{"id":1969,"date":"2020-03-31T08:02:59","date_gmt":"2020-03-31T06:02:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1969"},"modified":"2024-08-27T14:46:05","modified_gmt":"2024-08-27T12:46:05","slug":"die-widerspruchlichen-absichten-der-schweizer-bevolkerung-in-bezug-auf-ihren-energieverbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=1969","title":{"rendered":"Die widerspr\u00fcchlichen Absichten der Schweizer Bev\u00f6lkerung in Bezug auf ihren Energieverbrauch"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Die letzten Jahre waren gekennzeichnet durch ein wachsendes Bewusstsein f\u00fcr die Auswirkungen menschlicher Aktivit\u00e4ten auf die globale Erw\u00e4rmung. F\u00fcr die meisten von uns sind heute die Notwendigkeit und die Dringlichkeit des Handelns offensichtlich. Trotzdem nimmt der weltweite Verbrauch fossiler Brennstoffe, die die Hauptursache des Problems sind, weiter zu. W\u00e4hrend wirtschaftspolitische Massnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs umgesetzt werden, untersuchen wir in diesem Artikel die Absichten der Bev\u00f6lkerung, konkrete Massnahmen zu ergreifen. Diese Absichten k\u00f6nnen einerseits auf der Ebene des individuellen Verbrauchs sowie andererseits auf der kollektiven Ebene deutlich werden, z.&nbsp;B. bei der Bef\u00fcrwortung politischer Massnahmen wie Energiesteuern, oder durch die Unterst\u00fctzung sozialer Bewegungen im Zusammenhang mit der \u201eKlimakrise\u201c. Allerdings unterscheiden sich die Absichten verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen erheblich. In diesem Artikel untersuchen wir die Schweizer Bev\u00f6lkerung und konzentrieren uns dabei auf die folgenden drei Merkmale, f\u00fcr die wir die Repr\u00e4sentativit\u00e4t unserer Stichprobe garantieren k\u00f6nnen: das Geschlecht, das Alter und der Wohnort.<\/p>\n<p>In einer Reihe fr\u00fcherer Studien wurden bereits Widerspr\u00fcche zwischen den Einstellungen und dem Verhalten der Schweizer Bev\u00f6lkerung bez\u00fcglich der Umwelt aufgezeigt. Insbesondere Diekmann und Preisend\u00f6rfer (1998) konnten mit ihrer Studie, die auf einer Befragung von fast 400&nbsp;B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern in Bern im Jahre 1991 basiert, zeigen, dass die Einstellung zur Umwelt nicht zwangsl\u00e4ufig mit den Verhaltensweisen in verschiedenen Bereichen wie Verkehr, Stromverbrauch, Recycling oder Einkaufen \u00fcbereinstimmt. Zur Rechtfertigung dieser Widerspr\u00fcche werden von den Personen drei Arten von Strategien angewandt. Erstens scheint sich jede Person auf Bereiche zu konzentrieren, in denen sie sich relativ anst\u00e4ndig verh\u00e4lt, w\u00e4hrend andere Aspekte mehr oder weniger ausser Acht gelassen werden (Strategie der Aufmerksamkeitsverlagerung). Zweitens ziehen es Personen vor, sich in Bereichen umweltfreundlich zu verhalten, in denen dies mit wenig Aufwand verbunden ist (Low-cost Strategie), siehe auch Diekmann und Preisend\u00f6rfer (2003). Und drittens glaubt die Mehrheit der Personen, dass sie sich bereits umweltfreundlicher als der Durchschnitt verhalte, und ist deshalb der Ansicht, dass eine \u00c4nderung der eigenen Gewohnheiten weder notwendig noch lohnend sei (Strategie der subjektiven Rationalit\u00e4t).<\/p>\n<p>Diekmann und Meyer (2008) haben eine Analyse der Einstellungen und Verhaltensweisen der Schweizer Gesamtbev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt. Sie st\u00fctzten sich dabei auf die Schweizer Umweltsurveys von 1994 und 2007, in dem rund 2500 bzw. 3400&nbsp;Personen befragt wurden. Ihre Ergebnisse zeigen, dass das Umweltbewusstsein das individuelle Verhalten zwar nur m\u00e4ssig beeinflusst, dass es sich aber positiv auf den Grad der Bef\u00fcrwortung umweltpolitischer Massnahmen auswirkt. K\u00fcrzlich haben Bruderer, Enzler und Diekmann (2019) eine neue Analyse mit Daten des Schweizer Umweltsurveys 2007 durchgef\u00fchrt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass das Einkommen eine wichtige bestimmende Gr\u00f6sse f\u00fcr Emissionen ist (je h\u00f6her das Einkommen, desto mehr Emissionen), dass aber auch das Umweltbewusstsein die Emissionen beeinflusst (je umweltbewusster, desto weniger Emissionen).<\/p>\n<p>Des Weiteren liegen verschiedene Analysen in Bezug auf die CO<sub>2<\/sub>-Steuer in der Schweiz vor. Thalmann (2004) untersuchte die Ergebnisse einer Abstimmung aus dem Jahr&nbsp;2000 \u00fcber drei Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Umweltsteuern, die von der Mehrheit der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler abgelehnt wurden. Basierend darauf l\u00e4sst sich die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Steuern insgesamt untersuchen. Die Ergebnisse der Abstimmung zeigen, dass politische Affinit\u00e4t und Bildung die beiden Merkmale sind, die sich am st\u00e4rksten auf die Akzeptanz von Steuern auswirken. Demzufolge ist die Akzeptanz von Umweltsteuern unter B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern deutlich h\u00f6her, die sich im politischen Spektrum links verorten und \u00fcber ein hohes Bildungsniveau verf\u00fcgen. Baranzini und Carattini (2017) haben zwischen Dezember&nbsp;2012 und Januar&nbsp;2013 insgesamt 338 Personen im Kanton Genf befragt, um herauszufinden, inwieweit sie Umweltsteuern unterst\u00fctzen. Interessanterweise stellte sich heraus, dass nur 40&nbsp;Prozent der Befragten wussten, dass es in der Schweiz bereits eine CO<sub>2<\/sub>-Steuer gibt. Ein hoher Anteil der Befragten bef\u00fcrwortet Umweltsteuern, insbesondere dann, wenn die Einnahmen aus den Steuern zur Finanzierung von Umweltprojekten verwendet werden und wenn statt des Begriffs \u201e CO<sub>2<\/sub>-Steuer\u201c der Begriff \u201eKlimabeitrag\u201c verwendet wird. Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen auch, dass sich eine h\u00f6here Ausbildung positiv auf die Wahrscheinlichkeit der Akzeptanz einer Umweltsteuer auswirkt.<\/p>\n<p>Unsere Analyse st\u00fctzt sich auf eine neue Umfrage, die auf einer grossen repr\u00e4sentativen Stichprobe der Schweizer Bev\u00f6lkerung basiert, und die Resultate gehen in dieselbe Richtung wie obengenannte Studien. Unser Artikel vermittelt jedoch ein aktuelleres Bild der Absichten und Kenntnisse der Schweizer Bev\u00f6lkerung \u00fcber verschiedene Aspekte des Energieverbrauchs.<\/p>\n<h2>Eine neue Umfrage zum Energieverbrauch<\/h2>\n<p>Die Umfrage <em>Swiss Household Energy Demand Survey<\/em> (SHEDS) wurde vom Kompetenzzentrum f\u00fcr Forschung in Energie, Gesellschaft und Transition SCCER CREST mit dem Ziel entwickelt, den Energieverbrauch und das damit verbundene Verhalten in Schweizer Haushalten zu analysieren. Die Umfrage wird seit 2016 j\u00e4hrlich mit einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von 5000&nbsp;Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Regionen des Landes, mit Ausnahme des Kantons Tessin, durchgef\u00fchrt. Eine detailliertere Beschreibung der SHEDS findet sich bei Weber et al. (2017).<\/p>\n<p>Mit dem Fokus auf Absichten und Kenntnisse analysieren wir die Unterschiede, die zwischen den einzelnen Bev\u00f6lkerungsgruppen beobachtet wurden. Wir betrachten dabei drei verschiedene Altersgruppen und unterscheiden zwischen St\u00e4dten, wie sie vom Bundesamt f\u00fcr Statistik definiert werden, und allen Agglomerationen und l\u00e4ndlichen Gemeinden, die im Folgenden als \u201enicht-urbane Gemeinden\u201c bezeichnet werden. Zur Erh\u00f6hung der Genauigkeit nehmen wir zudem die Daten aller Erhebungen von 2016 bis 2019 in unsere Umfrage auf. Die Stichprobe umfasst somit 10&#8217;012&nbsp;Personen. Wir verwenden auch eine Teilstichprobe von 590&nbsp;Befragten aus der Erhebungswelle&nbsp;2019, denen eine Reihe zus\u00e4tzlicher Fragen zur CO<sub>2<\/sub>-Steuer und ihrer Wirksamkeit gestellt wurde.<\/p>\n<h2>Absichten zur Reduzierung des Energieverbrauchs<\/h2>\n<p>Derzeit wird der Einfluss menschlicher Aktivit\u00e4ten auf die globale Erw\u00e4rmung weitgehend akzeptiert, und die Handlungsbereitschaft nimmt nicht nur unter den Regierungen, sondern auch in der Gesellschaft zu. Durch die SHEDS-Daten ist es m\u00f6glich, dieses Bewusstsein auf individueller Ebene zu messen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden konkret gefragt, ob sie in den kommenden zw\u00f6lf Monaten beabsichtigen, Folgendes zu verringern: (1) ihren Stromverbrauch, (2) ihren Heizenergieverbrauch, (3) die Nutzung ihres Autos, (4) ihren CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss. Die Befragten wurden gebeten, eine Antwort auf einer Skala von 1 \u201esehr unwahrscheinlich\u201c bis 5 \u201esehr wahrscheinlich\u201c zu geben.<\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;1 zeigt die Anteile der Befragten, die angeben, dass sie wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich die Nutzung ihres Fahrzeugs reduzieren wollen. Insgesamt erkl\u00e4rte sich nur ein Viertel der Befragten zu einer Verringerung bereit. F\u00fcr den Strom- und Heizenergieverbrauch (hier nicht dargestellt) wurden etwas h\u00f6here Anteile (etwa ein Drittel) ermittelt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1973\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d.png 1031w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d-300x148.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d-768x379.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig1_d-1024x506.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;2 zeigt die Ergebnisse f\u00fcr die beabsichtigte Reduzierung des eigenen CO<sub>2<\/sub>-Ausstosses. Insgesamt liegt der Anteil der Befragten, die sich zur Verringerung ihres CO<sub>2<\/sub>-Ausstosses bereit erkl\u00e4rten, bei 33&nbsp;%. In jedem Fall wird deutlich, dass nur relativ wenige Menschen eine \u00c4nderung jener Verhaltensweisen erw\u00e4gen, welche einen wesentlichen Teil ihres Energieverbrauchs ausmachen. Die Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass Frauen und Jugendliche (die Altersgruppe der 18\u201334-J\u00e4hrigen) eher dazu bereit sind, nicht nur ihren CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss, sondern auch ihren Energieverbrauch in allen drei spezifischen Kategorien zu reduzieren. Dar\u00fcber hinaus sind Menschen, die in St\u00e4dten wohnen, eher dazu bereit, ihren CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss und die Nutzung ihres Fahrzeugs zu verringern. Die Tatsache, dass das \u00f6ffentliche Verkehrsnetz in St\u00e4dten besser entwickelt ist als auf dem Land, muss bei dieser Beobachtung sicherlich ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Da in der SHEDS-Umfrage lediglich die Absichten f\u00fcr drei Folgejahre (2017\u20132019) erfasst wurden, lassen sich gr\u00f6ssere Ver\u00e4nderungen nur schwer feststellen. Angesichts der j\u00fcngsten Intensivierung der Klimadiskussion ist jedoch vorstellbar, dass sich in diesem Bereich rasche Ver\u00e4nderungen vollziehen. Tats\u00e4chlich scheint der Anteil der Personen, die ihren CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss verringern wollen, gestiegen zu sein, und zwar von 30&nbsp;Prozent im Jahr&nbsp;2018 auf 35&nbsp;Prozent im Jahr&nbsp;2019. Im Gegenzug dazu l\u00e4sst sich kein solcher Wandel in Bezug auf die beabsichtigte Reduzierung von Elektrizit\u00e4t, Heizungsenergie oder Mobilit\u00e4t beobachten. Somit scheint sich die Diskrepanz zwischen allgemeinen und spezifischen Absichten weiter zu vergr\u00f6ssern und hier besteht folglich ein gewisser Widerspruch, der in \u00e4hnlicher Weise bereits von Diekmann und Preisend\u00f6rfer (1998) festgestellt wurde: Obgleich die Haushalte offenbar ihren Energieverbrauch senken wollen, bleibt unklar, wie sie sich die Umsetzung dieser Verringerung, insbesondere im Hinblick auf die Mobilit\u00e4t, konkret vorstellen.<\/p>\n<p>Um die Unterst\u00fctzung f\u00fcr soziale Bewegungen genauer ermitteln zu k\u00f6nnen, wurde eine Teilstichprobe der SHEDS-Welle von 2019 nach ihrer Unterst\u00fctzung (oder Ablehnung) von Klimastreiks befragt, die zum Zeitpunkt der im April durchgef\u00fchrten Umfrage ein wichtiges Thema in den Nachrichten waren. Den Ergebnissen zufolge besteht ein erheblicher Unterschied zwischen St\u00e4dten (ca. 40&nbsp;% Unterst\u00fctzung) und nicht-urbanen Gemeinden (25&nbsp;% Unterst\u00fctzung). Die st\u00e4rkste Unterst\u00fctzung zeigt sich mit fast 50&nbsp;Prozent bei jungen Frauen (18\u201334 Jahre), was mehr oder weniger den oben dargelegten Absichten entspricht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1974\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d.png 1028w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d-300x148.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d-768x380.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig2_d-1024x506.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Kenntnisse im Bereich Energieverbrauch<\/h2>\n<p>Ein wichtiger Aspekt im Energiebereich ist das Verstehen dieser Thematik und ihrer Auswirkungen auf das Klima. Die SHEDS-Umfrage enth\u00e4lt eine Reihe von Fragen, mit der die Kenntnisse im Bereich Energie getestet werden. Die Befragten werden insbesondere gebeten anzugeben, ob die folgenden Aussagen zutreffen:<\/p>\n<ul>\n<li>Der gr\u00f6sste Teil der in einem Schweizer Haushalt verbrauchten Energie entf\u00e4llt auf den Heizw\u00e4rmebedarf. (<em>wahr<\/em>)<\/li>\n<li>CO<sub>2<\/sub>-Emissionen spielen bei der Klimaerw\u00e4rmung eine entscheidende Rolle. (<em>wahr<\/em>)<\/li>\n<li>In einem durchschnittlichen Haushalt kann allein durch das Absenken der Heiztemperatur um 1&nbsp;\u00b0C der Heizbedarf um 6&nbsp;Prozent gesenkt werden. (<em>wahr<\/em>)<\/li>\n<li>Kohle ist eine erneuerbare Energiequelle. (<em>falsch<\/em>)<\/li>\n<li>Wasserkraftwerke erzeugen 10&nbsp;Prozent der gesamten Schweizer Stromproduktion. (<em>falsch<\/em>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Durch Z\u00e4hlen der richtigen Antworten kann ein Index der \u201eEnergiekompetenz\u201c auf einer Skala von 0 bis 5 erstellt werden. Da einige der Befragten die richtige Antwort vielleicht nur durch Zufall angekreuzt haben, stellen die Ergebnisse eine Obergrenze f\u00fcr den Kenntnisstand dar. In Abbildung&nbsp;3 werden die Durchschnittswerte pro Bev\u00f6lkerungsgruppe dargestellt. Mit einem Ergebnis von drei bis vier richtigen Antworten l\u00e4sst sich insgesamt ein relativ hoher Kenntnisstand verzeichnen. In Abh\u00e4ngigkeit von soziodemografischen Merkmalen zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede. So kam es bei M\u00e4nnern und \u00e4lteren Menschen zu mehr richtigen Antworten als bei Frauen und j\u00fcngeren Menschen. Es scheint keine Unterschiede nach geographischem Standort zu geben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig3_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1975\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig3_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig3_d.png 1023w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig3_d-300x148.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig3_d-768x379.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei einer Gegen\u00fcberstellung dieser Ergebnisse und den Absichten zeigt sich, dass selbst bei Gruppen mit relativ guten Kenntnissen im Bereich Energie die Absichten, den Verbrauch zu reduzieren, recht bescheiden bleiben. Die Bev\u00f6lkerungsgruppen mit dem besten Kenntnisstand (M\u00e4nner und \u00e4ltere Menschen) scheinen am wenigsten zu Verhaltens\u00e4nderungen bereit zu sein. In Abbildung&nbsp;4 werden die Absichten zur Verringerung des CO<sub>2<\/sub>-Ausstosses in Beziehung zur Energiekompetenz gesetzt. Sie zeigt eine schwache oder sogar negative Korrelation, die uns zu der Schlussfolgerung f\u00fchrt, dass eine h\u00f6here Energiekompetenz nicht unbedingt zu besseren Absichten f\u00fchrt. Einfaches Informieren der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Energiefragen wird daher nicht ausreichen, um den Verbrauch zu reduzieren. Wie von Diekmann und Meyer (2008) angemerkt, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass eine h\u00f6here Energiekompetenz mit einer gr\u00f6sseren Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Umweltfragen einhergeht. Obwohl sich Informationen und Kenntnisse nicht direkt auf den Energieverbrauch auswirken, d\u00fcrften sie dennoch die Diskussion und die Verabschiedung politischer Massnahmen zur Verringerung von Umweltbelastungen erleichtern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig4_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1976\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig4_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig4_d.png 1020w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig4_d-300x148.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig4_d-768x379.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Akzeptanz und Sichtbarkeit der CO<sub>2<\/sub>-Steuer<\/h2>\n<p>Die CO<sub>2<\/sub>-Steuer ist ein wichtiges Instrument der Schweizer Wirtschaftspolitik, um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Ihre Wirksamkeit kann jedoch durch ihre mangelnde Sichtbarkeit beeintr\u00e4chtigt werden. In der Schweiz wird die CO<sub>2<\/sub>-Steuer auf fossile Brennstoffe erhoben, die zum Heizen verwendet werden (\u00d6l und Gas), und \u00fcber eine Senkung der Krankenkassenbeitr\u00e4ge an die Bev\u00f6lkerung r\u00fcckverteilt. Somit wird die Steuer effektiv nur von einem Teil der Haushalte getragen, w\u00e4hrend alle einen Ausgleich erhalten. Derzeit betr\u00e4gt die Steuer etwa 25&nbsp;bis 30&nbsp;Prozent des Brennstoffpreises, was im Allgemeinen f\u00fcr eine Wohnung von 100&nbsp;m<sup>2<\/sup> je nach Energieeffizienz zwischen 120 und 500&nbsp;Franken pro Jahr bedeutet. Seit 2018 belaufen sich die umverteilten Betr\u00e4ge auf mehr als 75&nbsp;Franken pro Person und Jahr.<\/p>\n<p>Um zu bestimmen, inwieweit die CO<sub>2<\/sub>-Steuer von den Schweizer Haushalten und insbesondere von denjenigen, die ihr unterliegen, richtig verstanden wird, werden die Befragten der SHEDS-Umfrage gebeten, die Betr\u00e4ge anzugeben, die sie ihrer Ansicht nach zahlen und erhalten m\u00fcssten. In Abbildung&nbsp;5 sind die Ergebnisse dargestellt. In Abbildung&nbsp;5.A werden nur Haushalte ber\u00fccksichtigt, deren Heizungsanlage (f\u00fcr Wohnraum oder Wasser) mit \u00d6l oder Gas betrieben wird. Aufgrund ihrer Heizungsanlage zahlen alle diese Haushalte CO<sub>2<\/sub>-Steuer. Es wird deutlich, dass die Mehrheit sich der Tatsache bewusst ist, dass sie etwas bezahlen muss (wir ber\u00fccksichtigen dabei nicht die angegebenen Betr\u00e4ge). Die Ergebnisse implizieren jedoch auch, dass ein nicht zu vernachl\u00e4ssigender Anteil (je nach Gruppe zwischen 22&nbsp;% und 45&nbsp;%) der Meinung ist, nichts zu bezahlen. Dieser Anteil scheint bei \u00e4lteren Menschen und Frauen etwas h\u00f6her zu sein, wobei die Unterschiede jedoch nicht sehr signifikant sind. Zudem w\u00e4re zu erwarten, dass Vermieterinnen und Vermieter besser informiert sind als Mieterinnen und Mieter, die nur begrenzt Zugang zu Informationen \u00fcber ihre Heizkosten haben. Die Kenntnisse der Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer scheinen jedoch nicht systematisch besser zu sein als die der Mieterinnen und Mieter. Es ist daher wichtig zu betonen, dass die Wirksamkeit einer Steuer zu einem grossen Teil davon abh\u00e4ngt, inwieweit daf\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis in der \u00d6ffentlichkeit besteht. Wenn die Personen, deren Verhalten mit einer Steuer beeinflusst werden soll, die Folgen dieser Steuer nicht kennen, ist es in der Tat sinnlos zu erwarten, dass die gew\u00fcnschte Wirkung dieser Steuer sich am Ende auch wird beobachten lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig5_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1977\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig5_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig5_d.png 1011w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig5_d-300x152.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig5_d-768x390.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1978\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d.png\" alt=\"\" width=\"690\" height=\"335\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d.png 1027w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d-300x146.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d-768x373.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fig6_d-1024x498.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf der Ebene der Umverteilung der CO<sub>2<\/sub>-Steuer (Abbildung&nbsp;5.B) wird \u00fcber alle Bev\u00f6lkerungsgruppen hinweg deutlich, dass die Steuer nur von wenigen nachvollzogen wird. W\u00e4hrend zwischen 2017 und 2019 j\u00e4hrlich Betr\u00e4ge zwischen 67,80 und 88,80 Franken gezahlt wurden, gibt weniger als jede f\u00fcnfte Person korrekt an, einen Betrag zwischen 60 und 100&nbsp;Franken erhalten zu haben. Die meisten Befragten haben das Gef\u00fchl, dass sie weniger (oder gar nichts) erhalten oder k\u00f6nnen die Frage nicht beantworten. Diese Ergebnisse offenbaren den schlechten Ruf von Steuern im Allgemeinen und den begrenzten Kenntnisstand in Bezug auf die Funktionsweise der CO<sub>2<\/sub>-Steuer im Besonderen, was mit einem Mangel an Sichtbarkeit und Kommunikation zusammenh\u00e4ngen kann. Um die Wirksamkeit der CO<sub>2<\/sub>-Steuer zu gew\u00e4hrleisten, scheint es daher wichtig, Kommunikationsanstrengungen zu unternehmen. Zudem ist erw\u00e4hnenswert, dass diese Ergebnisse jene von Baranzini und Carattini (2017) st\u00fctzen, die feststellten, dass die Bezeichnung der Steuer Auswirkungen auf ihre Akzeptanz hat. Die Verwendung eines Begriffs wie \u201eKlimabeitrag\u201c anstelle von \u201eCO<sub>2<\/sub>-Steuer\u201c k\u00f6nnte sich daher als vorteilhaft erweisen.<\/p>\n<p>Eine Teilstichprobe von 590&nbsp;Befragten aus der SHEDS-Welle von 2019 wurde nach ihrer Wahrnehmung der Wirksamkeit der CO<sub>2<\/sub>-Steuer befragt. Konkret wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, ob sie die Steuer, die auf 1) Haushalte und 2) Unternehmen erhoben wird, als wirksam f\u00fcr die Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen erachten w\u00fcrden. Insgesamt wird die Unternehmensbesteuerung \u2013 mit Ausnahme der ausserhalb der St\u00e4dte lebenden Frauen \u00fcber 55 Jahre \u2013 von der absoluten Mehrheit als wirksam empfunden, obgleich das Ergebnis f\u00fcr Bewohnerinnen und Bewohnern der nicht-urbanen Gemeinden und bei \u00e4lteren Menschen niedriger ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Andererseits wird die Besteuerung von Haushaltsemissionen von der Bev\u00f6lkerung als viel weniger effektiv wahrgenommen, insbesondere von M\u00e4nnern unter 35 Jahren und Frauen unter 35&nbsp;Jahren, die ausserhalb von St\u00e4dten leben. Der Unterschied in der Wahrnehmung der Wirksamkeit der CO<sub>2<\/sub>-Steuer zwischen Unternehmen und Haushalten ist bei Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern sowie bei Personen unter 35&nbsp;Jahren besonders ausgepr\u00e4gt. Wie von Ott &amp; Weber (2018) erw\u00e4hnt, erkl\u00e4rt sich die als gering wahrgenommene Wirksamkeit der Haushaltsbesteuerung dadurch, dass die Schweizerinnen und Schweizer und insbesondere diejenigen, die in den St\u00e4dten leben, vorwiegend Mieterinnen und Mieter sind. Da sie wenig Einfluss auf Investitionen in die Energieeffizienz ihrer Wohnungen haben, k\u00f6nnten sie \u2013 zu Recht \u2013 die CO<sub>2<\/sub>-Steuer auf Haushaltsebene als ineffizient empfinden.<\/p>\n<p>Die oben genannten 590&nbsp;Befragten wurden des Weiteren gebeten, ihre Meinung zur Emissionsbesteuerung in einem Scheinreferendum zu \u00e4ussern. Sie wurden gefragt, welche Wahl sie treffen w\u00fcrden, wenn sie die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, sich in einer Abstimmung \u00fcber die aktuelle CO<sub>2<\/sub>-Steuer zu \u00e4ussern. Ihre Antworten deuten darauf hin, dass die Unterst\u00fctzung einer CO<sub>2<\/sub>-Steuer bei den \u00fcber 35-J\u00e4hrigen, unabh\u00e4ngig von ihrem Wohnort, mit mehr als 50&nbsp;Prozent Ja-Stimmen recht hoch, bei den unter 35-J\u00e4hrigen jedoch viel geringer ist, mit Ausnahme der in den St\u00e4dten lebenden Frauen. Der geringe Anteil an positiven Stimmen bei den unter 35-J\u00e4hrigen kann mit ihrer Wahrnehmung der Wirksamkeit der CO<sub>2<\/sub>-Steuer auf Haushalte verglichen werden, die ebenfalls niedriger ist als die der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Generell zeigen die Ergebnisse, dass die CO<sub>2<\/sub>-Steuer trotz einiger Zweifel an ihrer Wirksamkeit von der Bev\u00f6lkerung recht gut angenommen wird. Diese hohe Akzeptanz ist angesichts der Bedeutung dieses Instruments in der Klimapolitik der Eidgenossenschaft von Bedeutung. Eine andere Frage der Erhebung zeigt jedoch, dass die Eidgenossenschaft mehr tun k\u00f6nnte, um die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber dieses Thema zu informieren: 72&nbsp;Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Schweizer Beh\u00f6rden mehr \u00fcber die CO<sub>2<\/sub>-Steuer kommunizieren sollten. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung durch eine bessere Kommunikation erh\u00f6ht werden kann. W\u00e4hrend Diekmann und Meyer (2008) feststellten, dass Informationen einen positiven Einfluss haben, beobachteten andere (z.&nbsp;B. Kallbekken et al., 2011), dass mehr Informationen nicht unbedingt zu weniger Abneigung gegen Umweltsteuern f\u00fchren.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>In dem vorliegenden Artikel haben wir die Absichten der Schweizer Bev\u00f6lkerung, ihren Energieverbrauch zu reduzieren, und ihre Kenntnisse im Bereich Energie untersucht. Dabei wurde auch die Akzeptanz der CO<sub>2<\/sub>-Steuer und inwieweit sie nachvollzogen wird, analysiert. Unsere Analyse hat signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen deutlich gemacht. Im Allgemeinen haben Frauen, junge Menschen und die Bev\u00f6lkerung in St\u00e4dten st\u00e4rkere Absichten, ihren Konsum zu reduzieren, und zeigen mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr soziale Klimaschutzbewegungen. Zwischen der st\u00e4dtischen und der nicht-urbanen Bev\u00f6lkerung bestehen insbesondere grosse Unterschiede hinsichtlich der Nutzung von Fahrzeugen.<\/p>\n<p>Unsere Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass bei einem Grossteil der Bev\u00f6lkerung die Bereitschaft, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, gering oder gar nicht vorhanden ist. Ein anderer Teil der Bev\u00f6lkerung erkl\u00e4rt sich zwar dazu bereit, trifft jedoch keine konkreten Massnahmen, um wirksam den Energieverbrauch verringern zu k\u00f6nnen. Es besteht also eine Inkonsistenz zwischen allgemeinen Absichten und spezifischen Aktionen. Insbesondere sind die Absichten, den CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss zu reduzieren, relativ hoch und steigend, w\u00e4hrend die Absichten, das eigene Verhalten in Bezug auf Mobilit\u00e4t, Heizung und Stromverbrauch zu \u00e4ndern, geringer sind und stagnieren.<\/p>\n<p>Positiv ist jedoch, dass die Mehrheit die Beh\u00f6rden bei wirtschaftspolitischen Massnahmen zur Bew\u00e4ltigung des Energieproblems unterst\u00fctzen w\u00fcrde. Die CO<sub>2<\/sub>-Steuer scheint, mit Ausnahme der jungen Menschen, die in nicht-urbanen Gemeinden leben, relativ gut akzeptiert zu werden. Es bestehen jedoch grosse Unterschiede in den Zielgruppen (Haushalte oder Unternehmen), was die Wahrnehmung der Wirksamkeit der Steuer betrifft. Die meisten Befragten halten die Unternehmensbesteuerung f\u00fcr effizient, die Besteuerung der Haushalte jedoch f\u00fcr ineffizient. Ebenso mangelt es in der Bev\u00f6lkerung an Sichtbarkeit und einem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Steuer an sich.<\/p>\n<p>Schliesslich stellen wir eine Diskrepanz zwischen Absichten und Kenntnissen fest, die den angenommenen Zusammenhang zwischen Information und Aktion in Frage stellt. Falls der Zusammenhang \u00fcberhaupt existiert, wirkt sich die Information jedenfalls nur indirekt auf den Energieverbrauch aus. Wie bereits von Diekmann und Meyer (2008) hervorgehoben, d\u00fcrften Informationskampagnen in der Tat das Wissen der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Umweltfragen erh\u00f6hen, was wiederum die Zustimmung zu umweltpolitischen Massnahmen f\u00f6rdert. Unter Umst\u00e4nden haben Informationskampagnen jedoch nur eine unerhebliche Wirkung. Insbesondere im Vergleich zu der Wirkung, die bestimmte emblematische Pers\u00f6nlichkeiten wie Greta Thunberg erzielen, die uns daran erinnern, dass unser Haus brennt, w\u00e4hrend wir anderswo hinschauen, und dass es Zeit ist, entsprechend zu handeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Die letzten Jahre waren gekennzeichnet durch ein wachsendes Bewusstsein f\u00fcr die Auswirkungen menschlicher Aktivit\u00e4ten auf die globale Erw\u00e4rmung. F\u00fcr die meisten von uns sind heute die Notwendigkeit und die Dringlichkeit des Handelns offensichtlich. Trotzdem nimmt der weltweite Verbrauch fossiler Brennstoffe, die die Hauptursache des Problems sind, weiter zu. 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