{"id":2410,"date":"2021-11-08T16:24:01","date_gmt":"2021-11-08T14:24:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2410"},"modified":"2022-12-19T16:52:46","modified_gmt":"2022-12-19T14:52:46","slug":"generationen-abnehmenden-glaubens-religion-und-sakularisierung-in-der-schweiz-1930-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2410","title":{"rendered":"Generationen abnehmenden Glaubens: Religion und S\u00e4kularisierung in der Schweiz 1930-2020"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<strong>[1]<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die bekannten Religionssoziologen Alasdair Crocket und David Voas (2006) haben behauptet, dass S\u00e4kularisierung in westlichen Gesellschaften vor allem generationell verlaufe. Aufgrund von Problemen in der religi\u00f6sen Sozialisation entwickle jede neue Generation eine etwas weniger starke Religiosit\u00e4t als die vorangehende, behalte aber im weiteren Erwachsenenleben die einmal erreichte Religiosit\u00e4t im Wesentlichen bei. Die abnehmende Religiosit\u00e4t der Gesamtgesellschaft sei das Resultat nicht etwa des Glaubensverlustes von Individuen, sondern der Ersetzung von religi\u00f6seren durch weniger religi\u00f6se Generationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das von Alasdair Crockett und David Voas beschriebene Ph\u00e4nomen ist seither in verschiedenen westlichen L\u00e4ndern aufgezeigt worden. Gut belegte F\u00e4lle sind insbesondere Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Deutschland, die USA, Australien, und Neuseeland.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel untersucht, ob und in welcher Form das Modell der Kohorten-S\u00e4kularisierung auch auf die Schweiz zutrifft und somit die Entwicklung der Religiosit\u00e4t ganz oder teilweise erkl\u00e4rt. Ferner wird gepr\u00fcft, ob wir es m\u00f6glicherweise nicht mit einer generellen Abnahme von Religiosit\u00e4t, sondern vielmehr einem Wandel religi\u00f6ser Formen zu tun haben. So lautet eine bekannte These, die Individuen w\u00fcrden zwar ihre formale religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit aufgeben, aber weiterhin religi\u00f6s glauben (&#8220;believing without belonging&#8221;). Eine dritte These besagt, zwar w\u00fcrde kirchliche Religiosit\u00e4t abnehmen, sie werde aber durch holistische Spiritualit\u00e4t ersetzt (&#8220;These der spirituellen Revolution&#8221;). Als holistische oder ganzheitliche Spiritualit\u00e4t bezeichnet man Glaubens\u00fcberzeugungen und Praktiken unterschiedlicher Herkunft, welche die k\u00f6rperlich-psychisch-spirituelle Ganzheitlichkeit des Menschen in den Mittelpunkt stellen und so verschiedene Praktiken wie z.B. Yoga, Meditation, Channelling, Heilung durch Steine, Glaube an Engel, oder Kontakt mit geheimen Meistern in unterschiedlichsten Kombinationen verbinden (H\u00f6llinger &amp; Tripold, 2012).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Schweizer Kontext ist S\u00e4kularisierung \u2013 die Abnahme von Religion und Religiosit\u00e4t \u00fcber die Zeit \u2013 bisher gut belegt. Die Volksz\u00e4hlungen und Strukturerhebungen des Bundesamts f\u00fcr Statistik (Bovay, 2004), die Erhebungen zur Sprache, Religion und Kultur des Bundesamts f\u00fcr Statistik (de Flaugergues, 2016; Roth &amp; M\u00fcller, 2020), das Nationale Forschungsprogramm 58 (Bochinger, 2012), wie auch die religionssoziologische Forschung in der Tradition der &#8220;Sonderfall-Studien&#8221; (Campiche, 2004b; Dubach &amp; Campiche, 1993; Stolz et al., 2014) haben gezeigt, dass religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit, Kirchgang und Gottesglaube in den letzten Jahrzehnten zur\u00fcckgegangen sind. Die am l\u00e4ngsten in die Vergangenheit zur\u00fcckreichenden Zeitreihen betreffen die Religionszugeh\u00f6rigkeit und den Kirchgang. So befand sich der Anteil der Personen \u201eohne Religion\u201c im Jahr 1960 noch unter 1%, w\u00e4hrend er 2018 schon bei 29.5% lag (siehe Abbildung 1).<sup>[2]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Bezug auf Kirchgang zeigt sich seit Jahrzehnten eine klare Abnahme. In den ISSP-Surveys wurden die Teilnehmenden gefragt, wie oft ihre Eltern und wie oft sie selbst in die Kirche gingen &#8220;als sie ein Kind waren&#8221;. Leider wird in der Frage keine genaue Altersangabe gemacht, wir k\u00f6nnen aber n\u00e4herungsweise annehmen, dass die Befragten f\u00fcr ein Alter rund um das 12. Altersjahr antworten. Auf dieser Basis k\u00f6nnen wir f\u00fcr die Befragten jeder Geburtskohorte die H\u00e4ufigkeit des Kirchgangs im 12. Altersjahr berechnen und graphisch darstellen (siehe Abbildung 2). Die S\u00e4kularisierung der Gesellschaft erscheint hier sehr deutlich f\u00fcr M\u00e4nner, Frauen und Kinder. Noch um 1930 gingen rund 45% der M\u00fctter und 40% der V\u00e4ter (fast) w\u00f6chentlich in die Kirche. Die Kinder gingen noch h\u00e4ufiger (um die 60%). Der Niedergang des Kirchgangs ist seit den 1950er Jahren f\u00fcr M\u00fctter, V\u00e4ter und Kinder zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung 1: Konfessionszugeh\u00f6rigkeit in der Schweiz<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_1-1024x403.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2489\" width=\"1200\" height=\"330\"\/><\/a><figcaption>Quelle: Volksz\u00e4hlungs-und Strukturerhebungsdaten, Bundesamt f\u00fcr Statistik<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Abbildung 2: H\u00e4ufigkeit des Kirchgangs der Eltern der Befragten sowie der Befragten selbst, als sie Kinder waren (im Alter von 12 Jahren)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2-1024x367.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2490\" width=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2-1024x367.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2-300x108.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2-768x275.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_2.png 1160w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Anschliessend an diesen Forschungsstand wirft dieser Beitrag drei zentrale Fragestellungen auf:<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Wie haben sich christliche Religiosit\u00e4t und holistische Spiritualit\u00e4t in der Schweiz im Verlauf der letzten Jahrzehnte ver\u00e4ndert?<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Wieviel dieser Ver\u00e4nderung ist auf eine Kohorten-Ersetzung zur\u00fcckzuf\u00fchren?<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Welche Evidenz gibt es f\u00fcr die Thesen eines &#8220;believing without belonging&#8221;, einer &#8220;spirituellen Revolution&#8221; und einer &#8220;religi\u00f6sen Krise der 1960er Jahre&#8221;?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden untersuchen wir diese drei Fragen mit Umfragedaten, die zwischen 1988 und 2018 bei mehr als 35000 Individuen in der Schweiz erhoben wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Theorien zur Entwicklung von Religiosit\u00e4t in der Schweiz<\/h2>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahrzehnten sind verschiedene Thesen dar\u00fcber aufgestellt worden, was mit Religion und Spiritualit\u00e4t in westlichen Gesellschaften geschehe. Aus den verschiedenen Theorien und Thesen w\u00e4hlen wir drei prominente Ans\u00e4tze aus, welche klare Hypothesen generieren und sich daher mit unseren Daten testen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) <em>Kohorten-S\u00e4kularisierung<\/em>. Die gegenw\u00e4rtig vielleicht plausibelste Version der S\u00e4kularisierungsthese behauptet, dass S\u00e4kularisierung in westlichen L\u00e4ndern haupts\u00e4chlich die Form von Kohortenersetzung aufweise (Crockett &amp; Voas 2006). Der Hauptgrund der S\u00e4kularisierung besteht darin, dass verschiedene Faktoren (Pluralisierung, h\u00f6here Bildung, s\u00e4kulare Alternativen) dazu f\u00fchren, dass religi\u00f6se Sozialisierung erschwert oder nicht mehr f\u00fcr wichtig gehalten wird. Sollte diese These zutreffen, so m\u00fcssten wir beobachten, dass jede j\u00fcngere Kohorte weniger religi\u00f6s w\u00e4re als die jeweils vorhergehende; ausserdem m\u00fcssten die Kohorten ihr jeweiliges Religiosit\u00e4tsniveau \u00fcber die Zeit relativ konstant beibehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) <em>Believing without belonging<\/em>. In oft zitierten Arbeiten hat Grace Davie (1990) die Ansicht vertreten, zwar w\u00fcrden Personen in westlichen L\u00e4ndern immer weniger h\u00e4ufig organisierten Religionen angeh\u00f6ren; dennoch w\u00fcrden sie aber ihren religi\u00f6sen Glauben durchaus behalten. Sie w\u00fcrden mit anderen Worten &#8220;glauben, aber nicht mehr zugeh\u00f6ren&#8221; (&#8220;believing without belonging&#8221;). Sollte diese These zutreffen, m\u00fcssten wir in den Daten einerseits eine Abnahme der formalen religi\u00f6sen Konfessions- und Religionszugeh\u00f6rigkeit finden, w\u00e4hrend etwa der Gottesglaube, der Glaube an ein Leben nach dem Tode oder an Wunder konstant bleiben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) <em>Spiritual revolution<\/em>. Paul Heelas und Linda Woodhead (2004) haben in einem einflussreichen Buch behauptet, zwar nehme christliche Religiosit\u00e4t im Zeitverlauf ab, diese werde aber im Gegenzug durch die Spiritualit\u00e4t des sogenannten holistischem Milieus ersetzt. Sollte diese These f\u00fcr die Schweiz zutreffen, so m\u00fcssten Indikatoren wie Kirchgang, Gebetsh\u00e4ufigkeit oder Taufe \u00fcber die Zeit abnehmen, holistische Spiritualit\u00e4t, gemessen etwa am Erfolg von Praktiken wie Yoga, Meditation, Heilung durch Steine und Kristalle, Handlesen usw., dagegen m\u00fcsste zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Datengrundlage<\/h2>\n\n\n\n<p>Unsere Untersuchung basiert auf drei Datens\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Eine Umfrage bei 1315 Individuen, welche 1988\/89 von Roland Campiche und Alfred Dubach (1993) durchgef\u00fchrt und dessen Ergebnisse im Buch &#8220;Jede(r) ein Sonderfall? Religion in der Schweiz publiziert wurden (oft auch als &#8220;Sonderfall-Studie&#8221; bezeichnet).<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Drei Wellen des International Social Survey Program (ISSP) zum Schwerpunkt Religion in den Jahren 1998, 2008 und 2018 (N = 5140). Die erste Welle wird ferner erg\u00e4nzt durch Daten der Untersuchung &#8220;Religion et lien social&#8221;(Campiche, 2004a).<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Der Datensatz CARPE, welcher die Daten von f\u00fcnf verschiedenen Umfragen zum Kirchgang und zur religi\u00f6sen Zugeh\u00f6rigkeit in 45 L\u00e4ndern zusammenf\u00fchrt (Biolcati et al., 2019). Die Umfragen sind Eurobarometer (EB), European Social Survey (ESS), International Social Survey Program (ISSP), European Value Survey (EVS), und World Value Survey (WVS). In dieser Studie verwenden wir ausschliesslich die CARPE-Daten f\u00fcr die Schweiz (N = 31686).<\/p>\n\n\n\n<p>In Tabelle A.1 im Anhang sind der Zeitraum, die Anzahl Zeitpunkte, die Indikatoren und die Anzahl befragter Individuen f\u00fcr die verschiedenen Umfragen bzw. Surveyprogramme zusammengestellt. Wir verf\u00fcgen f\u00fcr religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit und Kirchgang \u00fcber Datenpunkte zwischen 1987 und 2015. Der Kirchgang der Mutter und des Vaters ist f\u00fcr den Zeitraum von 1988\/89 bis 2018 verf\u00fcgbar. Alle anderen Indikatoren liegen nur f\u00fcr k\u00fcrzere Zeitr\u00e4ume vor. Insbesondere die Praxis holistischer Spiritualit\u00e4t l\u00e4sst sich nur f\u00fcr den Zeitraum zwischen 2008 und 2018 betrachten. Eine der Grenzen des vorliegenden Ansatzes ist die begrenzte Anzahl der Indikatoren f\u00fcr Religiosit\u00e4t. F\u00fcr ein sehr viel umfangreicheres Messmodell siehe Huber (2004).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schliessen Angeh\u00f6rige nicht-christlicher Religionen aus unserer Analyse aus, da die \u00dcberpr\u00fcfung des Kohortenmechanismus in jener sehr heterogenen und vergleichsweise kleinen Gruppe einer gesonderten Untersuchung bed\u00fcrfte. Wir betrachten in unserer Untersuchung ferner ausschliesslich Individuen im Alter zwischen 18 und 85 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christliche Religiosit\u00e4t: Zugeh\u00f6rigkeit und Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit finden wir gewisse Belege daf\u00fcr, dass Kohorten-S\u00e4kularisierung auch in der Schweiz stattfindet (siehe Abbildung 3)[3].&nbsp; In der linken Graphik ist der Anteil der Personen mit Religionszugeh\u00f6rigkeit im Zeitverlauf angegeben. Wir sehen, dass der Anteil der Personen mit einer Religion von mehr als 95% auf unter 70% sinkt. Auf der rechten Seite der Abbildung 3 sehen wir die Religionszugeh\u00f6rigkeit nach Kohorten aufgeteilt. Es wird deutlich, dass \u00fcber die Zeit eine Art Auff\u00e4cherung nach Kohorten stattfindet. W\u00e4hrend die Kohorten 1987 mit ihren religi\u00f6sen Zugeh\u00f6rigkeitsanteilen noch sehr nah beieinander liegen, unterscheiden sie sich 2015 deutlich, und zwar nach Kohortenreihenfolge: Jede sp\u00e4tere Kohorte weist weniger religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit auf als die jeweils vorhergehende. Dennoch ist festzuhalten, dass das insgesamt absinkende Niveau der Religionszugeh\u00f6rigkeit nur zu einem beschr\u00e4nkten Teil durch Kohortenersetzung zustande kommt, sondern vielmehr dadurch, dass die Religionszugeh\u00f6rigkeit j\u00fcngerer Kohorten im Lebensverlauf etwas schneller absinkt als diejenigen \u00e4lterer Kohorten.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung 3: Personen mit einer Religion nach Jahr der Umfrage und Kohorte (Prozent)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_3-1024x379.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2491\" width=\"1200\" height=\"310\"\/><\/a><figcaption>Quelle: CARPE<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Analysieren wir in einem n\u00e4chsten Schritt die Variable Kirchgangsh\u00e4ufigkeit. Wir betrachten hier den Prozentsatz der Personen, welche angeben, w\u00f6chentlich oder fast w\u00f6chentlich in die Kirche zu gehen. In Abbildung 4 sehen wir zun\u00e4chst auf der linken Seite, dass der (fast) w\u00f6chentliche Kirchgang seit 1987 langsam, aber kontinuierlich abnimmt, wenn man alle Befragten gemeinsam betrachtet. Diese Abbildung verr\u00e4t jedoch noch nichts dar\u00fcber, ob diese Abnahme auf individuelle Ver\u00e4nderungen oder auf Kohortenersetzung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. In Abbildung 4 auf der rechten Seite erkennen wir jedoch sehr klar, dass letzteres der Fall ist. Mit erstaunlicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit zeigt jede Generation weniger Kirchgang als die vorherige, wobei die Kirchgangsh\u00e4ufigkeiten innerhalb der Generationen \u00fcber die Zeit relativ stabil bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung 4: W\u00f6chentlicher Kirchgang nach Jahr der Umfrage und Kohorte<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4-1024x407.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2492\" width=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4-1024x407.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4-300x119.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4-768x305.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_4.png 1178w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Quelle: CARPE<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Neben dem Kirchgang ist das individuelle Gebet die vielleicht wichtigste individuelle religi\u00f6se Praxis, sowohl im Christentum wie auch in vielen anderen Religionen. Noch in den 1990er Jahren behaupteten Religionssoziologen, die Gebetspraxis in der Schweiz entziehe sich der S\u00e4kularisierung und bleibe \u00fcber den Zeitverlauf konstant oder nehme m\u00f6glicherweise sogar noch zu (Campiche 2004: 184; 279). Wie wir heute sehen, war diese Einsch\u00e4tzung nicht richtig. Abbildung 5 zeigt, dass sich die Beth\u00e4ufigkeit in frappanter Weise \u00e4hnlich wie der Kirchgang verh\u00e4lt. \u00dcber alle Befragte gemittelt sinkt die Beth\u00e4ufigkeit fast linear von 43% t\u00e4glich Betender im Jahre 1988 zu 14% t\u00e4glich Betender im Jahre 2018 (siehe Abbildung 5 links). Unterscheidet man die Kohorten (siehe Abbildung 5 rechts), so wird deutlich, dass der R\u00fcckgang des Betens zu einem gro\u00dfen Teil auf eine Ersetzung der Kohorten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Jede neue Kohorte betet etwas weniger h\u00e4ufig als die vorherige, die Gebetspraxis wird dann mit leicht sinkender Tendenz &#8220;durchs Leben mitgenommen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung 5: T\u00e4gliches Gebet nach Umfragejahr und Kohorte<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5-1024x386.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2493\" width=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5-1024x386.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5-300x113.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5-768x290.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_5.png 1182w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Quelle: ISSP<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Befunde f\u00fcr weitere Indikatoren, etwa den Gottesglauben, den Glauben an den Himmel, die H\u00f6lle, religi\u00f6se Wunder etc. zeigen ein v\u00f6llig \u00fcbereinstimmendes Bild (Abbildungen von den Autoren erh\u00e4ltlich). Wiederum ist jede j\u00fcngere Kohorte leicht weniger religi\u00f6s als die jeweils vorherige.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Holistische Spiritualit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte es sein, dass die christliche Religiosit\u00e4t zwar abnimmt, aber im Gegenzug durch holistische Spiritualit\u00e4t einfach ersetzt wird (Heelas &amp; Woodhead, 2004)?<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Ergebnisse zeigen, dass dies \u2013 wenigstens f\u00fcr den von uns \u00fcberblickbaren Zeitraum \u2013 nicht der Fall ist.[4]&nbsp; In Abbildung 6 (links) sehen wir die Einstellung zur Wirksamkeit von vier holistischen Methoden wie Gl\u00fccksbringern, Wahrsagern, Horoskop oder spiritueller Heilung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der linken Seite der Abbildung 6 sehen wir den Prozentanteil der Befragten, welche es f\u00fcr wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich halten, dass &#8220;manche Wahrsager [die] Zukunft vorhersagen [k\u00f6nnen], dass &#8220;manche Wunderheiler \u00fcbernat\u00fcrliche Kr\u00e4fte [haben], dass &#8220;Sternzeichen bzw. das Geburtshoroskop eines Menschen einen Einfluss auf den Verlauf seines Lebens [haben]&#8221;, und dass &#8220;Gl\u00fccksbringer tats\u00e4chlich manchmal Gl\u00fcck [bringen]&#8221;. Insgesamt finden wir f\u00fcr alle vier Methoden weniger als 50% der Befragten, die diese Aussagen f\u00fcr wahr oder wahrscheinlich wahr halten. F\u00fcr drei der vier Methoden werden die Befragten \u00fcber die Zeit signifikant skeptischer, nur bei Gl\u00fccksbringern zeigt sich ein leichter, statistisch jedoch nicht signifikanter Anstieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr holistische Praxis (siehe Abbildung 6, rechts). Hier fallen die sehr unterschiedliche Verbreitung der f\u00fcnf erhobenen Praktiken auf. Konsum von alternativer Medizin (z.B. Bachbl\u00fcten, Hom\u00f6opathie) kam in irgendeiner Form bei rund 45% der Befragten im letzten Jahr vor. Yoga und das Lesen von spirituellen B\u00fcchern spielt sich im Bereich zwischen 15% und 20% ab, w\u00e4hrend spirituelle Heilung oder der Besuch bei Wahrsagern bei weniger als 10% der Befragten mindestens einmal im vergangenen Jahr vorgekommen sind. Uns interessiert aber vor allem der Trend \u2013 und hier sehen wir, dass zwei Aktivit\u00e4ten konstant bleiben, zwei einen abnehmenden Trend zeigen, und eine \u2013 Yoga \u2013 eine Zunahme verzeichnet (von 13% im Jahr 2008 auf 22% im Jahr 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist zu bedenken, dass gerade bei alternativer Medizin und Yoga nicht klar ist, inwieweit f\u00fcr die Befragten hier viel Spiritualit\u00e4t mit im Spiel ist. Generell kann man sagen, dass von einer deutlichen Zunahme holistischer Spiritualit\u00e4t, wie die These von einer spirituellen Revolution suggeriert, aufgrund dieser Daten keine Rede sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Abbildung 6: Einstellung zur Wirksamkeit und Praxis von holistischen Methoden<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6-1024x398.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2494\" width=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6-1024x398.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6-300x117.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6-768x299.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Abbildung_6.png 1188w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Anzumerken bleibt, dass holistische Spiritualit\u00e4t \u2013 sei es in Bezug auf Glaubenseinstellungen oder Praxis \u2013 nicht der Logik einer Kohortenersetzung gehorcht (aus Platzgr\u00fcnden pr\u00e4sentieren wir die Abbildungen hierzu nicht gesondert). Dennoch sind Kohorten wichtig. Es zeigt sich n\u00e4mlich, dass holistische Spiritualit\u00e4t besonders in der Geburtskohorte von 1951-1970 verbreitet ist. Einzig Yoga ist eine Ausnahme: diese Technik scheint bei der j\u00fcngsten beobachteten Kohorte (1981+) im letzten Jahrzehnt einen deutlichen Aufschwung erlebt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerungen<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel sind wir der Frage nachgegangen, wie sich christliche Religiosit\u00e4t und holistische Spiritualit\u00e4t in der Schweiz im Zeitverlauf entwickelt haben, wieviel der Ver\u00e4nderung auf Generationeneffekte zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, und ob es Anzeichen f\u00fcr einen S\u00e4kularisierungsschub in den 1960er Jahren gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fassen wir die Ergebnisse im Hinblick auf unsere vier Ausgangsthesen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Die Kohorten-S\u00e4kularisierungsthese wird f\u00fcr christliche Religiosit\u00e4t teilweise best\u00e4tigt. Die wichtigsten Indikatoren f\u00fcr christliche Religiosit\u00e4t \u2013 Konfessionszugeh\u00f6rigkeit, Kirchgang, Gebet und Gottesglaube \u2013 zeigen alle das gleiche Muster: Beginnend mit der \u00e4ltesten von uns beobachteten Kohorte (-1920) ist jede j\u00fcngere Kohorte etwas weniger religi\u00f6s als die jeweils vorherige. Insbesondere bei religi\u00f6ser Praxis (Kirchgang und Gebet) zeigt sich der Kohortenmechanismus in sehr ausgepr\u00e4gter Weise. Dies bedeutet, dass s\u00e4kularisierende Faktoren wie etwa Modernisierung, s\u00e4kulare Konkurrenz, Pluralismus etc. vor allem die religi\u00f6se Sozialisierung behindern und so Kinder und Jugendliche beeinflussen. Dennoch ist der Kohortenmechanismus nicht ausschliesslich f\u00fcr den Niedergang von Religiosit\u00e4t verantwortlich, und wir finden f\u00fcr die meisten Indikatoren (und vor allem f\u00fcr formale Zugeh\u00f6rigkeit) auch einen Periodeneffekt, welcher auf eine Abnahme von individueller Religiosit\u00e4t w\u00e4hrend des Zeitverlaufs hindeutet. Holistische Spiritualit\u00e4t bleibt relativ stabil und folgt nicht einer Kohorten-S\u00e4kularisierungs-Logik.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) F\u00fcr die Believing-without-belonging-These finden wir in den Daten wenig Unterst\u00fctzung. Gottesglaube, Glaube an die Bibel oder an Wunder nehmen genauso ab wie religi\u00f6se Zugeh\u00f6rigkeit (oder religi\u00f6se Praxis). Insgesamt gilt ein zunehmendes &#8220;neither believing nor belonging&#8221;. Interessanterweise weisen die verschiedenen Indikatoren christlicher Religiosit\u00e4t ein unterschiedliches Beharrungsverm\u00f6gen auf. Es zeigt sich, dass die S\u00e4kularisierung sich zun\u00e4chst im Sinken des Kirchgangs zeigt, dann folgen die Antworten zum Glauben, zuletzt sinkt die Konfessionszugeh\u00f6rigkeit. Es scheint, als g\u00e4ben die Menschen zeitintensive Verhaltensweisen schneller auf.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Der These einer spirituellen Revolution ergeht es nicht besser. Indikatoren f\u00fcr holistische Spiritualit\u00e4t, sei es bez\u00fcglich Glaubensaussagen oder Praxis, finden in der Bev\u00f6lkerung nur eine eher geringe Zustimmung; diese bleibt im beobachteten Zeitverlauf relativ konstant. Es kann keine Rede von einer Zunahme sein, welche die Verluste an christlicher Religiosit\u00e4t aufwiegen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Blickt man auf die internationale Literatur, so kann man abschliessend festhalten, dass die Schweiz sich in religi\u00f6ser Hinsicht sehr \u00e4hnlich verh\u00e4lt wie fast alle anderen westlichen L\u00e4nder. Die S\u00e4kularisierung entsteht zu einem wichtigen Teil durch eine Ersetzung von Kohorten. Es handelt sich um &#8220;Generationen abnehmenden Glaubens&#8221;. Die Schweiz ist, in religi\u00f6ser Hinsicht, gerade kein &#8220;Sonderfall&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Anhang_DE.pdf\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Anhang_DE.pdf\" target=\"_blank\">Anhang<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Dieser Text ist eine stark gek\u00fcrzte Fassung eines Kapitels, welches in einem Sammelband zur Religion in der Schweiz herauskommen wird in: Stolz et al. (2022): Religionstrends in der Schweiz. Religion, Spiritualit\u00e4t und S\u00e4kularit\u00e4t im Wandel. (Arbeitstitel). Wir danken Daniel Oesch, Ursina Kuhn und Felix B\u00fchlmann f\u00fcr wertvolle Kommentare.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/bevoelkerung\/sprachen-religionen\/religionen.assetdetail.15384753.html\">https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/bevoelkerung\/sprachen-religionen\/religionen.assetdetail.15384753.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[3] F\u00fcr eine Diskussion von Religionszugeh\u00f6rigkeit und Identit\u00e4t siehe: Liedhegener et al., 2019. <em>Wie Religion \u201cuns\u201d trennt &#8211; und verbindet. Befunde einer Repr\u00e4sentativbefragung zur gesellschaftlichen Rolle von religi\u00f6sen und sozialen Identit\u00e4ten<\/em>. Luzern\/Leipzig.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Es k\u00f6nnte jedoch sein, dass christliche Religiosit\u00e4t durch andere Ph\u00e4nomene (z.B. s\u00e4kulare Alternativen) ersetzt wird, siehe hierzu: Stolz, J. 2013. &#8220;Entwurf einer Theorie religi\u00f6s-s\u00e4kularer Konkurrenz.&#8221; <em>K\u00f6lner Zeitschrift f\u00fcr Soziologie und Sozialpsychologie<\/em> 65(Sonderheft 1):25-49.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung[1] Die bekannten Religionssoziologen Alasdair Crocket und David Voas (2006) haben behauptet, dass S\u00e4kularisierung in westlichen Gesellschaften vor allem generationell verlaufe. Aufgrund von Problemen in der religi\u00f6sen Sozialisation entwickle jede neue Generation eine etwas weniger starke Religiosit\u00e4t als die vorangehende, behalte aber im weiteren Erwachsenenleben die einmal erreichte Religiosit\u00e4t im Wesentlichen bei. Die abnehmende Religiosit\u00e4t [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2410","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-education"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2410"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2410\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3328,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2410\/revisions\/3328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}