (Widmer et al., 2003), erm\u00f6glichen es die Daten des Schweizer Hauhalt-Panels, die die gesamte Bev\u00f6lkerung unabh\u00e4ngig vom Zivilstand betreffen, die Feststellung der Geschlechtsspezifit\u00e4t zu best\u00e4tigen. Die retrospektiven Angaben aus den Wellen von 2001 und 2002 werden einer Sequenz\u00adanalyse unterzogen (siehe Kasten), um Typen von Verl\u00e4ufen zu identifizieren. Diese Analysen zeigen, dass die Lebensl\u00e4ufe in erheblichem Ausmass standardisiert sind und zwar unterschiedlich f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen (Levy et al., 2006; Levy et Widmer, 2013). Sie bringen zwei Typen m\u00e4nnlicher Verl\u00e4ufe und vier Typen weiblicher Verl\u00e4ufe zum Vorschein (Grafiken 1 bis 6).<sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/p>\n<p>Der Typ \u201cVollzeit\u201d (Grafik 1) herrscht mit drei Vierteln (72%) der m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufe klar vor. Er ent\u00adspricht dem von Kohli f\u00fcr alle Verl\u00e4ufe postulierten dreiteiligen Modell. Dass die zweite Verlaufskategorie wenig profiliert erscheint, unterstreicht noch die Dominanz dieses Typs.<\/p>\n<p>Der zweite Typ (Grafik 2), zu dem immerhin 28% der m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufe geh\u00f6ren, zeigt kein klar erkennbares Profil und ist eher eine Restkategorie. Sie fasst sehr unterschiedliche Verl\u00e4ufe zusammen, deren Gemeinsamkeit darin liegt, dass sie dem Hauptmodell nicht entsprechen und atypische Elemente enthalten: verl\u00e4ngerte oder wiederholte Ausbildungsphasen, relative H\u00e4ufigkeit von Berufsunter\u00adbrechungen, fr\u00fche Pensionierung und geringe Altersbindung der verschiedenen \u00dcberg\u00e4nge. Deshalb sprechen wir von \u201cerratischen\u201d Verl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <em>weiblichen Verl\u00e4ufe<\/em> stellt sich die Situation anders dar, hier finden sich vier deutlich profilierte Typen.<\/p>\n<p>Ein erster gleicht dem bei M\u00e4nnern vorherrschenden Typ \u201cVollzeit\u201d (Grafik 3), ohne aber mit ihm identisch zu sein, denn er enth\u00e4lt im Fall der Frauen auch Phasen, in denen die berufliche Laufbahn \u2013 wenn auch nur kurzfristig \u2013 zugunsten der Familienarbeit unterbrochen wird. Diese Unterbrechungen k\u00f6nnen in jedem Alter auftreten und bleiben zahlenm\u00e4ssig gering. Dieser Typ vereint ein Drittel der weiblichen Verl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Ein zweiter Typ (Grafik 4), \u201cTeilzeit\u201d mit einem Viertel der weiblichen Verl\u00e4ufe ist nach der Ausbildungs\u00adphase durch den \u00dcbergang von vollzeitlicher zu teilzeitlicher Erwerbst\u00e4tigkeit gekennzeichnet, bei dem es bis zur Pensionierung bleibt.<\/p>\n<p>Ein dritter Typ (Grafik 5), &#8220;R\u00fcckkehr&#8221;, vereinigt 30% der weiblichen Verl\u00e4ufe und ist durch das Hin-und-Her zwischen beruflichem und famili\u00e4rem Engagement charakterisiert, wobei die R\u00fcckkehr zur Berufs\u00adt\u00e4tigkeit nur teilzeitlich erfolgt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G1_6_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1461\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G1_6_d.png\" alt=\"G1_6_d\" width=\"636\" height=\"879\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G1_6_d.png 636w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G1_6_d-217x300.png 217w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G1_6_d-600x829.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>Methodenfragen<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Retrospektive Daten&nbsp;: Die Wellen 2001 und 2002 des Schweizer Haushalt-Panels enthielten ein Modul mit biographischen Fragen, die f\u00fcr jedes zur\u00fcckliegende Lebensjahr gestellt wurden. Dies erlaubte es, das Beobachtungsfenster des erstmals 1999 realisierten Panels nach hinten zu erweitern und die Lebensl\u00e4ufe der Befragten ab ihrem 16. Altersjahr zu rekonstruieren. Die hier analysierten Daten betreffen jene Befragten, die mindestens 30 Jahre alt waren, und decken Lebensl\u00e4ufe bis zu einer Dauer von 49 Jahren ab, also bis zum Alter von 64 Jahren, je nach ihrem Alter im Moment der zwei Befragungswellen. Die Dauer der analysierten Verl\u00e4ufe variiert also zwischen 1972-2002 f\u00fcr die j\u00fcngsten und 1938-2002 f\u00fcr die \u00e4ltesten. Die Stichprobe setzt sich aus 1935 Frauen und 1696 M\u00e4nnern zusammen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Die individuellen Lebensverl\u00e4ufe werden f\u00fcr jedes Lebensjahr durch einen von sieben &#8220;Zust\u00e4nden&#8221; (Hauptaktivit\u00e4ten) beschrieben: Ausbildung, vollzeitige Erwerbst\u00e4tigkeit, teilzeitige Erwerbst\u00e4tigkeit, Familienarbeit, positive Erwerbsunterbrechung (lange Reise, sabbatical), negative Erwerbsunter\u00adbrechung (Krankheit, Arbeitslosigkeit), Pension. Die Lebensl\u00e4ufe werden getrennt f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen analysiert, um die typologischen Unterschiede klarer herauszukristallisieren.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Sequenzanalysen&nbsp;: Diese Methode \u2013 auch Optimal Matching oder Sequenzalignment genannt \u2013 wurde f\u00fcr die Genomik entwickelt und erlaubt es, Abfolgen paarweise zu vergleichen, um Typen von Sequenzen mit \u00e4hnlichen Verlaufsprofilen zu ermitteln.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Sequenzgrafiken&nbsp;: Die Grafiken 1 bis 6 stellen die in den m\u00e4nnlichen und weiblichen Verl\u00e4ufen gefundenen Verlaufstypen dar. Es handelt sich um Histogramme (Kolonnendiagramme) mit einer S\u00e4ule pro Altersjahr zwischen 16 und 64 (horizontale Achse), welche die Anteile der sieben Hauptaktivit\u00e4ten oder vorwiegenden sozialen Beteiligungen wiedergibt, die im betreffenden Altersjahr von den Personen des entsprechenden Verlaufstyps ausge\u00fcbt wurden (vertikale Achse). Auf diese Weise stellt jede Grafik synthetisch einen Verlaufstyp dar.<\/p>\n<p>Ein vierter Verlaufstyp, (Grafik 6), \u201dHausfrau\u201d, entspricht schliesslich ganz dem traditionellen Modell: definitive Aufgabe der Erwerbst\u00e4tigkeit zugunsten des Familienengagements, allerdings auch hier, wie bei den drei anderen Typen, nach einer anf\u00e4nglichen Phase des vollzeitlichen Berufsengagements. Dieser Verlaufstyp war vermutlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts bei Frauen vorherrschend (wegen fehlenden Verlaufsdaten \u00fcber diese Zeit kann dies nur vermutet werden), aber inzwischen ist er mit 13% relativ selten geworden.<\/p>\n<p>In den m\u00e4nnlichen Lebensl\u00e4ufen findet sich also ein einziger gut identifizierbarer Verlaufstyp, der klar dominiert (&#8220;Vollzeit&#8221; mit 72%), w\u00e4hrend die weiblichen Verl\u00e4ufe sich auf vier Typen verteilen, die in differenzierter Weise die parallele Integration ins Familienleben und in die Arbeitswelt ausdr\u00fccken. Greift man die drei eingangs erw\u00e4hnten Thesen wieder auf, so best\u00e4tigen diese Resultate deutlich jene der geschlechterdifferenten Standardisierung, wobei ein nicht vernachl\u00e4ssigbarer Anteil m\u00e4nnlicher Verl\u00e4ufe (&#8220;Erratisch&#8221; mit 28%) ausserhalb des Standardtyps liegen, und bei den weiblichen Verl\u00e4ufen eine in vier Typen organisierte Diversit\u00e4t festzustellen ist.<\/p>\n<p>Das Erwerbsengagement herrscht also in den m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufen vor, jedenfalls in den drei Vierteln, die dem dominierenden Verlaufstyp entsprechen. Es ist auch in den weiblichen Verl\u00e4ufen vorhanden, die alle nach der Ausbildungsphase eine vollzeitliche Erwerbst\u00e4tigkeit aufweisen, aber anschliessend in unterschiedlichem Ausmass zugleich durch das Familienengagement \u2013 auf Kosten der Erwerbst\u00e4tigkeit \u2013 gekennzeichnet sind. Nur der traditionellste weibliche Verlaufstyp (&#8220;Hausfrau&#8221; mit 13%) weist den vollst\u00e4ndigen Wechsel von der Arbeits- in die Familienwelt auf. Anders als die M\u00e4nner erweisen sich somit Frauen mehrheitlich als \u00abdoppelt vergesellschaftet\u00bb (Becker-Schmidt 1987).<\/p>\n<p>Der visuelle Vergleich der Verlaufstypen legt den Schluss nahe, dass die Geschlechterdifferenzierung der Verl\u00e4ufe bei der Paarbildung oder bei der Geburt des ersten Kindes auftritt. Welcher der beiden \u00dcberg\u00e4nge daf\u00fcr kritisch ist, kann eine Regressionsanalyse kl\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Die Geschlechterdifferenzierung der Lebensl\u00e4ufe wird haupts\u00e4chlich durch die Geburt des ersten Kindes ausgel\u00f6st<\/h2>\n<p>Die Regressionsanalyse der m\u00e4nnlichen und weiblichen Verl\u00e4ufe bringt die wichtigsten Einflussgr\u00f6ssen zum Vorschein (siehe Tabelle A.1 im Anhang). Die st\u00e4rksten Tendenzen in den Resultaten lassen sich in vier Punkten zusammenfassen:<\/p>\n<p>1. Insgesamt ist der Einfluss der sozio-demographischen Faktoren wie Bildung, Einkommen und Alter f\u00fcr die Differenzierung der weiblichen Verlaufstypen folgenreicher als f\u00fcr die m\u00e4nnlichen.<\/p>\n<p>2. Die Einfl\u00fcsse der beiden biographischen Elemente \u2013 das Vorhandensein von Kindern und der Zivilstand \u2013 auf die Erwerbsintegration sind f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen gegenl\u00e4ufig: Kinder und Heirat verst\u00e4rken die Berufsintegration der M\u00e4nner weiter, w\u00e4hrend sie jene der Frauen reduzieren. Die Pr\u00e4senz von Kindern erkl\u00e4rt den Unterschied in den weiblichen Verl\u00e4ufen vor allem zwischen dem Typ &#8220;Vollzeit&#8221; einerseits \u2013 eher Frauen ohne Kinder \u2013 und den drei anderen Typen andrerseits \u2013 eher Frauen mit Kindern. Dies ist also der Hauptfaktor f\u00fcr die Geschlechterdifferenzierung der Lebensl\u00e4ufe. Scheidung oder Trennung beeinflusst die m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufe nicht signifikant, verst\u00e4rkt aber die Berufsintegration der Frauen.<\/p>\n<p>3. Bildung und Einkommen beeinflussen ferner, ob Frauen mit Kindern den Verlaufstyp &#8220;Teilzeit&#8221;, &#8220;R\u00fcckkehr&#8221; oder &#8220;Hausfrau&#8221; einschlagen. So verst\u00e4rkt ein hohes Bildungsniveau der Frau den Typ &#8220;Teilzeit&#8221;, w\u00e4hrend eine nur minimale Bildung den R\u00fcckzug in die Familie (&#8220;Hausfrau&#8221;) beg\u00fcnstigt. Ein hohes Einkommen des Haushaltes dr\u00fcckt sich im Verlaufstyp &#8220;Vollzeit&#8221; der Frauen aus, w\u00e4hrend ein tiefes Einkommen mit verringertem Berufsengagement der M\u00e4nner einhergeht.<\/p>\n<p>4. Auch das Alter spielt nur bei den Frauen eine Rolle: je j\u00fcnger sie sind (in unserer Analyse sind die j\u00fcngsten Befragten zwischen 30 und 39 Jahren alt, also je gr\u00f6sser die Wahrscheinlichkeit, dass sie aktuell kleine Kinder haben), desto h\u00e4ufiger durchlaufen sie Verl\u00e4ufe vom Typ &#8220;Teilzeit&#8221; oder &#8220;R\u00fcckkehr&#8221;, w\u00e4hrend ein h\u00f6heres Alter eher mit dem Typ &#8220;Hausfrau&#8221; einhergeht.<\/p>\n<p>Diese Analyse liefert somit starke Hinweise auf die Bedeutung des doppelten \u00dcberganges von Paarbildung und Elternschaft f\u00fcr die Abzweigung der weiblichen, nicht aber der m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufe in den einen oder anderen Verlaufstyp. Dieses Kippen schafft einen starken Geschlechterunterschied, es verst\u00e4rkt noch die Erwerbsdominanz in den m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufen und die doppelte Einbindung in Beruf und Familie der weiblichen Verl\u00e4ufe. Die Art und Weise, nach der eine Frau diese doppelte Einbindung realisiert, h\u00e4ngt von der gegenw\u00e4rtigen sozialen Position des Paares und sekund\u00e4r auch vom Alter der Frau ab. Die soziale Herkunft der Partner spielt dagegen keine Rolle.<\/p>\n<p>Das Auseinanderlaufen der weiblichen und m\u00e4nnlichen Verl\u00e4ufe wird also in erster Linie durch den \u00dcbergang zur Elternschaft aktiviert und nicht schon durch die Paarbildung. Diese Feststellung f\u00fchrt zu einer weiteren Frage: Entspringt diese R\u00fcckkehr des Paares zu einer geschlechterdifferenten Funktions\u00adweise den Absichten der Partner oder eher den Zw\u00e4ngen, die sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Verortung erfahren? Eine Folgestudie soll diese Frage beantworten.<\/p>\n<h2>Eltern werden heisst ungleich(er) werden<\/h2>\n<p>Anschliessend an die Verlaufsanalyse wurde zwischen 2005 und 2007 eine Panelstudie westschweize\u00adrischer Paare w\u00e4hrend ihres \u00dcbergangs zur Elternschaft durchgef\u00fchrt.<sup><sup>[4]<\/sup><\/sup>F\u00fcr diese interdisziplin\u00e4re Untersuchung wurden die Partner dreimal separat interviewt: w\u00e4hrend der Schwangerschaft, w\u00e4hrend des Mutterschaftsurlaubs und ein Jahr sp\u00e4ter. Die Studie erlaubt namentlich, die Absichten der Partner mit ihrer tats\u00e4chlichen Praxis in den drei Befragungszeitpunkten zu vergleichen. Erfolgt die Retraditiona\u00adlisierung bei der Geburt des Kindes oder nach dem Mutterschaftsurlaub eher in Paaren, die vorher (w\u00e4hrend der Schwangerschaft) dementsprechende Absichten \u00e4ussern, und ist sie seltener bei Paaren mit egalit\u00e4ren Absichten?<\/p>\n<p>Die Resultate variieren je nach den betrachteten Komponenten der Familienarbeit. Sie sind besonders deutlich bei den klassischen Hausarbeiten (einkaufen, einr\u00e4umen, reinigen, abwaschen, waschen, gl\u00e4tten). Unterscheidet man die <em>Praxis<\/em> der Paare danach, ob diese Arbeiten zwischen den Partnern eher geschlechterdifferent oder gleich verteilt sind, und ihre <em>Absichten <\/em>ebenfalls danach, ob sie eher geschlechterdifferent oder egalit\u00e4r sind, ergibt die Kombination eine einfache, aber aussagekr\u00e4ftige Typologie von vier Wert\/Praxis-Konstellationen (aufgrund der Mittelwerte beider Partner) gem\u00e4ss dem Schema 1.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G7_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1462\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G7_d.png\" alt=\"G7_d\" width=\"621\" height=\"742\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G7_d.png 621w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G7_d-251x300.png 251w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G7_d-600x716.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 621px) 100vw, 621px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Grafik 7 vergleicht die Befragungswellen 1 (Schwangerschaft) und 3 (ca. ein Jahr nach dem Mutter\u00adschaftsurlaub) und zeigt damit zugleich die Entwicklung der Werte (erfasst als Absichten f\u00fcr die unmittelbar folgende Lebensphase), der Praxis (erfasst als Verteilung der Arbeit zwischen den Partnern) und jene ihrer Konstellationen entsprechend dem Schema 1.<\/p>\n<p>Der Anteil der Paare mit egalit\u00e4ren Absichten (die beiden unteren, dunkleren Teile der S\u00e4ulen, im Vergleich zu den beiden oberen) \u00e4ndert zwischen den verglichenen Zeitpunkten nicht: die Paare mit egalit\u00e4ren Werten bleiben auch nach dem \u00dcbergang zur Elternschaft in der Mehrheit. Dagegen nimmt der Anteil der Paare mit geschlechterdifferenter Praxis (die beiden S\u00e4ulenteile mit kleinen Punkten) nach dem \u00dcbergang deutlich zu. Insgesamt zeigt deshalb die Grafik, dass die Gewichtsverschiebung zu einer traditionell geschlechterdifferenten Praxis unabh\u00e4ngig von den Werten oder Absichten der Partner erfolgt: Die Paare mit koh\u00e4rent geschlechterdifferenter Arbeitsteilung werden zwischen den zwei Zeitpunkten zahlreicher, jene mit koh\u00e4rent egalit\u00e4rer Verteilung seltener, die inkoh\u00e4rente Konstellation mit egalit\u00e4ren Werten und geschlechterdifferenter Praxis nimmt ebenfalls zu, w\u00e4hrend jene mit geschlechterdifferenten Werten und egalit\u00e4rer Praxis abnimmt. Diese \u00dcbersicht der Ver\u00e4nderung der Paare belegt, dass die beobachtete Retraditionalisierung der Verhaltensweisen nicht den Absichten der Partner entspricht; sie ist also anderen Faktoren zuzuschreiben. Um welche es sich handelt, kl\u00e4ren wir in einem dritten Schritt.<\/p>\n<h2>Die Retraditionalisierung h\u00e4ngt von der Sozialpolitik ab<\/h2>\n<p>F\u00fcr diese Abkl\u00e4rung wurde eine vergleichende Analyse der internationalen Daten des European Social Survey von 2004 durchgef\u00fchrt (B\u00fchlmann et al., 2016). Die Autoren vergleichen die Schweiz mit zwanzig anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern hinsichtlich derselben Wert\/Praxis-Konstellationen und ihrer Ver\u00e4nderung in den fr\u00fchen Familienphasen. Sie finden, dass<\/p>\n<p>1. das Kippen der Paare in die Geschlechterungleichheit bei der Geburt ihres ersten Kindes durch die Verf\u00fcgbarkeit von finanzierbaren und ausreichenden ausserfamili\u00e4ren Betreuungseinrichtungen f\u00fcr Kleinkinder verringert wird, und dass<\/p>\n<p>2. die R\u00fcckkehr zur egalit\u00e4ren Erwerbsbeteiligung (wenn die Kinder ins Schulalter kommen) durch ausgedehnte, gesetzlich geregelte Elternurlaube erleichtert wird.<\/p>\n<p>B\u00fchlmann et al. (2016) ben\u00fctzen Esping-Andersens (1999) Sozialstaatstypologie und zeigen, dass zwei entgegengesetzte Verlaufstypen unterschiedlichen Sozialstaatstypen entsprechen, weil sie stark von den Sozialpolitiken in den verglichenen L\u00e4ndern abh\u00e4ngig sind. Die sozialdemokratischen Sozialstaatsregimes (D\u00e4nemark, Finnland, Norwegen und Schweden) stehen den liberalen Regimes gegen\u00fcber (Grossbritannien, Irland, Holland und Schweiz). In beiden F\u00e4llen finden die Paare nach einiger Zeit wieder zu einer koh\u00e4renten Wert\/Praxis-Konstellation, sp\u00e4testens nachdem ihre Kinder das Schulalter erreichen. Doch in sozialdemokratischen Sozialstaaten stellt sich diese neugefundene Koh\u00e4renz am egalit\u00e4ren Pol ein, in den liberalen am geschlechterdifferenten. Mit anderen Worten: in Sozialstaatsregimen, deren Massnahmen auf Gendergleichheit ausgerichtet sind, k\u00f6nnen die meisten Paare nach einer vor\u00fcbergehenden Retraditionalisierung ihrer Arbeitsteilung zu ihrer urspr\u00fcnglichen egalit\u00e4ren Wert\/Praxis-Konh\u00e4renz zur\u00fcckkehren, w\u00e4hrend sie in liberalen Sozialstaatsregimen ihre Werte an die andauernde, offenbar nur schwer ver\u00e4nderbare geschlechterdifferente Praxis anpassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dieselben Forscher haben eine analoge Analyse auch auf der Ebene der schweizerischen Mikroregionen (MS)<sup><sup>[6]<\/sup><\/sup> anhand der Daten des Schweizer Haushalt-Panels durchgef\u00fchrt. Ihre Resultate best\u00e4tigen, dass der \u00dcbergang zur Elternschaft der Hauptausl\u00f6ser der Retraditionalisierung der familialen Arbeitsteilung ist und dass sich dabei zuerst die Praxis ver\u00e4ndert (bei der Geburt), und anschliessend, mit einer Verz\u00f6gerung von rund drei Jahren, die Anpassung der Werte erfolgt (B\u00fchlmann et al., 2016, S. 274-275). Sie zeigen auch, dass die Entwicklung der Betreuungseinrichtungen in den 106 MS-Regionen sehr ungleich ist, vor allem entlang der Achse Stadt-Land (vgl. auch G\u00e4rtner, 2009), und dass das Angebot solcher Strukturen eine zentrale Rolle spielt beim Umgang mit der Ver\u00e4nderung, welche die Ankunft des ersten Kindes f\u00fcr die Paare mit sich bringt. Nach ihren Resultaten ist das Risiko der Paare, beim \u00dcbergang zur Elternschaft von einer koh\u00e4rent egalit\u00e4ren Konstellation in eine inkoh\u00e4rente Konstellation des Typs geschlechterdifferente Praxis\/egalit\u00e4re Werte zu geraten, wesentlich kleiner, wenn sie in einer MS-Region mit gut entwickeltem Angebot an Betreuungseinrichtungen leben (S. 277). Sie stellen auch fest, dass Paare, die bereits vor diesem \u00dcbergang eine koh\u00e4rent geschlechterdifferente Konstellation aufweisen, vor allem wenig qualifizierte Berufe haben.<\/p>\n<p>Es zeigt sich somit, dass das institutionelle Umfeld der jungen Paare ihre M\u00f6glichkeiten, mit dem \u00dcbergang zur Elternschaft umzugehen, massgebend beeinflusst und seinerseits durch das sozio-politische Profil des regionalen Kontexts beeinflusst ist. Der institutionelle Kontext gibt den strukturellen Rahmen vor, welcher die konkreten Optionen der Paare zwischen einem egalit\u00e4ren oder traditionell geschlechterdifferenten Funktionieren bestimmt, und dies unabh\u00e4ngig von ihren Absichten oder Werten.<\/p>\n<h2>Langfristige Auswirkungen<\/h2>\n<p>Die Auswirkungen der Geschlechterdifferenzierung entwickeln sich auf lange Frist, biographisch wie auch historisch gesehen; ihre verschiedenen Formen folgen oft einer kumulativen Logik. Hinsichtlich der fr\u00fchen Kindheit ist vor allem an die Vorbildwirkung der Eltern zu denken. Die Eltern wirken nicht als fernes Ideal, sondern leben Verhaltensweisen vor, die f\u00fcr ihre Kinder als selbstverst\u00e4ndlich und insofern \u00abnormal\u00bb gelten; das gilt besonders f\u00fcr die Geschlechterdifferenziertheit dieser Verhaltensweisen. In der Adoleszenz wird die geschlechtsspezifische Verzweigung der Lebensl\u00e4ufe vorwegnehmend schon vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter vorbereitet, besonders in Form der meist geschlechtstypisierten Berufswahl. Viele weiblich typisierte Berufe erleichtern Teilzeitarbeit und Unterbrechungen mit sp\u00e4terer R\u00fcckkehr (Gianettoni et al., 2015), gew\u00e4hren aber weniger Aufstiegsm\u00f6glichkeiten und Entwicklungs\u00adpotential. Hinsichtlich des Erwachsenenalters haben die Berufsunterbrechungen und Phasen von Teilzeitarbeit Langzeitwirkungen, die sich in vielen weiblichen Lebensl\u00e4ufen zeigen.<\/p>\n<p>So entwickeln sich die Unterschiede nach Geschlecht schrittweise im Verlauf der m\u00e4nnlichen und weiblichen Biographien, so dass es schliesslich auch zu einer benachteiligten Situation der Frauen im System der Altersvorsorge f\u00fchrt, bis hin zum Fehlen von Anspr\u00fcchen in der zweiten und dritten S\u00e4ule f\u00fcr wesentlich mehr Frauen als M\u00e4nner (Grafik 8).<\/p>\n<h2>Praktische Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>Die vorgelegten Analysen belegen, dass die Unterschiede in den Erwerbsbiografien von M\u00e4nnern und Frauen in der Schweiz stark durch die fehlende Verwirklichung entscheidender Gleichstellungsmass\u00adnahmen verursacht wird. Vor allem die Einf\u00fchrung eines gut konzipierten, nicht geschlechterdifferenten Elternurlaubes und die F\u00f6rderung familienexterner Betreuungseinrichtungen f\u00fcr Kinder im Vorschul- und Schulalter sind zentral. Deren Wirksamkeit h\u00e4ngt von ihrer leichten Zug\u00e4nglichkeit ab, in finanzieller, aber auch in geographischer und stundenplanm\u00e4ssiger Hinsicht. Ohne solche Massnahmen wirkt die Familie weiterhin als Drehscheibe geschlechterdifferenter Zw\u00e4nge mit Auswirkungen nicht nur auf die Partner im Paar, sondern ebenso auf ihre Kinder, die dadurch, dass sie in mehr oder weniger traditionell organisierten Familien aufwachsen, selbst eine geschlechterdifferente Identit\u00e4t und entsprechende Berufspr\u00e4ferenzen entwickeln. Und nicht zuletzt auf die Grosseltern, die unter solchen Umst\u00e4nden als kosteng\u00fcnstige Betreuungsform zur Unterst\u00fctzung der Eltern mobilisiert werden, um deren Erwerbs\u00adt\u00e4tigkeit \u2013 vor allem jene der Mutter \u2013 zu erleichtern. Die \u00dcbertragung von Geschlechterungleichheiten auf die n\u00e4chste Generation h\u00e4ngt also wesentlich ab von der gegenw\u00e4rtigen Familienorganisation und ihrer gesamtgesellschaftlichen Abst\u00fctzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G8_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1463\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G8_d.png\" alt=\"G8_d\" width=\"582\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G8_d.png 582w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/G8_d-300x237.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/a><\/p>\n<p>[1] Mit \u00ab&nbsp;geschlechterdifferent&nbsp;\u00bb ist hier nicht nur die Andersartigkeit gemeint, sondern auch die darin eingeschlossene Schlechterstellung der Frauen.<\/p>\n<p>[2] Anzuf\u00fcgen ist, dass Kohli (1985) keine lineare und zeitlich unbegrenzte Standardisierung postuliert, sondern nur deren Zunahme w\u00e4hrend der vergangenen zwei oder drei Jahrhunderte. Seine historische Rekonstruktion ist durchaus mit der Idee vereinbar, dass diese Standardisierung in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Maximum erreicht hat und seither wieder zur\u00fcckgeht, ohne sich schon v\u00f6llig aufgel\u00f6st zu haben.<\/p>\n<p>[3] Die Grafiken 1 bis 6 entstammen Levy et al. (2006). Jede wiedergibt das zeitliche Profil eines Verlaufstyps (siehe auch das K\u00e4stchen).<\/p>\n<p>[4] Die Einzelheiten der Stichprobenbildung und andere Aspekte der Realisierung dieser komplexen Studie sind im Anhang des Bandes von Le Goff et Levy (2016) dokumentiert.<\/p>\n<p>[5] Daten von <em>Devenir parent<\/em>, B\u00fchlmann et al. 2016 (S. 278-279).<\/p>\n<p>[6] Es handelt sich um die 106 MS-Regionen, die das Bundesamt f\u00fcr Statistik vor allem aufgrund der Muster r\u00e4umlicher Mobilit\u00e4t unterscheidet (Joye und Schuler, 1995). Als Indikator f\u00fcr den Ausbaugrad der Betreuungseinrichtungen in jeder MS-Region steht die Zahl der Stellen (Vollzeit\u00e4quivalente) in solchen Einrichtungen auf 1000 Einwohner (Grundlage: Eidgen\u00f6ssische Betriebserhebung 2001).<\/p>\n<h2>Annexe<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/TabA1_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1464\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/TabA1_d.png\" alt=\"TabA1_d\" width=\"632\" height=\"901\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/TabA1_d.png 632w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/TabA1_d-210x300.png 210w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/TabA1_d-600x855.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lebensl\u00e4ufe sind geschlechterdifferent[1] Die wissenschaftliche Literatur der vergangenen 40 Jahre hat drei einander widersprechende Thesen \u00fcber die Standardisierung der Lebensl\u00e4ufe hervorgebracht. Die \u00e4lteste (Levy, 1977) postuliert, die Verl\u00e4ufe seien geschlechterdifferent, also sozial standardisiert, und zwar f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen unterschiedlich. Die j\u00fcngste (Beck &amp; Beck-Gernsheim, 1990) behauptet, dass sich die Standardisierungen in den sogenannt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[19,20,21,18],"tags":[],"class_list":["post-1459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-travail","category-famille","category-genre","category-inegalite"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1459"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3375,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1459\/revisions\/3375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}