{"id":2008,"date":"2020-06-16T08:50:13","date_gmt":"2020-06-16T06:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2008"},"modified":"2024-08-27T14:44:43","modified_gmt":"2024-08-27T12:44:43","slug":"die-raumliche-verteilung-der-auslandischen-bevolkerung-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2008","title":{"rendered":"Die r\u00e4umliche Verteilung der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>In den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern besch\u00e4ftigen sich zwar oftmals die Verantwortlichen der Migrationspolitik mit der Ansiedlung ausl\u00e4ndischer Bev\u00f6lkerungsgruppen oder ethnischer Minderheiten, aber das Thema wurde bislang kaum in Studien untersucht. Dies steht im Gegensatz zu Nordamerika, wo Segregationsmuster (manchmal auch als Differenzierung oder Konzentration bezeichnet) Gegenstand zahlreicher Publikationen sind. In der Schweiz ist die r\u00e4umliche Verteilung der Bev\u00f6lkerung nur in einer Handvoll neuerer Studien untersucht. Insbesondere Schuler und Dessemontet (2009) weisen im Vergleich zu angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern auf eine geringe r\u00e4umliche Differenzierung hin, die auf einem \u00e4hnlichen Niveau wie in anderen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern liegt. Sie stellen jedoch fest, dass diese Differenzierung bei der k\u00fcrzlich zugewanderten Bev\u00f6lkerung im Vergleich zur einheimischen Bev\u00f6lkerung signifikanter ist, was die Ergebnisse einer fr\u00fcheren Studie auf der Grundlage der Volksz\u00e4hlung von 1990 best\u00e4tigt (Huissoud et al., 1999). Diese Studie zeigt insbesondere durch die Berechnung von Segregationsindizes auf Grundlage der Sprache, die in Gemeinden und Stadtvierteln gesprochen wird, dass albanisch- und portugiesischsprachige Personen einer besonders starken Segregation ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>Unser Artikel pr\u00e4sentiert eine aktualisierte Analyse der r\u00e4umlichen Verteilung, das die wichtigsten in der Schweiz lebenden ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerungsgruppen unterscheidet. Eine solche Analyse erm\u00f6glicht es, die r\u00e4umliche Konzentration bestimmter Gruppen zu entschl\u00fcsseln, die z.&nbsp;B. verkn\u00fcpft sind mit Netzwerkeffekten (Kettenmigration), einer Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt oder Schwierigkeiten beim Zugang zu bestimmten Wohnungen aufgrund des sozio\u00f6konomischen Status oder der Tatsache, dass der Wohnungsmarkt nicht staatlich reguliert ist. Letzteres wird als einer der Faktoren diskutiert, die f\u00fcr die Segregation zwischen Arm und Reich verantwortlich sind (Musterd und De Winter, 1998, Wacquant, 2007).<\/p>\n<p>Eine Erfassung der schweizerischen Situation in Bezug auf die Segregation ist ausserdem von Bedeutung, da wir in einer Zeit leben, die von tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen in der Raumordnungspolitik und auf dem Wohnungsmarkt gepr\u00e4gt ist. So ging das starke demographische Wachstum der letzten Jahrzehnte insbesondere einher mit einer Zunahme des Ausl\u00e4nderanteils (der inzwischen 25&nbsp;% erreicht hat) und mit einer gr\u00f6sseren Vielfalt, was die soziale und nationale Herkunft der Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder betrifft. Die ausl\u00e4ndische Pr\u00e4senz wird in der Politik nach wie vor heftig debattiert. Eine k\u00fcrzlich vom Bundesamt f\u00fcr Wohnungswesen ver\u00f6ffentlichte Studie zeigt Diskriminierung aufgrund der ethnischen Merkmale von Wohnungsbewerbern (Auer et al. 2019), die f\u00fcr sichtbare Minderheiten zu Schwierigkeiten beim Zugang zu bestimmten Vierteln f\u00fchren k\u00f6nnte, wie Massey, Gross und Shibuya (1994) in den Vereinigten Staaten gezeigt haben. Zudem hat das Bev\u00f6lkerungswachstum in den letzten Jahren zu einer r\u00e4umlichen Neuordnung der Schweiz gef\u00fchrt, mit einer raschen Entwicklung der suburbanen Gebiete. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die Verteilungslogiken der Bev\u00f6lkerungsgruppen zu dokumentieren, um gegebenenfalls problematische Situationen ermitteln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieser Artikel ordnet sich in diesen Kontext ein. Auf Grundlage einer innovativen Methodik pr\u00e4sentiert er einen Segregationsindex, der auf verschiedene in der Schweiz lebende Ausl\u00e4ndergruppen angewendet wird, und der zwischen der ganzen Schweiz einerseits und den einzelnen Kantonen andererseits unterscheidet<a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h2>Daten und Methoden<\/h2>\n<p>Die verwendeten Daten stammen aus der Statistik der Bev\u00f6lkerung (STATPOP) per 31.&nbsp;Dezember&nbsp;2014. Dieses umfassende Register wurde vom Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) zur Verf\u00fcgung gestellt. Es enth\u00e4lt Informationen \u00fcber die Nationalit\u00e4t der einzelnen Personen sowie \u00fcber ihren rechtlichen Wohnsitz. Personen, die in Kollektiv- oder Sammelhaushalten leben, wurden nicht ber\u00fccksichtigt, um die Analyse auf die f\u00fcr den Wohnungsmarkt relevanten Personen zu konzentrieren. F\u00fcr Personen mit Wohnsitz in der Schweiz stellte das BFS auch Informationen \u00fcber den genauen Standort (pro Hektar) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die in Privathaushalten lebende st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung wurde nach ihrer jeweiligen Nationalit\u00e4t unterteilt, wobei sechs Gruppen ber\u00fccksichtigt wurden. Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und die T\u00fcrkei wurden als Nationalit\u00e4ten separat untersucht. Die sechste Gruppe bildeten die Personen aus Nordamerika, das heisst aus Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika<a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Bei der Interpretation der Ergebnisse f\u00fcr die ersten drei Nationalit\u00e4ten ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Personen aus diesen L\u00e4ndern eine gemeinsame Landessprache und geografische N\u00e4he zur Schweiz haben. Diese beiden Elemente spielen eine vorherrschende Rolle bei der territorialen Ansiedlung von Personen aus diesen drei L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Tabelle&nbsp;1 gibt die Personenzahl der einzelnen untersuchten Bev\u00f6lkerungsgruppen sowie zwei Indikatoren an: den Bildungsgrad und das Medianeinkommen, wodurch die Unterschiede in den Profilen der betrachteten Nationalit\u00e4ten verdeutlicht werden. Auch wenn innerhalb jeder ausgew\u00e4hlten Gruppe eine Heterogenit\u00e4t in Bezug auf Ausbildung und Einkommen besteht, sind die vorgestellten Indikatoren f\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse n\u00fctzlich: Mehr als die H\u00e4lfte der Personen aus Deutschland, Frankreich und Nordamerika hat eine Hochschulausbildung und verf\u00fcgt \u00fcber ein Erwerbseinkommen, das mit dem der Schweizer Bev\u00f6lkerung vergleichbar ist. Am anderen Ende der Skala stehen Personen aus Portugal und der T\u00fcrkei mit einem geringen Anteil an Personen mit terti\u00e4rer Bildung und einem eher bescheidenen Erwerbseinkommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2016\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2-1024x503.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2-1024x503.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2-300x147.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2-768x378.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tabelle_1-2.png 1908w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Segregation wird hier mit einem innovativen Index gemessen, dem S-Index von Hennerdal und Nielsen (2017)<a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Durch die Verwendung von geokodierten Daten erm\u00f6glicht dieser Ansatz eine Losl\u00f6sung von Verwaltungsgebieten (z.&nbsp;B. Gemeinden oder Kantone), die zu Messungenauigkeiten in fr\u00fcheren Studien zur Segregation gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Der S-Index basiert auf folgendem Prinzip: F\u00fcr jedes Individuum wird der Anteil einer Interessengruppe der Bev\u00f6lkerung (hier die nationalen Gruppen) an den 10&#8217;000 (kantonale Analysen) bzw. 100&#8217;000 (nationale Analysen) Personen, die einander geografisch am n\u00e4chsten sind, gemessen. Dieser Anteil wird dann mit dem jeweiligen Anteil des Kantons oder der Schweiz insgesamt verglichen. So kann festgestellt werden, ob die untersuchte Gruppe in der Nachbarschaft \u00fcber- oder unterrepr\u00e4sentiert ist<a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>. Die Zusammenstellung dieser Einzelmessungen ergibt einen gewichteten Index zwischen 0 und 1. Dieser Index kann als der Bev\u00f6lkerungsanteil einer bestimmten Nationalit\u00e4t interpretiert werden, der in eine andere Nachbarschaft umgesiedelt werden muss, um eine gleichm\u00e4ssige Verteilung im gesamten Untersuchungsgebiet zu erreichen. Je n\u00e4her der Indexwert bei 0 liegt, umso gleichm\u00e4ssiger ist die Bev\u00f6lkerung der jeweiligen Gruppe verteilt und je n\u00e4her der Indexwert bei 1 liegt, umso st\u00e4rker segregiert ist sie. In unserer Analyse gehen wir davon aus, dass ein Index von mehr als 0,5 f\u00fcr ein westeurop\u00e4isches Land ein hohes Mass an Segregation darstellt. In den Vereinigten Staaten gilt allgemein ein Index von mehr als 0,7 als ein sehr hohes Mass an Segregation (Massey und Denton, 1989). Historisch gesehen verzeichneten einige Gebiete S\u00fcdafrikas w\u00e4hrend der Apartheid Indizes von bis zu 0,95<a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>. Es ist noch zu erg\u00e4nzen, dass der Index zwar Informationen \u00fcber die Verteilung einer Gruppe in einem Gebiet liefert, die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Verteilung aber nicht angegeben werden.<\/p>\n<h2>Die Verteilung von Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern in der Schweiz im Jahr 2014<\/h2>\n<p>Die Migrantinnen und Migranten leben haupts\u00e4chlich in st\u00e4dtischen Gebieten, insbesondere in den Wirtschafts- und Handelszentren. In den Zentren gibt es mehr berufliche M\u00f6glichkeiten, die Arbeitspl\u00e4tze entsprechen eher dem sozio\u00f6konomischen Profil der Migrantinnen und Migranten und die soziale Integration ist oftmals leichter m\u00f6glich (Huissoud et al., 1999). W\u00e4hrend st\u00e4dtische Regionen in der Schweiz einen h\u00f6heren Ausl\u00e4nderanteil aufweisen als l\u00e4ndliche Gebiete, liegen die Regionen mit einem gemischten Profil irgendwo dazwischen. Auf lokaler Ebene beeinflussen jedoch viele andere Faktoren die Anzahl und den Anteil der Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder, wie z.&nbsp;B. die Art der kommunalen Wirtschaft, die eventuelle Pr\u00e4senz von multinationalen Unternehmen oder Privatschulen, der Wohnungsmarkt oder die N\u00e4he der Grenzen.<\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;1 zeigt eine gegl\u00e4ttete Darstellung der r\u00e4umlichen Ansiedlung der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung, ausgedr\u00fcckt f\u00fcr jeden bewohnten Hektar als Prozentsatz der Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder unter den 10&#8217;000 n\u00e4chsten Nachbarn. Dieser Anteil ist in der Gemeinde R\u00f6thenbach im Berner Emmental mit 2,1&nbsp;% am niedrigsten und in der Gemeinde Crissier (bei Lausanne) mit 62,4&nbsp;% am h\u00f6chsten. Die Konzentration von Migrantinnen und Migranten in den grossen st\u00e4dtischen Zentren, wie sie aus dieser Abbildung hervorgeht, geht auch mit einer starken Pr\u00e4senz in Vorstadtgebieten in der N\u00e4he von Wirtschaftszentren einher, wie z.&nbsp;B. an den Ufern des Genfer Sees oder des Z\u00fcrichsees. Weitere Konzentrationsph\u00e4nomene treten in den Alpenregionen von Wallis (in Richtung Verbier oder Zermatt) und Graub\u00fcnden (auf der Achse Maloja \u2013 St. Moritz \u2013 Zuoz) auf, die sich sowohl durch den Wohnsitz wohlhabender Ausl\u00e4nder als auch durch die Pr\u00e4senz ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte im Tourismussektor erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2027 \" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1-1024x634.png\" alt=\"\" width=\"609\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1-1024x634.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1-300x186.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1-768x476.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_1-1.png 1892w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Abbildung 1 wird die Verteilung der Bev\u00f6lkerung dargestellt, nicht aber die Segregation, d. h. das Ausmass der ungleichen Verteilung \u00fcber das Gebiet. Der Grad der Segregation wurde f\u00fcr die verschiedenen Nationalit\u00e4ten in Abbildung 2 berechnet. Sie zeigt in Blau Bereiche an, in denen nationale Gruppen unterrepr\u00e4sentiert sind, und in Rot Bereiche, in denen nationale Gruppen \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind. Das Mass der Segregation wurde ermittelt, indem die entsprechende Nationalit\u00e4t innerhalb der 100&#8217;000 engsten Nachbarn mit ihrem Anteil in der ganzen Schweiz verglichen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Personen aus Frankreich mit einem Index von 0,73 am st\u00e4rksten segregiert sind (Abbildung 2). Dieses hohe Mass an Segregation l\u00e4sst sich dadurch erkl\u00e4ren, dass sich die Franz\u00f6sinnen und Franzosen aus Gr\u00fcnden der sprachlichen, kulturellen und geografischen N\u00e4he vor allem in der Romandie konzentrieren. Da in der Romandie nur etwa ein Viertel der Gesamtbev\u00f6lkerung der Schweiz lebt, konzentriert sich die Mehrheit der Franz\u00f6sinnen und Franzosen auf ein relativ kleines Gebiet. Die einzige Ausnahme bildet die franz\u00f6sischen Pr\u00e4senz in der Region Z\u00fcrich, die wahrscheinlich mit beruflichen Chancen f\u00fcr eine hochqualifizierte Bev\u00f6lkerung in Sektoren mit hoher Wertsch\u00f6pfung verbunden ist.<\/p>\n<p>Mit einem Index von 0,54 ist auch die Segregation bei den Personen aus Portugal relativ hoch. Sie sind aufgrund von Sprachaffinit\u00e4ten in der lateinischen Schweiz sowie in Graub\u00fcnden konzentriert. Die Nordamerikanerinnen und -amerikaner, eine kleine Bev\u00f6lkerungsgruppe in der Schweiz, weisen mit 0,56 ein \u00e4hnliches Niveau auf, jedoch aus einem Grund, der nichts mit sprachlichen oder kulturellen Faktoren zu tun hat. Die Konzentration ist in grossen st\u00e4dtischen Zentren zu beobachten, wo sich Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr nordamerikanische Staatsangeh\u00f6rige bieten, die im Allgemeinen hoch qualifiziert sind. Diese Art der Konzentration deutet auch auf eine geringe Pr\u00e4senz hoch qualifizierter Bev\u00f6lkerungsgruppen ausserhalb der Ballungsgebiete von Grossst\u00e4dten hin.<\/p>\n<p>Nationalit\u00e4ten mit einem mittleren Segregationsgrad sind t\u00fcrkische (mit einem Index von 0,44 und einer Konzentration in der Ostschweiz) und deutsche Staatsangeh\u00f6rige (mit einem Index von 0,42, \u00fcberrepr\u00e4sentiert auf einer Ost-Nordost-Achse). Im Gegenzug dazu weisen die Italienerinnen und Italiener mit 0,27 einen niedrigen Segregationsindex auf makroregionaler Ebene auf und verteilen sich landesweit insgesamt sehr ausgewogen, abgesehen von einigen verst\u00e4rkten Gruppierungen in den Regionen Tessin, Genfersee und der Nordschweiz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2028 \" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2-766x1024.png\" alt=\"\" width=\"618\" height=\"826\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2-766x1024.png 766w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2-224x300.png 224w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2-768x1027.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Abbildung_2.png 782w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Ein kantonales Schema, das sich von den Erkenntnissen auf nationaler Ebene unterscheidet<\/h2>\n<p>Die Resultate ver\u00e4ndern sich, wenn die Segregation auf kantonaler Ebene und mithilfe einer feineren Skala \u2013 auf der Basis der n\u00e4chsten 10&#8217;000 Personen \u2013 gemessen wird (siehe Abbildung 3). In den Diagrammen geben die Farben den Segregationsindex an: von Dunkelblau f\u00fcr die niedrigste Segregation bis Dunkelrot f\u00fcr die h\u00f6chste Segregation. Auf Kantonsebene wird eine bestimmte Nationalit\u00e4t durch ein Quadrat proportional zur Bev\u00f6lkerungszahl repr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Die Verteilung der verschiedenen Nationalit\u00e4ten nach Kantonen ist sehr gegens\u00e4tzlich: Deutsche und franz\u00f6sische Staatsangeh\u00f6rige sind vor allem in den jeweiligen Sprachregionen ans\u00e4ssig. W\u00e4hrend sich Personen aus Portugal vorwiegend in den franz\u00f6sischsprachigen Kantonen aufhalten, sind die T\u00fcrkinnen und T\u00fcrken haupts\u00e4chlich in den deutschsprachigen Kantonen anzutreffen. Personen aus Italien sind haupts\u00e4chlich im Tessin und in Z\u00fcrich ans\u00e4ssig. Was die Personen aus Nordamerika betrifft, so lebt mehr als die H\u00e4lfte von ihnen in den drei Kantonen Z\u00fcrich, Waadt und Genf. Diese Profile lassen sich sowohl durch die sprachliche N\u00e4he als auch durch die beruflichen M\u00f6glichkeiten in den verschiedenen Kantonen erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Abbildung zeigt im Falle der franz\u00f6sischen Staatsangeh\u00f6rigen, dass sich das hohe Mass der Segregation auf nationaler Ebene auf Kantonsebene mit Ausnahme von Z\u00fcrich und Bern nicht best\u00e4tigt. Mit anderen Worten: die Franz\u00f6sinnen und Franzosen sind zwar nicht gleichm\u00e4ssig \u00fcber die ganze Schweiz verteilt, aber sie zeigen im Gegenzug dazu nur eine schwache Konzentration innerhalb der Kantone. Allgemeiner gesagt, weisen deutsche und italienische Staatsangeh\u00f6rige in den meisten Kantonen ein geringes Mass an Segregation auf. Es lassen sich jedoch einige recht hohe Indizes vor allem im Wallis beobachten (mit einem Index von 0,5 f\u00fcr die deutschen und zwischen 0,4 und 0,5 f\u00fcr die italienischen Staatsangeh\u00f6rigen). Diese Segregation l\u00e4sst sich wahrscheinlich durch die Ansiedlung dieser Bev\u00f6lkerungsgruppen in bestimmten touristischen Gemeinden sowie in st\u00e4dtischen Zentren erkl\u00e4ren. Es ist auch zu beobachten, dass die Segregation nicht mit der Bev\u00f6lkerungszahl der Kantone zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Portugiesische und t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige haben einen durchschnittlichen Segregationsindex auf regionaler Ebene, weisen jedoch innerhalb fast aller Kantone hohe Segregationsindizes auf. Diese Bev\u00f6lkerungsgruppen zeichnen sich im Durchschnitt durch ein eher niedriges Bildungsniveau aus (siehe Tabelle&nbsp;1). Diese starke Segregation k\u00f6nnte durch den schwierigen Zugang zum Wohnungsmarkt in bestimmten Stadtvierteln oder wohlhabenden Gemeinden und durch eine Konzentration in Vierteln mit relativ preisg\u00fcnstigem Wohnraum erkl\u00e4rt werden. Es handelt sich demzufolge um eine Segregation, die mit der sozialen Schicht zusammenh\u00e4ngt. Das hohe Mass an Segregation, das bei nordamerikanischen Staatsangeh\u00f6rigen zu beobachten ist, entspricht einer entgegengesetzten Logik. Die in der Schweiz lebenden Nordamerikanerinnen und Nordamerikaner bilden eine hoch qualifizierte Bev\u00f6lkerungsgruppe mit einem relativ hohen Durchschnittseinkommen und sind h\u00e4ufig in den Wirtschaftszentren pr\u00e4sent, in denen sich die Hauptsitze multinationaler Unternehmen befinden, zum Beispiel in der Genferseeregion, in Z\u00fcrich oder in Basel-Stadt. Diese Gruppe hat Zugang zu teureren Wohnungen in unmittelbarer N\u00e4he ihrer wirtschaftlichen T\u00e4tigkeit in den dynamischsten st\u00e4dtischen Zentren.<\/p>\n<p>Neben dem Wallis zeichnet sich auch der Kanton Bern durch eine generell hohe Segregation aus, unabh\u00e4ngig von der Nationalit\u00e4t. Dies erkl\u00e4rt sich durch die Attraktivit\u00e4t der Stadt Bern und des Bezirks Biel, aber auch durch bestimmte Tourismusgemeinden mit einem hohen Ausl\u00e4nderanteil, wie z.&nbsp;B. die Region Interlaken. Deren Situation kontrastiert mit dem geringen Ausl\u00e4nderanteil in anderen, eher peripheren Regionen des Kantons Bern wie dem Emmental oder dem Bezirk Thun steht. Die Kantone Genf, Waadt und das Tessin weisen im Allgemeinen niedrige Segregationsindizes auf. F\u00fcr diese Kantone k\u00f6nnen der hohe Ausl\u00e4nderanteil und eine soziale Durchmischung das niedrige Niveau der kantonalen Segregation erkl\u00e4ren, da die Segregation spezifisch eine kleine Anzahl hoch qualifizierter Gruppen (wie z.&nbsp;B. Nordamerikanische Personen) betrifft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2029 \" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29-751x1024.png\" alt=\"\" width=\"616\" height=\"839\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29-751x1024.png 751w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29-220x300.png 220w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29-768x1047.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Capture-d\u2019\u00e9cran-2020-06-15-\u00e0-17.20.29.png 788w\" sizes=\"auto, (max-width: 616px) 100vw, 616px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen: Erkenntnisse f\u00fcr die Migrationspolitik<\/h2>\n<p>Unsere Analysen zeigen erstens, dass der Grad der Segregation gr\u00f6sser ist, wenn er auf nationaler und nicht auf lokaler Ebene berechnet wird. Es gibt also eine gr\u00f6ssere r\u00e4umliche Differenzierung zwischen Regionen des Landes als zwischen Gebieten innerhalb derselben Region. Dieses Ergebnis h\u00e4ngt mit den Besonderheiten der Schweiz zusammen, deren Territorium vier Sprachregionen, flache und gebirgige Gebiete, eine Mischung aus l\u00e4ndlichen und st\u00e4dtischen Gemeinden und relativ vielf\u00e4ltige wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten umfasst. Diese Vielfalt lenkt die unterschiedlichen Nationalit\u00e4ten in bestimmte Kantone, was zu einem relativ hohen Grad an Segregation f\u00fchrt. Die Tatsache, dass die Indizes auf kantonaler Ebene abnehmen, deutet darauf hin, dass die Segregation nicht so hoch ist, wenn homogenere Gebiete ber\u00fccksichtigt werden. Zudem l\u00e4sst das Fehlen einer systematischen Beziehung zwischen dem sozio\u00f6konomischen Niveau der Ausl\u00e4ndergruppen und dem Grad der Segregation darauf schliessen, dass in der Schweiz ein Mix besteht, was Herkunft und soziale Schicht betrifft. Diese Ergebnisse widerlegen zwar nicht die Hypothese diskriminierender Praktiken auf der Ebene von Wohnungen, Geb\u00e4uden oder Stadtvierteln, legen aber nahe, dass solche Praktiken nicht zu einer systematischen Segregation f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die kantons- und l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Analysen zeigen jedoch, dass die Segregation in den beiden Gruppen am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt ist, die hinsichtlich der sozialen und finanziellen Ressourcen an den Extrempunkten liegen: die Staatsangeh\u00f6rigen aus der T\u00fcrkei und Nordamerika, und zwar in praktisch allen Kantonen. Die Nordamerikanerinnen und -amerikaner scheinen sich freiwillig auf die Wirtschaftszentren zu konzentrieren, in denen die lukrativsten beruflichen M\u00f6glichkeiten zu finden sind. In Bezug auf die Migrantinnen und Migranten aus der T\u00fcrkei kann man sich fragen, ob es Netzwerkeffekte gibt, die m\u00f6glicherweise neue Mitglieder dazu bringen, sich in der unmittelbaren Umgebung der Diaspora anzusiedeln. Diese Ergebnisse werfen auch Fragen zu m\u00f6glichen diskriminierenden Praktiken auf dem Wohnungsmarkt auf, die f\u00fcr bestimmte Minderheiten spezifisch sind.<\/p>\n<p>Dieser Artikel zeigt auch aus methodologischer Sicht, dass sich die Messung der beobachteten Segregation zwischen der kantonalen und der nationalen Ebene erheblich unterscheidet. Die Schlussfolgerungen, die aus den Ergebnissen gezogen werden k\u00f6nnen, sind daher je nach gew\u00e4hlter Messskala sehr unterschiedlich.<\/p>\n<p>Aus migrationspolitischer Sicht wird die Frage der r\u00e4umlichen Verteilung von Migrantengruppen in der Regel ausgeklammert, mit Ausnahme der bundesstaatlichen Verteilungspraxis f\u00fcr Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Diese Frage sollte jedoch eher auf regionaler oder gar lokaler als auf nationaler Ebene behandelt werden, da sich auf diesen Ebenen die konkreten Fragen im Zusammenhang mit der Bildung gemischter oder selektiver Stadtviertel stellen. In dieser Hinsicht weist unsere Studie den Weg zu einer genaueren Analyse der Konzentrationssituationen, insbesondere in den Kantonen Wallis und Bern. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob die beobachteten Konzentrationen auf die wirtschaftlichen und r\u00e4umlichen Gegebenheiten der Kantone zur\u00fcckzuf\u00fchren sind oder ob sie das Ergebnis diskriminierender Praktiken sind.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Umfassendere Informationen \u00fcber methodologische Aspekte, intrakantonale Segregation und die Entwicklung der Segregationsindizes \u00fcber einen Zeitraum von einem Vierteljahrhundert finden sich in einem Forschungsbericht, der im Rahmen der Aktivit\u00e4ten des nccr \u2013 on the move (Zufferey, 2019) erstellt wurde.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Weitere Ergebnisse f\u00fcr andere Regionen der Welt sind in Zufferey (2019) verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Die Standortanalysen wurden mit einer spezifischen Software (<em>equipop<\/em>, vgl. \u00d6sth, 2012) durchgef\u00fchrt, der Rest der Analysen wurde mit R Software erstellt (R Core Team 2017).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> In diesem Ansatz wird die Distanz zwischen einer Person und ihren Nachbarn ber\u00fccksichtigt und es werden Nachbarn eingeschlossen, die m\u00f6glicherweise in anderen Kantonen wohnen. F\u00fcr die Analyse, die f\u00fcr die Schweiz als Ganzes durchgef\u00fchrt wird, werden jedoch nicht die in anderen L\u00e4ndern ans\u00e4ssigen Nachbarn ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/C67C614D-660C-49B3-AE83-3DBEC197561F#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Duncans Dissimilarit\u00e4tsindex, zitiert von Christopher (1992).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung In den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern besch\u00e4ftigen sich zwar oftmals die Verantwortlichen der Migrationspolitik mit der Ansiedlung ausl\u00e4ndischer Bev\u00f6lkerungsgruppen oder ethnischer Minderheiten, aber das Thema wurde bislang kaum in Studien untersucht. Dies steht im Gegensatz zu Nordamerika, wo Segregationsmuster (manchmal auch als Differenzierung oder Konzentration bezeichnet) Gegenstand zahlreicher Publikationen sind. In der Schweiz ist die r\u00e4umliche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2008","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-inegalite"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2008"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4054,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2008\/revisions\/4054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}