{"id":2750,"date":"2022-05-30T14:53:44","date_gmt":"2022-05-30T12:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2750"},"modified":"2022-07-04T14:55:53","modified_gmt":"2022-07-04T12:55:53","slug":"der-einfluss-von-familien-und-berufsverlaufen-auf-das-wohlbefinden-von-frauen-und-mannern-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=2750","title":{"rendered":"Der Einfluss von Familien- und Berufsverl\u00e4ufen auf das Wohlbefinden von Frauen und M\u00e4nnern in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>In den europ\u00e4ischen Gesellschaften, einschliesslich der Schweiz, sind in den letzten Jahrzehnten die Anzahl von Paaren mit doppeltem Einkommen (M\u00e4nner und Frauen, die beide einer Erwerbst\u00e4tigkeit nachgehen) und auch die Anforderungen an die elterlichen und beruflichen Rollen in die H\u00f6he geschnellt. Die famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen von M\u00e4nnern und Frauen sind komplexer geworden und greifen st\u00e4rker als je zuvor ineinander \u00fcber (Diewald et al., 2006).<\/p>\n<p>Famili\u00e4re und berufliche Erfahrungen sind f\u00fcr das Wohlbefinden entscheidend (McDonough et al., 2015), und bestimmte Arten und Entwicklungen von Laufbahnen verringern oder f\u00f6rdern das Wohlbefinden im Alter. In unserer Studie untersuchen wir, inwieweit die famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen von Beginn bis zur Mitte des Erwachsenenalters Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden haben. Es wird ein geschlechtsspezifischer Vergleich angestellt, da M\u00e4nner und Frauen in der Schweiz wie in anderen westlichen L\u00e4ndern oft unterschiedliche Verl\u00e4ufe verweisen und f\u00fcr Frauen die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben schwerer zu realisieren ist (Keizer et al., 2010). In der Schweiz lastet der Grossteil der Hausarbeit auf den Frauen: Sie erledigen im Schnitt 64 % der anfallenden Aufgaben, womit ihr Anteil geringf\u00fcgig unter dem in s\u00fcdlichen L\u00e4ndern Europas (Italien 70,1 %, Spanien 66,5 %) beobachteten Anteil und leicht \u00fcber dem andernorts in Westeuropa (Frankreich 62 %, Deutschland 61 %) gemessenen Prozentwert liegt (OECD, 2020).<\/p>\n<p>Obgleich die Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich insgesamt auf hohem Niveau liegt (82,8 % in der Schweiz vs. 71,1 % in der EU), sind ihre beruflichen Laufbahnen weniger konstant und ihre Erwerbst\u00e4tigenquote geringer als die von M\u00e4nnern. Vor allem M\u00fctter, die gr\u00f6sstenteils einer Teilzeitbesch\u00e4ftigung nachgehen, haben weniger berufliche Aufstiegsm\u00f6glichkeiten und mehr Unterbrechungen in ihrem Arbeitsleben. Im Jahr 2019 betrug die Erwerbsquote in Teilzeit bei Schweizer Frauen 61,7 % (EU: 29,9 %). Dagegen gingen nur 17,1 % der erwerbst\u00e4tigen Schweizer M\u00e4nner einer Teilzeitarbeit nach (EU: 8,4 %, Eurostat, 2020). Im geschlechtsspezifischen Vergleich sind Frauen zudem tendenziell h\u00e4ufiger von Arbeitslosigkeit bedroht (2018: 5,1 % vs. 4,3 % f\u00fcr M\u00e4nner) oder zumindest \u00fcber einen Teil ihres Lebensverlaufs wirtschaftlich inaktiv (19,8 % der Schweizer Frauen der Altersgruppe 15-64 Jahren waren 2019 inaktiv gegen\u00fcber 11,7 % der Schweizer M\u00e4nner). Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass sich diese Unterschiede \u00fcber die letzten Jahrzehnte erheblich verringert haben.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Studien wurden die geschlechtsbezogenen Ungleichheiten in der Schweiz hinsichtlich der beruflichen und famili\u00e4ren Verl\u00e4ufe unter dem Gesichtspunkt des Lebensverlaufs untersucht. Levy, Gauthier und Widmer (2006) zufolge vollziehen sich die Laufbahnen von M\u00e4nnern deutlich konstanter und homogener als die von Frauen. K\u00fcrzlich konnte Levy (2018) aufzeigen, dass die Lebensverl\u00e4ufe in der Schweiz weiterhin stark geschlechtsspezifisch gepr\u00e4gt sind, insbesondere beim \u00dcbergang zur Elternschaft. Diese Re-Traditionalisierung vollzieht sich unter dem Einfluss der Sozialpolitik und der institutionellen Rahmenbedingungen. Andere Studien belegen, dass die Auswirkungen, die sich aus der akzeptierten ungleichen Verteilung der beruflichen und h\u00e4uslichen Aufgaben ergeben, langfristig akkumuliert werden, was wiederum die Entstehung wirtschaftlicher Einbussen und den Mangel an Anerkennung von Frauen in der Schweizer Gesellschaft f\u00f6rdert (Giudici &amp; Gauthier, 2009).<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer Studie st\u00fctzen wir uns auf die \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg erhobenen Daten des Schweizer Haushalt-Panels (SHP), anhand derer wir den gesamten Lebensverlauf der Befragten nachverfolgen und kritische famili\u00e4re Ereignisse identifizieren k\u00f6nnen. Zu diesen Ereignissen geh\u00f6ren unter anderem: Die Elternschaft und Ver\u00e4nderungen in der Paarbeziehung wie Trennung, Scheidung und das Eingehen einer neuen Partnerschaft; kritische berufliche \u00dcbergangsphasen wie die von Ausbildung zum Berufsleben und die berufsbezogenen \u00dcbergangsphasen, wobei zwischen Voll- und Teilzeit unterschieden wird. Die vorstehend genannten Studien ber\u00fccksichtigen lediglich die Daten des SHP aus dem Jahr 2002. Die Ber\u00fccksichtigung aktuellerer Daten erm\u00f6glicht uns, die Lebensverl\u00e4ufe \u00e4lterer Geburtskohorten der Jahrg\u00e4nge 1952 bis 1982 (mithilfe retrospektiver Daten von 2002) und auch die der neuen Kohorten der Jahrg\u00e4nge 1983 bis 1993 (basierend auf Daten von 2013) abzudecken. Unser Hauptaugenmerk gilt dabei dem Zeitraum, in dem die Befragten zwischen 20 und 50 Jahre alt waren. Zur Erfassung des Wohlbefindens bewerten wir die Lebenszufriedenheit, die Zufriedenheit mit den sozialen Beziehungen und die Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation von Schweizern nach Erreichung des 50. Lebensjahres. Unter Bezugnahme der wichtigsten famili\u00e4ren und beruflichen Erfahrungen werden die Laufbahnen der Befragten (rund 1\u2019000 Frauen und 800 M\u00e4nner) dargestellt und wie sich diese auf ihr Wohlbefinden nach dem Erreichen des 50. Lebensjahrs auswirken (Geburtskohorten 1952-1966).<\/p>\n<h2>Der Einfluss von famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen auf das Wohlbefinden<\/h2>\n<p>Fr\u00fchere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass konstante famili\u00e4re und berufliche Laufbahnen das subjektive Wohlbefinden steigern (Cabib &amp; Fasang, 2016; McDonough et al., 2016). Feste und langw\u00e4hrende Paarbeziehungen geben emotionalen Halt, f\u00f6rdern soziale Bindungen und wirken sich positiv auf die finanzielle und materielle Situation aus. Sie werden mit einer gr\u00f6sseren Lebenszufriedenheit und geringerer Alterseinsamkeit in Verbindung gebracht (Peters &amp; Liefbroer, 1997; Thomson et al., 2001).<\/p>\n<p>Die Integration in den Arbeitsmarkt bietet ebenfalls M\u00f6glichkeiten zur sozialen Vernetzung, die dem Wohlbefinden aufgrund von weiteren sozialen Beziehungen, finanziellen Ressourcen sowie potenzieller Anerkennung und der pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung, f\u00f6rderlich ist. Gegen\u00fcber einem \u00dcbergang in die Pension nach Erwerbslosigkeit oder einem Werdegang mit Phasen der Arbeitslosigkeit wird das Wohlbefinden im Pensionsalter als h\u00f6her empfunden, wenn die berufliche Laufbahn bis zum Rentenalter von vollzeitlicher Erwerbst\u00e4tigkeit (90-100 %) gekennzeichnet war.<\/p>\n<p>Von Instabilit\u00e4t gepr\u00e4gte Laufbahnen werden mit einem geringeren Niveau des Wohlbefindens in Zusammenhang gebracht. Ein Lebensverlauf, in dem eine oder mehrere Trennungen und Scheidungen bzw. Phasen ohne feste Paarbeziehung oder Kinderlosigkeit eingetreten sind, geht tendenziell mit einem geringeren Wohlbefinden einher (Halper-Manners et al., 2015). Hinzu kommt, dass Arbeitslosigkeit Lebenszufriedenheit mindert (Oesch &amp; Lipps, 2013) und das Wohlbefinden auch indirekt in sp\u00e4teren Phasen beeintr\u00e4chtigt. Die Ansammlung von Verm\u00f6gen und die Dauer der Betriebszugeh\u00f6rigkeit werden von Arbeitslosigkeit nachteilig beeinflusst und wirken sich auf die Besch\u00e4ftigungsaussichten aus, den Gesundheitszustand und die Chancen eine neue Paarbeziehung einzugehen.<\/p>\n<p>Lange Phasen der Teilzeitbesch\u00e4ftigung verringern das subjektive Wohlbefinden, es sei denn, die Teilzeitarbeit wird freiwillig ausge\u00fcbt, um famili\u00e4re und berufliche Verpflichtungen zu vereinbaren. (Ponomarenko, 2016). Der vorzeitige Eintritt in den Ruhestand, die Selbstst\u00e4ndigkeit sowie atypische Arbeitsformen (befristete Arbeitsvertr\u00e4ge; Ausbildung) werden ebenfalls mit einem geringeren subjektiven Wohlbefinden in Zusammenhang gebracht (Falkingham et al., 2020).<\/p>\n<p>Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die steigende Komplexit\u00e4t der Lebensverl\u00e4ufe sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann. F\u00fcr Frauen k\u00f6nnten diese negativen Folgen von noch gr\u00f6sserer Tragweite sein als f\u00fcr M\u00e4nner. W\u00e4hrend die Verl\u00e4ufe von Paarbeziehungen sowohl f\u00fcr M\u00e4nner als auch f\u00fcr Frauen komplexer geworden sind, bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Wohlbefinden: Insgesamt profitieren M\u00e4nner mehr als Frauen von einer festen Paarbeziehung. L\u00e4ngere Phasen des Alleinlebens beeintr\u00e4chtigt das allgemeine und soziale Wohlbefinden von M\u00e4nnern st\u00e4rker. Instabile Paarbeziehungen haben hingegen st\u00e4rkere negative Folgen f\u00fcr das Wohlbefinden von Frauen und ihr Einsamkeitsempfinden als f\u00fcr M\u00e4nner (Demey et al., 2014).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die beruflichen Laufbahnen von M\u00e4nnern aus allen Geburtskohorten in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts relativ konstant und linear waren, sind die beruflichen Laufbahnen von Frauen sehr viel diversifizierter geworden (Widmer &amp; Ritschard, 2009). Im geschlechtsspezifischen Vergleich sind Frauen daher vermehrt der Gefahr von finanzieller Unsicherheit, instabilen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen, geringeren Verdienstm\u00f6glichkeiten und Aufstiegschancen ausgesetzt.<\/p>\n<h2>Famili\u00e4re und berufliche Laufbahnen in der Schweiz<\/h2>\n<p>Wir st\u00fctzen unsere Untersuchung auf zwei biografische Module des SHP von 2002 und 2013, die retrospektive Angaben zu den famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen der Befragten enthalten. Ausgew\u00e4hlt wurden Befragte, die einen vollst\u00e4ndigen Verlauf f\u00fcr das Alter von 20 bis 50 Jahren bereitstellen und mindestens an einer Befragungswelle nach der Erhebung biografischer Daten (2003-2006 und 2014-2017) teilgenommen haben. Ihr Wohlbefinden wird im Lebensalter zwischen 51 und 70 Jahren erfasst. Nach dem Ausschluss fehlender Daten von Kontrollvariablen, umfasst unsere endg\u00fcltige Stichprobe 880 M\u00e4nner und 1\u2019005 Frauen der Jahrg\u00e4nge 1952 bis 1966.<\/p>\n<p>In den Abbildungen 1 und 2 werden die famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen von M\u00e4nnern und Frauen in der Schweiz dargestellt. Die Einteilung in Gruppen erfolgt unter Anwendung der (f\u00fcr die genomische Analyse entwickelten) Methode der Sequenzanalyse, die einen Vergleich der Laufbahnen miteinander und die nachfolgende Identifizierung von Sequenztypen mit \u00e4hnlichem Profil erm\u00f6glicht. In den Abbildungen werden die so ermittelten Sequenztypen der Verl\u00e4ufe von M\u00e4nnern und Frauen dargestellt. Die Spalten in diesen Histogrammen entsprechen jeweils einem Lebensjahr zwischen 20 und 50 Jahren (horizontale Achse) und zeigen die Verteilung der Schweizer Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse und Familienereignisse an, die ber\u00fccksichtigt wurden (vertikale Achse). In jeder Abbildung wird somit die famili\u00e4re und berufliche Laufbahn veranschaulicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr M\u00e4nner konnten drei Gruppen famili\u00e4rer Laufbahnen (siehe Abbildung 1) identifiziert werden. Etwa die H\u00e4lfte von ihnen weisen eine traditionelle famili\u00e4re Laufbahn vor, die sich durch einen relativ fr\u00fchzeitigen \u00dcbergang in eine Paarbeziehung und eine fr\u00fche Vaterschaft im Alter von 20 bis 25 Jahren kennzeichnet. Ein Drittel der M\u00e4nner f\u00e4llt in die Gruppe \u201eVersp\u00e4tet traditionell\u201c, da sich diese \u00dcberg\u00e4nge bei ihnen etwas sp\u00e4ter im Alter von rund 30 Jahren vollziehen. Die Mehrheit der M\u00e4nner dieser beiden Gruppen befindet sich nach dem 30. Lebensjahr in einer Paarbeziehung mit Kindern. Die letzte Gruppe umfasst M\u00e4nner, die im Alter zwischen 20 und 50 Jahren \u00fcberwiegend kinderlos bleiben.<\/p>\n<p>Die famili\u00e4ren Gruppen der Frauen und der M\u00e4nner unterscheiden sich zun\u00e4chst dahingehend, dass Frauen in einem fr\u00fcheren Lebensalter eine Familie gr\u00fcnden. Die gr\u00f6sste Gruppe bilden mit 47 % Frauen ab dem Alter von 20 Jahren (\u201eFr\u00fchzeitig traditionell\u201c), die mehrheitlich in einer Paarbeziehung leben und von denen einige Kinder haben. Mehr als die H\u00e4lfte der Frauen dieser Gruppe vollzieht bis zur Mitte des 20. Lebensjahrs den \u00dcbergang in die Elternschaft. Die zweite Gruppe (\u201eTraditionell\u201c), der ungef\u00e4hr 43 % der Frauen zuzurechnen sind, kennzeichnet derselbe traditionelle \u00dcbergang in eine Paarbeziehung und in die Mutterschaft. Die \u00dcbergangsphasen setzten jedoch etwas sp\u00e4ter ein, da diese Frauen erst mit Ende zwanzig Mutter werden. Ferner ist anzumerken, dass die beiden Gruppen Trennungen und neue Partnerschaften der Frauen der letzten zehn Jahre des ber\u00fccksichtigten Lebensverlaufs umfassen, d. h. im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, w\u00e4hrend diese bei M\u00e4nnern weniger beobachtet werden. Das geringe Auftreten dieser Ereignisse f\u00fchrte dazu, dass diesbez\u00fcglich keine gesonderte Gruppe gebildet werden konnte. Die dritte Gruppe, die 10 % der Frauen (\u201eOhne Kinder\u201c) umfasst, ist in jedem Lebensalter vorwiegend von Partnerlosigkeit gepr\u00e4gt (siehe Abbildung 1). Folglich besteht der zweite Unterschied zwischen M\u00e4nnern und Frauen in der Schweiz bezogen auf die typischen famili\u00e4ren Verl\u00e4ufe darin, dass die Gruppe der M\u00e4nner ohne Kinder auch M\u00e4nner mit oder ohne Paarbeziehung beinhaltet, w\u00e4hrend Frauen, die der Gruppe ohne Kinder angeh\u00f6ren, vorwiegend nicht in einer Paarbeziehung leben.<\/p>\n<p>Abbildung 1: Famili\u00e4re Laufbahnen in der Schweiz<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2754\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des.png\" alt=\"A picture containing graphical user interface\n\nDescription automatically generated\" width=\"650\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des.png 1872w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-300x181.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1024x617.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-768x463.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1536x926.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2755\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1.png\" alt=\"A picture containing graphical user interface\n\nDescription automatically generated\" width=\"650\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1.png 1424w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1-300x183.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1-1024x624.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/a-picture-containing-graphical-user-interface-des-1-768x468.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p><em>Quelle: Eigene Ausarbeitung der Autorinnen basierend auf biografischen Daten des SHP 2002, 2013.<br><\/em><em>N(M\u00e4nner)= 880; N(Frauen)=1005. Geburtskohorten: 1952-1993.<\/em><\/p>\n<p>Die Abbildung 2 zeigt, dass die grosse Mehrheit der M\u00e4nner fr\u00fchzeitig in den Arbeitsmarkt eintritt und einer Vollzeitbesch\u00e4ftigung nachgeht. Ihr Anteil bel\u00e4uft sich in unserer Stichprobe auf 77 %. Die M\u00e4nner dieser Gruppe sind selten erwerbslos und wenn \u00fcberhaupt nur zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Die wenigsten gehen einer Teilzeitbesch\u00e4ftigung nach. Der zweiten Gruppe geh\u00f6ren M\u00e4nner an, die \u00fcber den gr\u00f6ssten Teil ihrer beruflichen Laufbahn in Teilzeit (von 50 bis 89 %) t\u00e4tig waren. Die letzte Gruppe von M\u00e4nnern (\u201eVollzeit nach Hochschulstudium\u201c, 11 %) \u00e4hnelt der ersten in Bezug auf die \u00fcberwiegende Vollzeitt\u00e4tigkeit. Diese M\u00e4nner treten jedoch aufgrund der l\u00e4ngeren Ausbildungszeit etwas sp\u00e4ter in dem Arbeitsmarkt bei. Wie in Abbildung 2 dargestellt, befinden sich 40 % im Alter von 23 und 24 Jahren noch in der Ausbildung \u2013 95 % unter ihnen haben einen Hochschulabschluss \u2013 gegen\u00fcber den 38 % der M\u00e4nner in der Gruppe, die fr\u00fchzeitig in den Arbeitsmarkt eintreten, und den 46 %, die eine Teilzeitarbeit aus\u00fcben.<\/p>\n<p>Die beruflichen Laufbahnen von Schweizer Frauen, die der Geburtskohorte 1952-1993 angeh\u00f6ren, unterscheiden sich deutlich von den beruflichen Werdeg\u00e4ngen der M\u00e4nner. Fast ein Drittel dieser Frauen gehen dem Grossteil ihres Lebens keiner Erwerbst\u00e4tigkeit nach. Etwa 80 % der Frauen in dieser Gruppe gehen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn einer Vollzeit- oder Teilzeitbesch\u00e4ftigung nach. Ihr Anteil liegt im Alter von 30 Jahren jedoch unter 20 % (siehe Abbildung 2). Zu den wichtigsten Merkmalen der gr\u00f6ssten Gruppe von Frauen (\u201eTeilzeitarbeit\u201c, 50 %) geh\u00f6ren der R\u00fcckzug vom Arbeitsmarkt oder eine r\u00fcckl\u00e4ufige Erwerbst\u00e4tigkeitsquote in den reproduktiven Jahren zwischen Mitte 20 und Mitte 30 sowie eine sp\u00e4tere R\u00fcckkehr auf den Arbeitsmarkt in Teilzeit. Die Abbildung 2 zeigt, dass in dieser Gruppe die Frauen erst wieder im Alter von 40 Jahren eine prozentuale Erwerbsquote wie im Alter von 20 Jahren erreichen \u2013 80 % der Gruppe. 21 % der Frauen dieser Stichprobe geh\u00f6ren der Gruppe der Berufst\u00e4tigen in Vollzeit an. In dieser Gruppe ist die Erwerbslosigkeit ein seltenes Ph\u00e4nomen, das vorwiegend am Anfang oder Ende der beruflichen Laufbahn auftritt.<\/p>\n<p>Abbildung 2: Berufliche Laufbahnen in der Schweiz<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2756\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-1.png\" alt=\"Chart\n\nDescription automatically generated\" width=\"650\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-1.png 1346w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-1-300x197.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-1-1024x674.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-1-768x506.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2757\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-2.png\" alt=\"Chart\n\nDescription automatically generated\" width=\"650\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-2.png 899w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-2-300x201.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/chart-description-automatically-generated-2-768x515.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p><em>Quelle: Eigene Ausarbeitung der Autorinnen basierend auf biografischen Daten des SHP 2002, 2013.<br><\/em><em>N(M\u00e4nner)= 880; N(Frauen)=1005. Geburtskohorten: 1952-1993.<\/em><\/p>\n<h2>Wohlbefinden nach famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen<\/h2>\n<p>Die Abbildung 3 zeigt, wie die verschiedenen famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen mit dem Wohlbefinden ab dem 50. Lebensjahr verkn\u00fcpft sind. Unsere drei Indikatoren f\u00fcr das Wohlbefinden (Lebenszufriedenheit, Zufriedenheit mit den pers\u00f6nlichen Beziehungen und finanzielle Zufriedenheit) werden auf einer Skala von 0 bis 10 gemessen. In der Abbildung 3 wird die erwartete Lebenszufriedenheit f\u00fcr die verschiedenen Gruppen der famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen dargestellt. Dar\u00fcber hinaus wurden mehrere Kontrollvariablen ber\u00fccksichtigt. In allen Modellen werden Alter (51-70 Jahre) und der Messungszeitraum f\u00fcr das Wohlbefinden kontrolliert (2014-2017 versus 2003-2006). Um zu pr\u00fcfen, ob ein Zusammenhang zwischen spezifischen famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen und dem Wohlbefinden \u00fcber das Selektionsverfahren in verschiedenen Verlaufsarten hinaus besteht, kontrollieren wir Eigenschaften, die vor dem Alter, in dem die Laufbahnen beginnen (vor dem 20. Lebensjahr), gemessen werden. Hierzu geh\u00f6ren Geburtsland, Staatsangeh\u00f6rigkeit, Wohnsituation vor dem 15. Lebensjahr und Bildungsstand des Vaters.<\/p>\n<p>Unsere Sch\u00e4tzungen k\u00f6nnen aufgrund der m\u00f6glichen umgekehrten Kausalit\u00e4t zwischen Wohlbefinden und Lebensverl\u00e4ufen potenziell Verzerrungen aufweisen. So ist es denkbar, dass positive famili\u00e4re und berufliche Erfahrungen das Wohlbefinden von Personen steigern, aber auch, dass angeborene Eigenschaften daf\u00fcr sorgen, dass einige Personen zufriedener sind als andere und sich dies positiv auf ihre famili\u00e4re und berufliche Laufbahn auswirkt.<\/p>\n<p>Wir stellen bei M\u00e4nnern keinen signifikanten Zusammenhang zwischen famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen einerseits und dem Niveau der Lebenszufriedenheit andererseits fest. Frauen, die in Vollzeit arbeiten und eine traditionelle famili\u00e4re Laufbahn aufweisen, zeigen ab dem 50. Lebensjahr eine gr\u00f6ssere Lebenszufriedenheit auf als Frauen in allen anderen Konstellationen von Familie und Beruf, so auch jenen, deren Arbeitsleben von Unterbrechungen gepr\u00e4gt ist. Ihre Lebenszufriedenheit liegt auf einer Skala von 0 bis 10 ungef\u00e4hr einen Punkt \u00fcber der von Frauen ohne Kinder. Demgegen\u00fcber wird eine stabile berufliche Laufbahn in Vollzeit ohne Kinder mit einem geringeren Wohlbefinden als eine berufliche Laufbahn mit Kindern in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Zufriedenheit mit sozialen Beziehungen werden keine nennenswerten Unterschiede zwischen den verschiedenen famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen der Frauen festgestellt. Entgegen unserer Annahme scheinen die Frauen, die in ihren Lebensverl\u00e4ufen keiner Erwerbst\u00e4tigkeit nachgegangen sind, mit ihrem sozialen Beziehungsnetz nicht weniger zufrieden zu sein als diejenigen, die in Voll- oder Teilzeit besch\u00e4ftigt waren. Die Ergebnisse der M\u00e4nner, die fr\u00fchzeitig eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung aus\u00fcben, weisen darauf hin, dass ein famili\u00e4rer Verlauf mit Kindern mit einem h\u00f6heren Wohlbefinden als ohne Kinder in Zusammenhang gebracht wird. Bei M\u00e4nnern mit geringer Einbindung in den Arbeitsmarkt kann eine solche Differenz nicht beobachtet werden. Dies spricht daf\u00fcr, dass eine konstante Vollzeitbesch\u00e4ftigung und die Gr\u00fcndung einer Familie die Zufriedenheit mit den sozialen Beziehungen ab dem 50. Lebensjahr erh\u00f6hen, was zum Teil jedoch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte, dass sich diese Gruppe von M\u00e4nnern auch nach dem Alter von 50 Jahren weiterhin in stabilen Beziehungen befindet.<\/p>\n<p>In Abbildung 3 werden geringf\u00fcgige Abweichungen bei der finanziellen Zufriedenheit von M\u00e4nnern ersichtlich. M\u00e4nner mit dem h\u00f6chsten Bildungsstand, einer beruflichen Laufbahn mit Vollzeitbesch\u00e4ftigung und einem traditionellen famili\u00e4ren Verlauf sind zufriedener als M\u00e4nner, die sich mit einem traditionellen famili\u00e4ren Verlauf in einem Teilzeitarbeitsverh\u00e4ltnis befinden. Diese Abweichungen sind statistisch jedoch nicht signifikant, da in unserer Stichprobe nicht ausreichend M\u00e4nner mit einer atypischen beruflichen Laufbahn enthalten sind.<\/p>\n<p>Die famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen von Schweizer Frauen sind von Grund auf heterogener als die der M\u00e4nner (vgl. Abbildungen 1 und 2 unten), was auch zu gr\u00f6sseren geschlechtsbezogenen Unterschieden bei der finanziellen Zufriedenheit f\u00fchrt. Frauen ohne Kinder und instabileren Paarbeziehungen sind unabh\u00e4ngig von ihrer beruflichen Laufbahn mit ihrer finanziellen Situation weniger zufrieden als Frauen mit einem traditionellen famili\u00e4ren Verlauf. Der Unterschied ist jedoch gering und bei Frauen mit einer beruflichen Laufbahn in Teilzeit statistisch gesehen nicht signifikant (siehe Abbildung 3). Wie zu erwarten war, ist die Differenz des Wohlbefindens unter den Frauen am gr\u00f6ssten, die in keiner Phase erwerbst\u00e4tig waren. Nicht erwerbst\u00e4tige Frauen, die jedoch ein traditionelles Familienleben haben, berichten in finanzieller Hinsicht ebenso zufrieden zu sein wie diejenigen, die in Vollzeit t\u00e4tig sind und in einem Doppelverdienerhaushalt leben (8 auf einer Skala von 10). Demgegen\u00fcber berichten Frauen von einem deutlich geringeren finanziellen Wohlbefinden (5 auf einer Skala von 10), die zu keinem Zeitpunkt erwerbst\u00e4tig waren, keine Kinder haben und nicht in einer Paarbeziehung leben.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>Das Wohlbefinden von Frauen in der Schweiz h\u00e4ngt ab dem 50. Lebensjahr st\u00e4rker als das der M\u00e4nner von den famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen und ihren jeweiligen Konstellationen ab. W\u00e4hrend die famili\u00e4ren Beziehungen f\u00fcr das allgemeine und finanzielle langfristige Wohlbefinden von Frauen eine zentrale Rolle spielen, steht der positive Einfluss der famili\u00e4ren Laufbahn dar\u00fcber hinaus in einem engen Zusammenhang mit der beruflichen Laufbahn. Bemerkenswert ist, dass der g\u00e4ngigste Lebensverlauf von Frauen, die in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden \u2013 R\u00fcckkehr in die Teilzeit nach der Geburt von Kindern \u2013, nicht mit dem gr\u00f6ssten Grad an Zufriedenheit nach dem 50. Lebensjahr einhergeht. W\u00e4hrend eine Verringerung der Arbeitszeit zu einer kurzfristigen Steigerung des Wohlbefindens von Frauen f\u00fchren kann (Gash et al., 2010), scheint eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung w\u00e4hrend des Heranwachsens der Kinder Vorteile zu bringen, die sp\u00e4ter mit einem h\u00f6heren Mass an Wohlbefinden verbunden sind.<\/p>\n<p>Abbildung 3: Einflussfaktoren auf die Lebenszufriedenheit nach dem 50. Lebensjahr von M\u00e4nnern und Frauen<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/SC_final_DE.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/SC_final_DE-683x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2783\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/SC_final_DE-683x1024.png 683w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/SC_final_DE-200x300.png 200w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/SC_final_DE.png 748w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Eigene Ausarbeitung der Autorinnen basierend auf biografischen Daten des SHP 2002, 2013 und des Panel SHP (2003-2017). N(M\u00e4nner)= 880; N(Frauen)=1005. Geburtskohorten: 1952-1966.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Unseren Ergebnissen zufolge sind Frauen, die nur geringf\u00fcgig in den Arbeitsmarkt eingebunden sind und nicht in einer stabilen Paarbeziehung leben, langfristig dem Risiko eines geringeren finanziellen Wohlbefindens ausgesetzt. W\u00e4hrend es schwierig ist, zwischen einem Selektionseffekt (h\u00f6heres Wohlbefinden erleichtert den Erhalt eines Arbeitsplatzes und das Entstehen einer Paarbeziehung) und einem kausalen Zusammenhang (das Fehlen von beidem verringert das Wohlbefinden) zu unterscheiden, besteht zwischen diesen Aspekten eindeutig ein Zusammenhang. Andere Studien belegen ebenfalls, dass eine erwerbst\u00e4tige Mutter in der Schweiz, die in einer Paarbeziehung lebt, ein h\u00f6heres Niveau der Zufriedenheit aufweist im Vergleich zu Alleinstehenden (Perrig-Chiello et al., 2008). W\u00e4hrend die Aus\u00fcbung einer Erwerbst\u00e4tigkeit das durch das Singledasein verursachte finanzielle Risiko verringert, kann selbst eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung die finanzielle Sicherheit einer stabilen Paarbeziehung offensichtlich nicht vollst\u00e4ndig ausgleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass die Kombination von traditionellen Familienlaufbahnen und Vollzeitbesch\u00e4ftigung nur einen sehr geringen (6 %) und \u00e4usserst selektiven Anteil der weiblichen Stichprobe betrifft. Nur Frauen mit einem sehr hohen Bildungsniveau und einer h\u00f6chstwahrscheinlich anerkannten und\/oder gut bezahlten T\u00e4tigkeit verbringen den Grossteil ihrer beruflichen Laufbahn in Vollzeitbesch\u00e4ftigung. Diese Gruppe d\u00fcrfte auch eine h\u00f6here Lebenszufriedenheit aufweisen, da sie aufgrund ihrer besseren beruflichen Stellung die Hausarbeit und Kinderbetreuung auslagern kann. F\u00fcr andere Frauen ist dies unter Umst\u00e4nden selbst mit einer Vollzeitstelle nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere wichtigste Schlussfolgerung ist, dass f\u00fcr Frauen, die in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden, die Kombination der famili\u00e4ren und beruflichen Laufbahnen f\u00fcr das Wohlbefinden wichtiger ist als f\u00fcr M\u00e4nner. Grund hierf\u00fcr d\u00fcrfte sein, dass die beruflichen Laufbahnen von Frauen weniger konstant sind und sie daher st\u00e4rker von ihrem Partner und folglich auch von der Art ihrer famili\u00e4ren Laufbahnen abh\u00e4ngig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus profitieren Frauen mit stabilen Laufbahnen und einer Kombination von Besch\u00e4ftigung und Familiengr\u00fcndung anscheinend von einem gesteigerten langfristigen Wohlbefinden. Ein Lebensverlauf, in dem es \u00fcber l\u00e4ngere Zeit an Paarbeziehungen fehlt \u2013 was im Schweizer Kontext einem nicht-normativen famili\u00e4ren Verlauf entspricht (siehe Levy, 2018) \u2013 kann die finanzielle Sicherheit von Frauen st\u00e4rker gef\u00e4hrden als eine geringe Einbindung in den Arbeitsmarkt im Lebensverlauf. Der zuletzt genannte Faktor beeintr\u00e4chtigt jedoch erheblich und anhaltend die Lebenszufriedenheit von Frauen. Interessant ist dar\u00fcber hinaus die Feststellung, dass sich die berufliche Laufbahn weder von M\u00e4nnern noch von Frauen in der Schweiz anhaltend positiv auf die Zufriedenheit mit den sozialen Beziehungen nach dem 50. Lebensjahr auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung In den europ\u00e4ischen Gesellschaften, einschliesslich der Schweiz, sind in den letzten Jahrzehnten die Anzahl von Paaren mit doppeltem Einkommen (M\u00e4nner und Frauen, die beide einer Erwerbst\u00e4tigkeit nachgehen) und auch die Anforderungen an die elterlichen und beruflichen Rollen in die H\u00f6he geschnellt. 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