{"id":2097,"date":"2020-10-12T15:01:15","date_gmt":"2020-10-12T13:01:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2097"},"modified":"2022-12-19T17:01:35","modified_gmt":"2022-12-19T15:01:35","slug":"die-entwicklung-der-berufswunsche-von-jungen-frauen-und-mannern-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2097","title":{"rendered":"Die Entwicklung der Berufsw\u00fcnsche von jungen Frauen und M\u00e4nnern in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Die Entwicklung beruflicher Aspirationen und Ziele ist eine wichtige Aufgabe im Jugendalter. Jugendliche mit klaren beruflichen Zielen k\u00f6nnen sich leichter f\u00fcr eine bestimmte Ausbildung entscheiden und sie sind motivierter, diese erfolgreich abzuschliessen. Berufliche Aspirationen geh\u00f6ren zudem zu den wichtigsten Bestimmungsgr\u00fcnden f\u00fcr den sp\u00e4ter erreichten Berufsstatus.<\/p>\n<p>Berufliche Aspirationen k\u00f6nnen nach inhaltlichen Merkmalen wie der Art der gew\u00fcnschten T\u00e4tigkeit definiert werden \u2013 oder nach Aspekten des sozialen Status und der Verdienstm\u00f6glichkeiten, die ein Beruf bietet. Unser Beitrag konzentriert sich auf die zweite Dimension und untersucht den Berufsstatus der Wunschberufe von Jugendlichen. Er bezieht sich auf die soziale Wertsch\u00e4tzung die einem Beruf entgegengebracht wird und ist eng mit der sozialen Position der Berufsaus\u00fcbenden verkn\u00fcpft. Berufe mit hohem Status sind prestigereich, gut bezahlt und f\u00fchren zu gesellschaftlichem Einfluss, w\u00e4hrend Berufe mit tiefem sozialem Status und geringem Prestige mit sozialer Benachteiligung verkn\u00fcpft sind (Weeden 2002).<\/p>\n<p>Der vorliegende Artikel untersucht, wie sich die Wunschberufe und deren sozio-\u00f6konomischer Status der Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren entwickeln und welche Faktoren sie beeinflussen. Im Besonderen interessiert, welche Rolle die Schul- und Ausbildungslaufbahn f\u00fcr die Entwicklung beruflicher Aspirationen spielt (siehe Basler &amp; Kriesi 2019). Diese Frage ist f\u00fcr die Schweiz besonders relevant, weil das Bildungssystem ab der Sekundarstufe sehr stark differenziert und stratifiziert ist (Buchmann et al. 2016). Sowohl die Sekundarstufe I als auch die Sekundarstufe II sind in verschiedene Ausbildungstypen unterteilt, die sich nach dem Anforderungsniveau und den schulischen Anschlussm\u00f6glichkeiten unterscheiden. Die Kinder werden in den meisten Kantonen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren einem Sekundarschultyp zugeteilt, der ihre weitere Bildungslaufbahn pr\u00e4gt. In der nachobligatorischen Sekundarstufe II treten die Jugendlichen entweder in eine allgemeinbildende Ausbildung oder in eine berufliche Grundbildung ein, die in \u00fcber 200 Ausbildungsberufe unterteilt ist und sich nach dem Anforderungsniveau unterscheidet. Es ist naheliegend, dass die Platzierung innerhalb des Ausbildungssystems und die Entwicklung beruflicher Aspirationen eng miteinander verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<h2>Die Literatur zur Entwicklung beruflicher Aspirationen<\/h2>\n<p>Die Berufsw\u00fcnsche von Jugendlichen in der Schweiz sind schon \u00f6fters untersucht worden, wobei die meisten Studien auf einer Momentaufnahme beruhen und sich auf ein bestimmtes Alter oder ein Schuljahr beziehen. So haben eine Reihe von Studien gezeigt, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen einen geschlechtstypischen Beruf w\u00fcnscht (Becker &amp; Glauser 2015; Buchmann &amp; Kriesi, 2012; Gianettoni 2015; Guilley et al. 2019). Dar\u00fcber hinaus werden die Berufsw\u00fcnsche von Interessen, Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen, dem Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten, Werten und dem besuchten Sekundarschultyp beeinflusst (Herzog, Neuenschwander &amp; Wannack 2006; Hirschi 2010). Die wenigen Studien, welche die Entwicklung von Aspirationen untersuchen, beziehen sich auf L\u00e4nder wie die USA oder Grossbritannien, die ein anderes Schulsystem aufweisen als die Schweiz. In diesen L\u00e4ndern haben Jugendliche oft hohe berufliche Aspirationen, die \u00fcber die Zeit entweder recht stabil bleiben oder von einem Teil der Jugendlichen bez\u00fcglich des angestrebten Berufsstatus gesenkt werden (Furlong &amp; Biggart 1999; Lee &amp; Rojewski 2009; Shapka, Domene &amp; Keating 2006). F\u00fcr die Schweiz und Deutschland ist bekannt, dass Jugendliche ihre beruflichen Aspirationen bis zum Alter von etwa 15 Jahren den M\u00f6glichkeiten angepasst haben, die ihnen aufgrund des Anforderungsniveaus des besuchten Sekundarschultyps offen stehen (Heckhausen &amp; Tomasik 2002; Hirschi 2010; Hirschi &amp; Vondracek 2009; Tomasik, Hardy, Haase &amp; Heckhausen 2009). Noch kaum untersucht ist hingegen, wie sich die beruflichen Aspirationen von Jugendlichen nach dem Eintritt in die Sekundarschule weiterentwickeln und welche Rolle die nachobligatorische Ausbildung auf Sekundarstufe II und damit die Platzierung innerhalb der Berufsbildung oder in einer Mittelschule spielt.<\/p>\n<p>Aus einer soziologischen Perspektive h\u00e4ngt die H\u00f6he beruflicher Aspirationen von der sozialen Herkunft und von den Schulleistungen der Jugendlichen ab. Sozio-\u00f6konomisch gut gestellte Eltern, die in der Regel auch hohe Bildungsabschl\u00fcsse haben, k\u00f6nnen ihre Kinder schulisch besser unterst\u00fctzen und w\u00fcnschen sich f\u00fcr ihre Kinder anspruchsvollere Schulabschl\u00fcsse und statush\u00f6here Berufe als sozio-\u00f6konomisch schlechter gestellte Eltern. Folglich erbringen Kinder aus gut gestellten Elternh\u00e4usern im Durchschnitt bessere Schulleistungen, besuchen anspruchsvollere Schultypen und entwickeln h\u00f6here Aspirationen (Kriesi &amp; Leemann 2020).<\/p>\n<p>Im Schweizerischen Bildungssystem kommt dem Sekundarschultyp besondere Bedeutung zu. Kinder werden schon fr\u00fch verschiedenen Leistungsniveaus zugeteilt. Das Leistungsniveau des besuchten Sekundarschultyps beeinflusst sowohl die Zugangschancen zum Gymnasium als auch die Auswahl an Ausbildungsberufen, die f\u00fcr Jugendliche in der beruflichen Grundbildung zug\u00e4nglich sind. Die gew\u00e4hlte berufliche Grundbildung, Fachmittelschule oder gymnasiale Mittelschule bestimmen wiederum, welche weiterf\u00fchrenden Ausbildungen und Berufe problemlos erreichbar sind (Buchmann et al. 2016). Jugendliche nehmen wahr, welche sozialen Rollen und Positionen mit der Platzierung im Bildungssystem einhergehen und welche M\u00f6glichkeiten ihnen offenstehen. Folglich passen sie ihre beruflichen Aspirationen den wahrgenommenen M\u00f6glichkeiten an (Heckhausen &amp; Buchmann 2018). Gleichzeitig sind sie aber auch aufgefordert, ihre beruflichen Ziele innerhalb der Optionen, die als realistisch definiert werden, m\u00f6glichst hoch zu stecken und den erreichbaren sozialen Status zu optimieren (Tomasik et al. 2009).<\/p>\n<p>Die Entwicklung beruflicher Ziele ist ein dynamischer Prozess, und Wunschberufe k\u00f6nnen sich \u00fcber die Zeit ver\u00e4ndern. Heckhausen (2002) postuliert, dass sich der Prozess der beruflichen Zielsetzung vor und nach wichtigen \u00dcberg\u00e4ngen im Ausbildungsverlauf unterscheidet. Vor einem \u00dcbergang, beispielsweise in die Berufslehre oder Mittelschule, stecken Jugendliche ihre beruflichen Ziele innerhalb der als erreichbar wahrgenommenen Optionen m\u00f6glichst hoch. Wurde der \u00dcbergang nicht erfolgreich gemeistert \u2013 beispielsweise, weil Jugendliche keine Lehrstelle im Wunschberuf gefunden haben \u2013 werden Kompromisse gemacht und die Aspirationen gesenkt. Erfolgreiche \u00dcberg\u00e4nge st\u00e4rken hingegen die Handlungsressourcen Jugendlicher und ver\u00e4ndern ihren sozialen Erfahrungsraum (Tomasik et al. 2009). Dies schafft g\u00fcnstige Voraussetzungen, um die beruflichen Statusw\u00fcnsche beizubehalten oder sogar zu erh\u00f6hen. Davon d\u00fcrften vor allem Jugendliche profitieren, die einen Sekundarschultyp mit Grundanforderungen und eine Berufslehre mit eher tiefem oder mittlerem Anforderungsniveau absolviert haben. Der Kontakt mit der Arbeitswelt und ein erfolgreicher Ausbildungsabschluss erweitern die Perspektive und r\u00fccken die beruflichen M\u00f6glichkeiten ins Bewusstsein, welche oft auch an die Absolvierung einer weiteren Ausbildung auf Terti\u00e4rstufe gekn\u00fcpft sind (Basler &amp; Kriesi 2019).<\/p>\n<h2>Daten und Analysemethode<\/h2>\n<p>Wir verwenden Daten des Kinder- und Jugendsurvey COCON<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>. Diese interdisziplin\u00e4re L\u00e4ngsschnittstudie untersucht die sozialen Bedingungen, die psychosoziale Entwicklung und die Bildungsverl\u00e4ufe von Kindern und Jugendlichen aus einer Lebenslaufperspektive. Sie ist repr\u00e4sentativ f\u00fcr die deutsch- und franz\u00f6sischsprachige Schweiz und umfasst drei Kohorten, die 1984\/85, 1990\/91 und 1999\/2000 geboren wurden. Neben den Kindern und Jugendlichen selber sind auch die Eltern und Lehrpersonen befragt worden.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Analysen haben wir die Daten der Jugendlichen benutzt, die zwischen September 1990 und April 1991 geboren wurden. Sie wurden im Jahr 2006 im Alter von 15 Jahren vor Abschluss der obligatorischen Schule das erste Mal anhand von pers\u00f6nlichen Interviews befragt. Die Folgebefragungen haben in den Jahren 2007, 2009 und 2012 stattgefunden, als die Jugendlichen 16, 18 und 21 Jahre alt waren. F\u00fcr die Analysen st\u00fctzen wir uns auf 1011 Jugendliche, die bis zum Alter von 18 Jahren mit einer nachobligatorischen Ausbildung begonnen und f\u00fcr die wir Informationen zum Wunschberuf haben. In jeder Befragungswelle sind die Jugendlichen gefragt worden, welchen Beruf sie erlernen w\u00fcrden, wenn sie frei w\u00e4hlen k\u00f6nnten. Die Berufsnennungen sind nach der Schweizer Berufsnomenklatur 2000 des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (SBN 2000) codiert worden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bestimmung des sozialen Status der Berufsw\u00fcnsche st\u00fctzen wir uns auf den sozio-\u00f6konomischen Berufsstatusindex ISEI (Ganzeboom, De Graaf &amp; Treiman 1992). Der Index verortet die Berufe auf einem Kontinuum zwischen 16 und 90 Punkten, wobei Berufe mit tiefem Status \u2013 beispielsweise Erntehelfer \u2013\u00a0 eine geringe Punktzahl und solche mit hohem sozialem Status \u2013 beispielsweise \u00c4rzte \u2013 eine hohe Punktezahl erhalten. Die Verortung eines Berufes auf diesem Kontinuum h\u00e4ngt von der H\u00f6he der ben\u00f6tigten Ausbildung und vom Einkommen ab, das in diesem Beruf erzielt werden kann.<\/p>\n<p>Um die Frage zu beantworten, ob die Entwicklung beruflicher Aspirationen mit der Schul- und Ausbildungslaufbahn sowie anderen m\u00f6glichen Einflussgr\u00f6ssen zusammenh\u00e4ngt, haben wir lineare Mehrebenenmodelle mit Messwiederholung gesch\u00e4tzt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Seitens der m\u00f6glichen Einflussgr\u00f6ssen stehen der besuchte Sekundarschultyp und Typ der nachobligatorischen Ausbildung im Zentrum. Wir unterscheiden zwischen Sekundarschultypen mit umfassenden Anforderungen (bspw. Langzeitgymnasium, Progymnasium), erweiterten Anforderungen (bspw. Typ E), Grundanforderungen (bspw. Typ C, Oberschule) sowie dem ungegliederten Typ, welcher nicht nach Leistungsniveaus unterscheidet (bspw. cycle d\u2019orientation).<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Bei der ersten nach-obligatorischen Ausbildung unterscheiden wir zwischen beruflichen Grundbildungen (BGB) mit tiefem oder mittlerem intellektuellem Anforderungsniveau (siehe Stalder 2011, Niveaus 1-4), beruflichen Grundbildungen mit hohem intellektuellem Anforderungsniveau (Stalder 2011, Niveaus 5-6), der Fachmittelschule sowie dem Gymnasium.<\/p>\n<p>Im Weiteren kontrollieren die Modelle den Bildungsstand der Eltern (mindestens ein Elternteil Terti\u00e4rausbildung ja\/nein), die Schulleistungen am Ende der Sekundarschule (Durchschnitt der Mathematik und Deutsch- bzw. Franz\u00f6sischnote), die kognitiven Grundf\u00e4higkeiten, das Geschlecht, den Migrationshintergrund und den Erwerbsstatus im Alter von 21 Jahren.<\/p>\n<h2>Wunschberufe im Alter von 15 und 21 Jahren<\/h2>\n<p>Abbildung 1 stellt die zehn h\u00e4ufigsten Wunschberufe junger Frauen und M\u00e4nner und den Berufsstatus im Alter von 15 und 21 Jahren dar. Junge Frauen wollen am Ende der obligatorischen Schulzeit am liebsten kaufm\u00e4nnische Angestellte werden. Danach folgen die Berufe \u00c4rztin, Kleinkindererzieherin, Fachfrau Gesundheit, Primarlehrerin, Kinderg\u00e4rtnerin, Rechtsanw\u00e4ltin, Detailhandelsangestellte, Modedesignerin und Tier\u00e4rztin. Obwohl sich die Reihenfolge dieser zehn Berufe sp\u00e4ter \u00e4ndert, geh\u00f6ren sieben davon auch im Alter von 21 Jahren zu den bevorzugten Berufen junger Frauen. Neu kommen mit 21 Jahren Physiotherapeutin, Polizistin und Innenarchitektin dazu. Kaufm\u00e4nnische Angestellte, Detailhandelsangestellte und Tier\u00e4rztin verschwinden hingegen aus den Top Ten.<\/p>\n<p>Junge M\u00e4nner wollen mit 15 Jahren am h\u00e4ufigsten Informatiker, Profisportler, Automechaniker, kaufm\u00e4nnischer Angestellter oder Rechtsanwalt werden. Auch Koch, Architekt, Elektromonteur, Schreiner oder Pilot stehen hoch im Kurs. Sechs Jahre sp\u00e4ter haben sich die h\u00e4ufigsten Aspirationen ver\u00e4ndert und erh\u00f6ht. Anstatt der eher statustiefen Lehrberufe w\u00fcnschen sich junge M\u00e4nner nun h\u00e4ufiger die prestigereicheren Berufe Manager, Primarlehrer, Ingenieur, Polizist, Sportlehrer oder Arzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2107\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1-900x1024.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"767\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1-900x1024.png 900w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1-264x300.png 264w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1-768x874.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_1.png 1236w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dass sich Jugendliche, und vor allem junge M\u00e4nner, mit 21 Jahren eher statush\u00f6here Berufe w\u00fcnschen als mit 15 Jahren, macht auch Abbildung 2 deutlich. Sie zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen sozialen Status der Wunschberufe f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner. Junge M\u00e4nner haben ab etwa 18 Jahren deutlich h\u00f6here Berufsaspirationen als junge Frauen (+ 3.4 Punkte). Im Alter von 15 Jahren war dieser Unterschied noch weniger ausgepr\u00e4gt, obwohl der durchschnittliche Status der Wunschberufe junger Frauen schon in diesem Alter mit 1.75 Punkten unter demjenigen gleichaltriger Knaben lag.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2108\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2-1024x617.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"406\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2-1024x617.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2-300x181.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2-768x463.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_2.png 1232w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Art der nachobligatorischen Ausbildung ist entscheidend<\/h2>\n<p>Die Entwicklung beruflicher Statusaspirationen ist eng mit der Art der postobligatorischen Ausbildung verkn\u00fcpft, wie Abbildung 3 verdeutlicht. Jugendliche, die nach der obligatorischen Schule in eine berufliche Grundbildung mit tiefem oder mittlerem Anforderungsniveau eintreten, w\u00fcnschen sich w\u00e4hrend der ganzen Beobachtungsphase Berufe mit deutlich tieferem sozialem Status als Jugendliche, die das Gymnasium absolvieren. Wechseln Jugendliche nach dem Eintritt in der Sekundarstufe II in einen Ausbildungstyp mit tieferen Anforderungen \u2013 beispielsweise vom Gymnasium in eine Berufslehre \u2013 passen sie ihre Berufsw\u00fcnsche an und senken die Aspirationen.<\/p>\n<p>Die Aspirationsunterschiede verringern sich zwischen den drei Ausbildungsgruppen mit zunehmendem Alter. Mit 15 Jahren betrug der durchschnittliche Unterschied zwischen angehenden Gymnasiastinnen und Gymnasiasten einerseits und Berufssch\u00fclerinnen und \u2013sch\u00fclern in Ausbildungen mit tiefem\/mittlerem Anforderungsniveau andererseits 18 Statuspunkte. Sechs Jahre sp\u00e4ter hat sich der Unterschied auf 12 Punkte verkleinert. Dies h\u00e4ngt damit zusammen, dass Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ihre Statusaspirationen im Durchschnitt leicht senken, w\u00e4hrend Absolvierende, die eine Berufsausbildung begonnen haben \u2013 und besonders junge M\u00e4nner aus Lehrberufen mit tiefen und mittleren Anforderungen \u2013 ihre beruflichen Ziele deutlich erh\u00f6hen. Ein m\u00f6glicher Grund f\u00fcr diese unterschiedliche Entwicklung besteht darin, dass Gymnasiastinnen und Gymnasiasten erst mit etwa 18 Jahren berufliche Ausbildungsentscheide f\u00e4llen m\u00fcssen und deshalb in diesem Alter realistischer werden. Lernende in beruflichen Grundbildungen sammeln nach dem Eintritt in die Berufsausbildung wertvolle Erfahrung und erweitern ihr Wissen \u00fcber weitere Ausbildungsm\u00f6glichkeiten, die mit ihrer Berufsausbildung gut zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2144\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3-1024x662.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3-1024x662.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3-300x194.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3-768x497.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_3-3.png 1058w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abbildungen 4 und 5 illustrieren die Entwicklung der Statusaspirationen anhand der f\u00fcnf h\u00e4ufigsten Wunschberufe von jungen Frauen und M\u00e4nnern mit unterschiedlichen Ausbildungstypen. Langzeitgymnasiastinnen und angehende Kurzzeitgymnasiastinnen m\u00f6chten im Alter von 15 am h\u00e4ufigsten \u00c4rztin oder Tier\u00e4rztin, Rechtsanw\u00e4ltin, Primarlehrerin oder Physiotherapeutin werden. Sechs Jahre sp\u00e4ter geh\u00f6ren Physiotherapeutin und Tier\u00e4rztin nicht mehr zu den f\u00fcnf h\u00e4ufigsten Wunschberufen, daf\u00fcr kommen die statushohen Berufe Apothekerin und Psychologin dazu.<\/p>\n<p>Junge Frauen, die in eine anforderungsreiche Berufsausbildung oder eine Fachmittelschule \u00fcbertreten, haben etwas statustiefere Berufsw\u00fcnsche als angehende Gymnasiastinnen. Sie geben als h\u00e4ufigste Wunschberufe kaufm\u00e4nnische Angestellte, Kinderg\u00e4rtnerin, Modedesignerin, Primarlehrerin und Fachfrau Gesundheit an. Sechs Jahre sp\u00e4ter kommen \u00c4rztin und Sozialarbeiterin dazu.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerinnen, die eine berufliche Grundbildung mit tiefen oder mittleren Anforderungen beginnen, haben deutlich tiefere Statusaspirationen als die beiden anderen Gruppen. Sie nennen als Wunschziele Fachfrau Gesundheit, Detailhandelsangestellte, Kleinkindererzieherin, medizinische Praxisassistentin oder Floristin. Sechs Jahre sp\u00e4ter dominieren neben den eher statustiefen Berufen Coiffeuse, Kosmetikerin und Fachfrau Gesundheit die statush\u00f6heren Wunschberufe Polizistin und \u00c4rztin.<\/p>\n<p>Bei den M\u00e4nnern w\u00fcnschen sich angehende Maturanden unabh\u00e4ngig von ihrem Alter eher statushohe Berufe, die mehrheitlich eine Matura erfordern. Mit 15 Jahren geh\u00f6ren Profisportler, Rechtsanwalt, Architekt, Informatiker oder Ingenieur zu den bevorzugten Berufen. Im Alter von 21 Jahren wird die Liste von den Berufen Pilot, Arzt und Musiker angef\u00fchrt (siehe Abbildung 5). Junge M\u00e4nner, die in eine berufliche Grundbildung mit hohen Anforderungen eintreten, streben neben dem Beruf des Informatikers etwas statush\u00f6here Lehrberufe wie kaufm\u00e4nnischer Angestellter, Chemielaborant oder Hochbauzeichner an. Sechs Jahre sp\u00e4ter stecken sie ihre Ziele deutlich h\u00f6her und m\u00f6chten, \u00e4hnlich wie die Gymnasiasten, h\u00e4ufig Pilot oder Architekt werden. Auch Informatiker oder Industriedesigner wird oft gew\u00fcnscht. Junge M\u00e4nner, die in eine berufliche Grundbildung mit tiefen oder mittleren Anforderungen eintreten werden, m\u00f6chten mit 15 Jahren am h\u00e4ufigsten Informatiker werden oder einen eher statustiefen Handwerksberuf ergreifen. Mit 21 Jahren w\u00fcnschen sie sich Berufe mit deutlich h\u00f6herem Status, wie beispielsweise Pilot, Polizist, Profisportler, Techniker oder Manager.<\/p>\n<p>Neben dem Geschlecht und dem Ausbildungstyp der Sekundarstufe II spielen auch Schulleistungen, das Anforderungsniveau des Sekundarschultyps und die soziale Herkunft eine Rolle f\u00fcr Statusaspirationen. Jugendliche, die in der Sekundarschule gute Noten hatten und ein Schulniveau mit hohen Anforderungen besucht haben, w\u00fcnschen sich unabh\u00e4ngig vom weiteren Bildungsverlauf statush\u00f6here Berufe als Jugendliche mit schlechteren Noten und aus Sekundarschultypen mit geringeren Anforderungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2123\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4-813x1024.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"849\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4-813x1024.png 813w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4-238x300.png 238w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4-768x967.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_4.png 1132w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2124\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5-817x1024.png\" alt=\"\" width=\"674\" height=\"845\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5-817x1024.png 817w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5-239x300.png 239w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5-768x963.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Abb_5.png 1142w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch die soziale Herkunft in Form der elterlichen Bildung ist pr\u00e4gend. Jugendliche, deren Eltern \u00fcber einen terti\u00e4ren Bildungsabschluss verf\u00fcgen, w\u00fcnschen sich \u2013 auch bei vergleichbarem Schultyp und vergleichbaren Schulleistungen \u2013 Berufe mit etwas h\u00f6herem Status als Jugendliche, deren Eltern h\u00f6chstens die Sekundarstufe II abgeschlossen haben. Eine hohe Bildung der Eltern f\u00fchrt also dazu, dass sich die Jugendlichen h\u00f6here berufliche Ziele setzen.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse, dass die beruflichen Statusaspirationen Jugendlicher stark mit der Schullaufbahn und dem Geschlecht zusammenh\u00e4ngen. Junge Frauen stecken ihre beruflichen Ziele weniger hoch als junge M\u00e4nner. Dies d\u00fcrfte dazu beitragen, dass junge Frauen \u2013 trotz gr\u00f6sserem Schulerfolg \u2013 im Arbeitsmarkt schnell ins Hintertreffen geraten und von ihren gleichaltrigen Kollegen bez\u00fcglich der Berufsposition und dem Einkommen \u00fcberfl\u00fcgelt werden (Bertschy 2016; Combet &amp; Oesch 2019; Gr\u00f8nning, Kriesi &amp; Sacchi 2020).<\/p>\n<p>Bedeutend ist zudem der Befund, wonach die Einteilung in einen Sekundarschultyp mit eher tiefem Leistungsniveau und der Eintritt in eine berufliche Grundbildung mit tiefen oder mittleren Anforderungen mit viel bescheideneren Statusaspirationen einhergehen als die Einteilung in einen Sekundarschultyp mit hohem Leistungsniveau und der Eintritt ins Gymnasium. Das bedeutet mit anderen Worten, dass Jugendliche ihre beruflichen Ziele schon fr\u00fch den M\u00f6glichkeiten anpassen, die sie aufgrund ihrer Schullaufbahn als erreichbar wahrnehmen. Denkbar w\u00e4re auch, dass berufliche Aspirationen die Wahl des Sekundarschultyps beeinflussen. Wir erachten dies aber als wenig wahrscheinlich. Die Einteilung in die Sekundarstufe I erfolgt in den meisten Kantonen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren und wird stark von den Schulnoten gesteuert (Buchmann et al. 2016). In diesem Alter sind die Berufsw\u00fcnsche von Kindern noch vage und wenig realit\u00e4tsbezogen. Plausibel ist hingegen die Interpretation, wonach Jugendliche, die in Ausbildungstypen mit tiefen schulischen Anforderungen eingeteilt werden, die zug\u00e4nglichen statustiefen Ausbildungsberufe als Referenzpunkt f\u00fcr die Entwicklung der beruflichen Ziele nutzen. Erst der erfolgreiche Eintritt in eine Berufsausbildung und die damit verkn\u00fcpften neuen Erfahrungen erm\u00f6glichen es den Jugendlichen, ihre beruflichen Ziele neu zu definieren und deutlich h\u00f6herzustecken. Ob diese erreicht werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt von der Durchl\u00e4ssigkeit des Bildungssystems ab.<\/p>\n<p>Die Schaffung der Berufsmaturit\u00e4t und der Fachhochschulen in den 1990er Jahren hat die vertikale Durchl\u00e4ssigkeit von der Berufsbildung in die Hochschulen deutlich verbessert. Die H\u00fcrden an die Hochschulen, aber auch in die h\u00f6here Berufsbildung, sind f\u00fcr einen Teil der Lernenden im Berufsbildungssystem aber immer noch betr\u00e4chtlich (Kriesi &amp; Leemann 2020; Trede et al. 2020; Sander &amp; Kriesi in Druck). Dies l\u00e4sst vermuten, dass ein Teil der Jugendlichen aufgrund institutioneller Barrieren wenig M\u00f6glichkeiten hat, ihre im Laufe der Erstausbildung gestiegenen beruflichen Aspirationen zu verwirklichen. Ein Abbau dieser Barrieren k\u00f6nnte deshalb dazu beitragen, die vom Bildungssystem gef\u00f6rderte fr\u00fche Selbstbeschr\u00e4nkung der Jugendlichen abzumildern und Richtungs\u00e4nderungen in der Bildungs- und Berufslaufbahn zu vereinfachen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Siehe <a href=\"https:\/\/www.jacobscenter.uzh.ch\/de\/research\/cocon.html\">https:\/\/www.jacobscenter.uzh.ch\/de\/research\/cocon.html<\/a> (letzter Zugriff am 5. Juni 2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 Dieses regressionsanalytische Vorgehen erm\u00f6glich es, Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Zeit zu untersuchen. Zudem k\u00f6nnen wir mit dieser Methode die Bedeutung verschiedener Einflussgr\u00f6ssen gleichzeitig bestimmen. Die Modelle ber\u00fccksichtigen die Befragungswelle auf der ersten und die befragten Jugendlichen auf der zweiten Ebene. Um die unterschiedliche Entwicklung der Aspirationen je nach Ausbildungstyp zu modellieren, haben wir Wachstumskurvenmodelle mit Zeitinteraktionen gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr eine detaillierte \u00dcbersicht \u00fcber die Sekundarschulsysteme der einzelnen Kantone siehe <a href=\"https:\/\/www.edk.ch\/dyn\/12318.php\">https:\/\/www.edk.ch\/dyn\/12318.php<\/a> (letzter Zugriff am 12.8.20).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Die Entwicklung beruflicher Aspirationen und Ziele ist eine wichtige Aufgabe im Jugendalter. Jugendliche mit klaren beruflichen Zielen k\u00f6nnen sich leichter f\u00fcr eine bestimmte Ausbildung entscheiden und sie sind motivierter, diese erfolgreich abzuschliessen. Berufliche Aspirationen geh\u00f6ren zudem zu den wichtigsten Bestimmungsgr\u00fcnden f\u00fcr den sp\u00e4ter erreichten Berufsstatus. 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