{"id":3076,"date":"2022-10-24T11:07:07","date_gmt":"2022-10-24T09:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=3076"},"modified":"2022-10-24T12:30:57","modified_gmt":"2022-10-24T10:30:57","slug":"ungleiche-lebenserwartungen-bei-guter-gesundheit-in-der-schweiz-seit-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=3076","title":{"rendered":"Ungleiche Lebenserwartungen bei guter Gesundheit in der Schweiz seit 1990"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h1>Einleitung<\/h1>\n<p>Die Lebenserwartung ergibt sich aus der menschlichen Biologie, den Lebensbedingungen, den Verhaltensweisen der Menschen und dem Gesundheitssystem des Landes, in dem die Menschen leben. In den meisten L\u00e4ndern mit hohem Einkommen ist die Lebenserwartung bei der Geburt in den letzten 150 Jahren stetig gestiegen, zun\u00e4chst aufgrund des R\u00fcckgangs der Kinder- und Jugendsterblichkeit und aufgrund von \u00dcberlebensgewinnen in sp\u00e4teren Lebensjahren. Seit den sp\u00e4ten 1970er Jahren wirft die l\u00e4ngere \u00dcberlebenszeit \u00e4lterer Menschen die Frage nach der Qualit\u00e4t dieser zus\u00e4tzlichen Lebensjahre auf: Werden sie bei guter Gesundheit verbracht oder handelt es sich um zus\u00e4tzliche Lebensjahre bei schlechter Gesundheit?<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Lebenserwartung misst die Anzahl der Jahre, die ein neugeborener Mensch im Durchschnitt voraussichtlich leben wird, wenn die in einem Jahr verzeichneten Mortalit\u00e4tsbedingungen im Laufe seines Lebens konstant bleiben. Damit ist sie also eher eine Messung des aktuellen Mortalit\u00e4tsniveaus als ein Instrument zur Vorhersage. Sie wird auf der Grundlage, der \u00fcber das Jahr gemessenen altersspezifischen Mortalit\u00e4tsraten berechnet, die mit einem Mass f\u00fcr die Pr\u00e4valenz guter Gesundheit kombiniert werden k\u00f6nnen, um die Lebenserwartung bei guter Gesundheit zu erhalten.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Vor dem Hintergrund einer hohen Lebenserwartung wurden drei Hypothesen \u00fcber die Entwicklung der Lebenserwartung bei guter Gesundheit aufgestellt (siehe Abbildung&nbsp;1). Bei der ersten Annahme w\u00fcrde der Anstieg der Lebenserwartung irgendwann eine Obergrenze erreichen, aber der Eintritt in einen Krankheitszustand k\u00f6nnte sich verz\u00f6gern, was die in schlechter Gesundheit verbrachten Jahre verringern w\u00fcrde (Fries, 1980). Mit anderen Worten: Die Lebenserwartung wird nicht unbegrenzt steigen k\u00f6nnen, aber die Gesellschaften und ihre Gesundheitssysteme werden in der Lage sein, die Lebenserwartung bei guter Gesundheit bis zu ihrem Maximum zu steigern. Diese als \u00abKompression der Morbidit\u00e4t\u00bb bezeichnete Hypothese wurde durch Studien gest\u00fctzt, die einen R\u00fcckgang der Invalidit\u00e4t bei \u00e4lteren Menschen in L\u00e4ndern wie D\u00e4nemark, Finnland, Italien, den Niederlanden und den USA (Lafortune, 2007) und zuletzt auch in England, Griechenland, Korea, Polen und Schweden (Lee et al., 2020) dokumentieren. Die&nbsp;gleichen Studien zeigen jedoch, dass das Ph\u00e4nomen nicht universell ist, da es sich insbesondere in Belgien, der Tschechischen Republik und Mexiko nicht beobachten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eine zweite Hypothese, die die Gegenhypothese dazu darstellt, wird als \u00abExpansion der Morbidit\u00e4t\u00bb bezeichnet. Sie postuliert, dass die Gesellschaften und ihre Gesundheitssysteme es nicht vermeiden werden k\u00f6nnen, den \u00abPreis\u00bb f\u00fcr den Erfolg der erh\u00f6hten Lebenserwartung zu zahlen, n\u00e4mlich die Verl\u00e4ngerung des Lebens von Menschen bei schlechter Gesundheit (Gruenberg, 1977). Studien in den USA st\u00fctzen diese Hypothese, indem sie eine Stagnation des Alters zu Beginn der Gesundheitsverschlechterung und eine Zunahme von Krankheiten und Verlusten an funktioneller Mobilit\u00e4t beobachteten (Crimmins &amp; Beltr\u00e1n-S\u00e1nchez, 2010). Abgesehen vom Sonderfall der USA und ihrer sehr ungleichen Gesellschaft wurde diese zweite Hypothese auf internationaler Ebene best\u00e4tigt: Zwischen 1990 und 2010 gingen in den meisten L\u00e4ndern die Zugewinne bei der Lebenserwartung mit einem Anstieg der Lebensjahre in schlechter Gesundheit einher (Salomon et al., 2012). Laut dieser Studie werden jedoch etwa 85&nbsp;% der zus\u00e4tzlich gelebten Jahre bei guter Gesundheit und nur 15&nbsp;% bei schlechter Gesundheit verbracht. Die Verbesserung der Gesundheit w\u00fcrde demzufolge ann\u00e4hernd mit dem Anstieg der Gesamtlebenserwartung Schritt halten. Die Expansion der Morbidit\u00e4t l\u00e4sst sich durch die Fortschritte der Medizin erkl\u00e4ren, die immer mehr Krankheiten besser behandeln und wirksam betreuen kann, sowie durch die Entwicklung der Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rpr\u00e4ventionen (z.&nbsp;B. Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen f\u00fcr bestimmte Krebserkrankungen), welche die Mortalit\u00e4t in Verbindung mit chronischen Krankheiten senken. In einigen F\u00e4llen f\u00fchrt sie aber auch zu einer Erh\u00f6hung der Inzidenz und tr\u00e4gt so potenziell zur Lebenszeit bei schlechter Gesundheit bei.<\/p>\n<p>Eine dritte Hypothese besagt, dass die Zugewinne bei der Lebenserwartung untrennbar mit den Zugewinnen bei der Gesundheit verbunden sind (Manton, 1982). Fortschritte, die das Sterberisiko senken, sorgen gleichzeitig bei Krankheiten f\u00fcr weniger schwere Stadien und f\u00fchren so zu einem \u00abdynamischen Gleichgewicht\u00bb. Manton hebt dabei vor allem die Fortschritte im Gesundheitsverhalten hervor (z.&nbsp;B. gesunkene Anzahl der Raucher\/innen) und eine Zunahme der Freizeit, die m\u00f6glicherweise zur Senkung der Mortalit\u00e4t aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beigetragen haben. Infolgedessen entwickelten sich die Gesamtlebenserwartung und die Lebenserwartung bei guter Gesundheit parallel zueinander. Den empirischen Nachweis f\u00fcr diese Hypothese zu erbringen ist schwierig, da sie auf der Definition einer notwendigerweise willk\u00fcrlichen Marge beruht, innerhalb derer die Entwicklung der in schlechter Gesundheit verbrachten Jahre als konstant erachtet wird. Einige sahen jedoch eine empirische Unterst\u00fctzung diese Hypothese darin, dass die Ausbreitung chronischer Krankheiten nicht zu einem Anstieg der Pr\u00e4valenz von Behinderungen f\u00fchrt (Hossin et al., 2017).<\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;1: Drei Hypothesen \u00fcber die Entwicklung der Lebenserwartung bei guter Gesundheit<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3077\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/graphical-user-interface-description-automaticall.png\" alt=\"Graphical user interface\n\nDescription automatically generated\" width=\"500\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/graphical-user-interface-description-automaticall.png 1172w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/graphical-user-interface-description-automaticall-300x178.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/graphical-user-interface-description-automaticall-1024x606.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/graphical-user-interface-description-automaticall-768x455.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend diese drei Hypothesen auf nationaler und internationaler Ebene ausgiebig getestet wurden, hat ihre Anwendung auf wirtschaftliche Untergruppen der Allgemeinbev\u00f6lkerung wenig Aufmerksamkeit erhalten. Die Benachteiligung der unteren Gesellschaftsschichten in Bezug auf die Gesamtlebenserwartung und die Lebenserwartung bei guter Gesundheit ist erwiesen. Die Dynamik dieser kombinierten Ungleichheiten bei Morbidit\u00e4t und Gesundheit ist jedoch noch unerforscht.<\/p>\n<p>Die Schweiz ist ein idealer Fall f\u00fcr die Untersuchung dieser Prozesse, da sie in den letzten Jahrzehnten einen sehr schnellen Anstieg der Lebenserwartung erlebt hat: Sie h\u00e4lt derzeit sogar den Weltrekord f\u00fcr die Lebenserwartung von M\u00e4nnern. Sie kann als Beispiel daf\u00fcr dienen, wie sich die Erkrankungsraten mit steigender Lebenserwartung ver\u00e4ndern. Abgesehen davon, geh\u00f6rt der Lebensstandard in der Schweiz zu den h\u00f6chsten der Welt. Das Schweizer Gesundheitssystem ist universell mit einer allgemeinen Krankenversicherungsdeckung: Jede in der Schweiz wohnans\u00e4ssige Person muss bei einer Krankenkasse versichert sein, und die Deckung der Pflege ist unabh\u00e4ngig vom Wohnort oder der Krankenkasse identisch. Das Schweizer Gesundheitssystem ist effizient bei der Behandlung akuter Krankheiten, aber wenig leistungsstark im Bereich der Pr\u00e4vention (De Pietro et al., 2015). Das schweizerische System verlangt von den Haushalten einen sehr hohen finanziellen Beitrag zu den Gesundheitskosten, was eine potenzielle Quelle f\u00fcr soziale Ungleichheiten im Gesundheitsbereich darstellt. Es stellt sich also die Frage, ob ein Gesundheitssystem, das in der Akutmedizin sehr leistungsf\u00e4hig ist, aber in der Pr\u00e4vention und beim Zugang zur Grundversorgung (aufgrund der hohen finanziellen Beitr\u00e4ge) nur wenig leistet, den&nbsp;schnellen Anstieg bei der Langlebigkeit aufrechterhalten kann, ohne den weniger privilegierten Teil der Bev\u00f6lkerung zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<h1>Daten<\/h1>\n<p>Die Mortalit\u00e4tsstatistik wurde anhand der Schweizer Nationalen Kohorte berechnet, einer L\u00e4ngsschnittstudie der gesamten Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz (Bopp et al., 2009). Die Personen wurden in drei Bildungsstufen eingeteilt: obligatorische Stufe (Grundschule und Sekundarstufe I), Sekundarstufe II (z.&nbsp;B. Lehre mit EFZ oder Maturit\u00e4t) und Terti\u00e4rstufe (z.&nbsp;B. Universit\u00e4t oder Hochschule). Die Mortalit\u00e4tsraten nach Alter, Geschlecht und Bildungsniveau wurden f\u00fcr jeden F\u00fcnfjahreszeitraum der individuellen Datenbank entnommen. Aus diesen Mortalit\u00e4tsraten berechneten wir Tabellen f\u00fcr die Mortalit\u00e4t und die bedingten Lebenserwartungen bis zu einem Alter von 30&nbsp;Jahren: das Alter, in dem sich das Bildungsniveau kaum noch \u00e4ndern d\u00fcrfte. Insgesamt haben wir 11,7&nbsp;Millionen Menschen \u00fcber 113&nbsp;Millionen Personenjahre ausgewertet, und es wurden 1,47&nbsp;Millionen Todesf\u00e4lle registriert (siehe Tabelle A.1 im Anhang).<\/p>\n<p>Die Gesundheitsstatistiken wurden auf der Grundlage der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (ESS) des Bundesamtes f\u00fcr Statistik berechnet, einer Querschnittserhebung, die seit 1992 alle f\u00fcnf Jahre bei einer Stichprobe der Schweizer Bev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt wird. Die Stichprobe ist so konzipiert, dass sie f\u00fcr alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz im Jahr der Erhebung repr\u00e4sentativ ist, die 15 Jahre oder \u00e4lter sind. In unsere Studie haben wir 71&#8217;951&nbsp;Personen im Alter von 30&nbsp;Jahren oder \u00e4lter ber\u00fccksichtigt, die an einer der f\u00fcnf durchgef\u00fchrten Befragungswellen teilgenommen haben (1992\u20132012).<\/p>\n<p>Wir haben die Lebenserwartung bei guter Gesundheit definiert, indem wir den selbst eingesch\u00e4tzten Gesundheitszustand verwendet haben. Die Befragten antworteten auf die Frage \u00abWie w\u00fcrden Sie Ihren Gesundheitszustand einsch\u00e4tzen?\u00bb mit \u00abausgezeichnet, sehr gut, gut, mittelm\u00e4ssig oder schlecht\u00bb. Diese Frage weist zufriedenstellende Werte f\u00fcr die Reliabilit\u00e4t (Cox&nbsp;et al., 2009) und Validit\u00e4t (DeSalvo et al., 2006) auf. Der Wortlaut der Frage und die Elemente der Antwort sind nicht in jeder Sprache und Befragungswelle der ESS identisch. Wir haben jedoch eine Kodierung verwendet, die darin besteht, die drei besten Niveaus den zwei schlechtesten gegen\u00fcberzustellen, und die die \u00c4quivalenz der Messung im Zeitverlauf und in der Sprache der Erhebung optimiert (Cullati et al., 2020). Die Lebenserwartung bei guter Gesundheit nach Geschlecht, Bildungsniveau und F\u00fcnfjahreszeitraum wurde nach der Sullivan-Methode berechnet (Sullivan, 1971). Diese weit verbreitete Messung gewichtet die gelebten Personenjahre einer Mortalit\u00e4tstabelle mit der Pr\u00e4valenz guter Gesundheit (weitere Details siehe Remund et al., 2019). Es bleibt anzumerken, dass die Lebenserwartung bei guter Gesundheit mit anderen Gesundheitsindikatoren definiert werden kann, z.&nbsp;B. einer funktionellen Behinderung. Diese Variabilit\u00e4t schr\u00e4nkt jedoch die M\u00f6glichkeiten ein, die Ergebnisse der Studien miteinander zu vergleichen.<\/p>\n<h1>Ergebnisse<\/h1>\n<p>In den Jahren 2010\u20132014 konnten die in der Schweiz lebenden Personen im Alter von 30&nbsp;Jahren davon ausgehen, dass sie als Mann im Durchschnitt 81,5&nbsp;Jahre und als Frau 85,7&nbsp;Jahre alt werden w\u00fcrden (siehe&nbsp;Abbildung&nbsp;2). Gleichzeitig konnten 30-J\u00e4hrige davon ausgehen, bei guter Gesundheit bis zu einem Alter von 78,8 Jahren f\u00fcr M\u00e4nner und 82,8 Jahren f\u00fcr Frauen leben zu k\u00f6nnen (siehe Abbildung&nbsp;3). M\u00e4nner sind also absolut gesehen gegen\u00fcber Frauen benachteiligt, relativ gesehen verbringen beide Geschlechter jedoch etwa 95&nbsp;% ihres Lebens in guter Gesundheit, was bemerkenswert ist.<\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;2: Lebenserwartung nach Bildungsniveau in der Schweiz im Alter von 30&nbsp;Jahren<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3078\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated.png\" alt=\"Chart\n\nDescription automatically generated\" width=\"700\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated.png 1421w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-768x384.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;3: Lebenserwartung bei guter Gesundheit nach Bildungsniveau in der Schweiz im Alter von&nbsp;30&nbsp;Jahren<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3079\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1.png\" alt=\"Chart\n\nDescription automatically generated\" width=\"700\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1.png 1420w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1-300x151.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1-1024x514.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-description-automatically-generated-1-768x386.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung&nbsp;4: Lebenserwartung bei schlechter Gesundheit nach Bildungsniveau in der Schweiz<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3080\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-line-chart-description-automatically-gener.png\" alt=\"Chart, line chart\n\nDescription automatically generated\" width=\"700\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-line-chart-description-automatically-gener.png 1420w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-line-chart-description-automatically-gener-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-line-chart-description-automatically-gener-1024x513.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/chart-line-chart-description-automatically-gener-768x385.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p><\/p>\n<p>Die Lebenserwartung und die Lebenserwartung bei guter Gesundheit haben sich im Laufe der 25-j\u00e4hrigen Beobachtungszeit stark ver\u00e4ndert. Die Lebenserwartung stieg bei M\u00e4nnern st\u00e4rker als bei Frauen (um&nbsp;5,0&nbsp;Jahre bzw. 3,1&nbsp;Jahre). Hinsichtlich der Lebenserwartung bei guter Gesundheit war der Trend \u00e4hnlich: Der Anstieg war bei M\u00e4nnern gr\u00f6sser als bei Frauen (4,5&nbsp;Jahre bzw. 3,1&nbsp;Jahre).<\/p>\n<p>Die parallelen Trends der Lebenserwartung und der Lebenserwartung bei guter Gesundheit f\u00fchren zu einer bemerkenswert stabilen Anzahl von Jahren bei schlechter Gesundheit w\u00e4hrend der 25-j\u00e4hrigen Beobachtungszeit, die bei M\u00e4nnern bei ca. 2&nbsp;Jahren und bei Frauen bei ca. 3&nbsp;Jahren liegt (siehe&nbsp;Abbildung&nbsp;4). Die einzige Ausnahme bildeten die fr\u00fchen 2000er Jahre bei den M\u00e4nnern, in denen die Morbidit\u00e4t um sechs Monate gestiegen ist.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber hat sich der Unterschied in der Lebenserwartung nach Bildungsniveau (siehe&nbsp;Abbildung&nbsp;2) deutlich verringert. Anfang der 1990er Jahre betrug der Abstand zwischen Absolventen der obligatorischen Schulzeit und Absolventen h\u00f6herer Bildungsstufen bei M\u00e4nnern etwa 6&nbsp;Jahre und bei Frauen 4&nbsp;Jahre. Zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter hatte sich dieser auf weniger als 5 bzw. 2,5&nbsp;Jahre reduziert. Diese Konvergenz vollzog sich allm\u00e4hlich \u00fcber den gesamten Zeitraum, beschleunigte sich jedoch deutlich zwischen Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre, was auf eine vor\u00fcbergehende Verlangsamung der Verbesserung bei den Absolventen h\u00f6herer Bildungsstufen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Mit&nbsp;anderen Worten: Die Ungleichheiten bei der Sterblichkeit nach Bildungsniveau haben sich in der Schweiz im Zeitraum von 1990 bis 2014 verringert.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Lebenserwartung bei guter Gesundheit ist ein gegenl\u00e4ufiger Trend zu beobachten: Der&nbsp;Abstand zwischen den Bildungsniveaus hat sich zwischen 1990 und 2014 vergr\u00f6ssert. Der Abstand zwischen Personen mit einer obligatorischen Schulbildung und Personen mit einer h\u00f6heren Schulbildung stieg bei M\u00e4nnern von 7,6 auf 8,8&nbsp;Jahre und bei Frauen von 3,3 auf 5,0&nbsp;Jahre. Bei M\u00e4nnern mit obligatorischer Schulbildung ist die Lebenserwartung bei guter Gesundheit seit 2000 nicht gestiegen, und daher sind alle gewonnenen Lebensjahre von schlechter Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Kombination dieser beiden Entwicklungen&nbsp;\u2013 Konvergenz der Lebenserwartung und Divergenz der Lebenserwartung bei guter Gesundheit&nbsp;\u2013 bedeutet fatalerweise, dass die Anzahl der bei schlechter Gesundheit verbrachten Jahre je nach Bildungsniveau sehr unterschiedlich gestiegen ist. Sie hat sich bei Personen mit obligatorischer Schulbildung deutlich erh\u00f6ht, und zwar zun\u00e4chst bei den Frauen in den 1990er Jahren und nach 2000 auch bei den M\u00e4nnern. Zwischen 1990 und 2014 hat sich der Bildungsgradient in Bezug auf die Anzahl der Jahre bei schlechter Gesundheit von nicht signifikant zu&nbsp;einer Dichotomie zwischen Personen mit obligatorischer Schulbildung einerseits und Personen mit nachobligatorischen Ausbildungen andererseits entwickelt.<\/p>\n<h1>Schlussfolgerung<\/h1>\n<p>Eine fr\u00fchere Studie f\u00fcr die Deutschschweiz hatte gezeigt, dass die Lebenserwartung je nach Bildungsniveau stark variiert (Spoerri et al., 2006). Diese Studie befasste sich jedoch nur mit historischen Trends und untersuchte nicht die Lebenserwartung bei guter Gesundheit. Unsere Ergebnisse zeigen, dass&nbsp;die Schweiz in den letzten 25&nbsp;Jahren erhebliche Zugewinne bei der Lebenserwartung verzeichnet hat, so&nbsp;dass sie zu den drei weltweit f\u00fchrenden L\u00e4ndern in diesem Bereich geh\u00f6rt. Die gute Nachricht ist, dass&nbsp;dieser Gewinn an Lebenserwartung auch mit einem Anstieg der Lebenserwartung bei guter Gesundheit einherging. Daraus l\u00e4sst sich schlussfolgern, dass die Entwicklung der Gesamtmortalit\u00e4t und -morbidit\u00e4t in der Schweiz der Annahme eines \u00abdynamischen Gleichgewichts\u00bb in der Allgemeinbev\u00f6lkerung (Manton,&nbsp;1982) entspricht, d.&nbsp;h. einem parallelen und relativ linearen Wachstum f\u00fcr diese beiden Gesundheitsindikatoren.<\/p>\n<p>Diese Dynamik ist jedoch innerhalb der verschiedenen sozialen Schichten unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. Durch die Zunahme der sozialen Ungleichheiten hinsichtlich der Lebenserwartung bei guter Gesundheit und einer Verringerung der sozialen Ungleichheiten bei der Lebenserwartung insgesamt kommt es bei Menschen mit niedrigem und hohem Bildungsniveau zu einer Expansion bzw. Kompression der Morbidit\u00e4t. In jedem Land kann also gleichzeitig eine Kompression und eine Expansion der Morbidit\u00e4t innerhalb der verschiedenen sozialen Schichten beobachtet werden. Ein \u00e4hnliches Ph\u00e4nomen wurde auch in \u00d6sterreich zwischen 1981 und 2006 nachgewiesen (Klotz, 2010), was darauf hindeutet, dass&nbsp;unsere Ergebnisse ein allgemeineres Ph\u00e4nomen in anderen L\u00e4ndern mit hohem Einkommen widerspiegeln k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselaspekt dieses Prozesses ist, dass Personen mit dem niedrigsten Bildungsniveau eine Ausweitung der Morbidit\u00e4t erfahren haben, w\u00e4hrend Personen mit einem Abschluss der Sekundarstufe&nbsp;II entweder Stabilit\u00e4t (bei M\u00e4nnern) oder einen sinkenden Abstand (bei Frauen) zu ihren Altersgenossen mit einem Abschluss der Terti\u00e4rstufe aufweisen (Abbildung&nbsp;3). Was unsere Ergebnisse zeigen, ist also im Wesentlichen ein Prozess der Marginalisierung der am wenigsten ausgebildeten Personen. Diese&nbsp;Interpretation wird durch die Tatsache gest\u00fctzt, dass sowohl auf internationaler Ebene als auch in der Schweiz bei den j\u00fcngsten Geburtskohorten der Unterschied im Anteil der Menschen bei guter Gesundheit zwischen den Bildungsniveaus mit der Zeit zunimmt (Volken et al., 2017). Aufgrund der zunehmenden Ungleichheiten hinsichtlich der Lebenserwartung bei guter Gesundheit w\u00fcrde eine Anhebung des Rentenalters f\u00fcr alle Berufsgruppen die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Personen, deren Lebensjahre bei guter Gesundheit begrenzt sind, st\u00e4rker treffen.<\/p>\n<p>Dieser Prozess d\u00fcrfte dadurch verst\u00e4rkt werden, dass die Gruppe der Personen mit niedrigem Bildungsniveau einen sinkenden Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung ausmacht. Infolge der Demokratisierung der h\u00f6heren Bildung ist diese Gruppe kleiner geworden und konzentriert sich auf Personen, die in anderen Dimensionen ihres Lebensverlaufs, wie beispielsweise dem Arbeitsmarkt, verletzbarer sind. Zwischen den 1990er Jahren und 2010 hat sich der Unterschied in der Arbeitslosigkeit zwischen Personen mit obligatorischer Schulbildung und Personen mit Sekundar- oder Hochschulbildung vergr\u00f6ssert (BFS, 2018), wobei erstere wesentlich h\u00f6here Quoten zu verzeichnen hatten. Diese&nbsp;Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt spiegeln sich in einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter wider. Demnach zeigt die Aufschl\u00fcsselung unserer Ergebnisse nach Alterskategorien, dass fast der gesamte Anstieg der Lebenserwartung bei schlechter Gesundheit unter Personen mit niedrigem Bildungsniveau von Personen im Alter zwischen 40&nbsp;und 60&nbsp;Jahren stammte (Remund et al., 2019).<\/p>\n<p>Dies bleibt ein R\u00e4tsel. Warum spiegelt sich diese Verschlechterung des Gesundheitszustands der am st\u00e4rksten benachteiligten Personen nicht in der Mortalit\u00e4t wider? Es wird allgemein angenommen, dass der soziale Gradient von Mortalit\u00e4t und Gesundheit von denselben Faktoren getragen wird (Link &amp; Phelan, 1995). Es w\u00e4re somit zu erwarten, dass sich jede Ver\u00e4nderung in einem dieser Faktoren, wie z.&nbsp;B. der Arbeitslosenquote, auf die Lebenserwartung und die Lebenserwartung bei guter Gesundheit auswirkt.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese gegens\u00e4tzlichen Tendenzen kann eventuell im schweizerischen Gesundheitssystem gefunden werden. Einerseits beg\u00fcnstigen der universelle und dezentrale Zugang zur Gesundheitsversorgung, das breite Spektrum an Heil- und Rehabilitationsbehandlungen und die hohen Gesundheitsausgaben im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandsprodukt eine leistungsf\u00e4hige kurative Medizin f\u00fcr alle (De Pietro et al., 2015). Diese Eigenschaften begr\u00fcnden unter anderem die allgemein hohe Lebenserwartung sowie die Konvergenz des Mortailit\u00e4tsrisikos nach Bildungsniveau.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu geh\u00f6ren die direkten Zahlungen f\u00fcr Gesundheit und der aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht befriedigte Bedarf an Gesundheitsversorgung zu den h\u00f6chsten in den OECD-L\u00e4ndern (De Pietro et al., 2015). Diese direkten Kosten zwingen Personen mit obligatorischer Schulbildung dazu, aus finanziellen Gr\u00fcnden doppelt so h\u00e4ufig auf Arzttermine (und damit auf Vorsorgeuntersuchungen und -behandlungen) zu verzichten wie Personen mit Sekundar- oder Terti\u00e4rausbildung, und dieser Abstand vergr\u00f6ssert sich tendenziell (BFS, 2017). Der Verzicht auf einen Arzttermin stieg bei Personen, die weniger als 3000&nbsp;Franken im Monat verdienen, zwischen 2007 und 2010 von 22&nbsp;% auf 34&nbsp;% (Guessous et al., 2012). Es wurde ebenfalls nachgewiesen, dass Menschen mit obligatorischer Schulbildung deutlich seltener auf Haut-, Geb\u00e4rmutterhals- und Prostatakrebs untersucht werden (Burton-Jeangros et al., 2017; Guessous et al., 2016; Dumont et al., 2019). Unser Gesundheitssystem sichert allen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern eine hohe Lebenserwartung, weist aber M\u00e4ngel bei der Demokratisierung von Gewinnen f\u00fcr alle im Hinblick auf die Lebenserwartung bei guter Gesundheit auf.<\/p>\n<h1>Anhang<\/h1>\n<p>Tabelle&nbsp;A.1: Beschreibung der Datenbest\u00e4nde<\/p>\n<table width=\"614\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"369\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schweizer Nationale Kohorte (SNC)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">1990-94<\/td>\n<td width=\"76\">1995-99<\/td>\n<td width=\"76\">2000-04<\/td>\n<td width=\"76\">2005-09<\/td>\n<td width=\"66\">2010-14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Personenjahre (Mio.)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">17.2<\/td>\n<td width=\"76\">22.1<\/td>\n<td width=\"76\">23.5<\/td>\n<td width=\"76\">24.2<\/td>\n<td width=\"66\">26.4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Alter (Durchschnitt)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">52.8<\/td>\n<td width=\"76\">53.1<\/td>\n<td width=\"76\">53.4<\/td>\n<td width=\"76\">54.4<\/td>\n<td width=\"66\">54.6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Geschlecht (%)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"66\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">M\u00e4nner<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">47.9<\/td>\n<td width=\"76\">48.1<\/td>\n<td width=\"76\">48<\/td>\n<td width=\"76\">48<\/td>\n<td width=\"66\">48.5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Frauen<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">52.1<\/td>\n<td width=\"76\">51.9<\/td>\n<td width=\"76\">52.1<\/td>\n<td width=\"76\">52<\/td>\n<td width=\"66\">51.5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Bildung (%)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"76\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"66\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Obligatorische Stufe<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">31<\/td>\n<td width=\"76\">27.6<\/td>\n<td width=\"76\">24.4<\/td>\n<td width=\"76\">22.3<\/td>\n<td width=\"66\">19.4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Sekundarstufe<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">49.5<\/td>\n<td width=\"76\">51.7<\/td>\n<td width=\"76\">52.1<\/td>\n<td width=\"76\">53.5<\/td>\n<td width=\"66\">46.6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Terti\u00e4rstufe<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">18.5<\/td>\n<td width=\"76\">20<\/td>\n<td width=\"76\">21.9<\/td>\n<td width=\"76\">22.1<\/td>\n<td width=\"66\">18.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Nicht bekannt<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">0.8<\/td>\n<td width=\"76\">1.7<\/td>\n<td width=\"76\">2.1<\/td>\n<td width=\"66\">15.9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"307\">&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"5\" width=\"307\">Schweizerische Gesundheitsbefragung (ESS)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">1992<\/td>\n<td width=\"76\">1997<\/td>\n<td width=\"76\">2002<\/td>\n<td width=\"76\">2007<\/td>\n<td width=\"66\">2012<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Stichprobengr\u00f6sse<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">11,676<\/td>\n<td width=\"76\">10,333<\/td>\n<td width=\"76\">16,835<\/td>\n<td width=\"76\">15,811<\/td>\n<td width=\"66\">17,296<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Teilnahmequote an der Befragung (%)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">70.8<\/td>\n<td width=\"76\">68.8<\/td>\n<td width=\"76\">63.9<\/td>\n<td width=\"76\">66.3<\/td>\n<td width=\"66\">53.1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"245\">Suboptimale Gesundheit, gewichtet (%)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"76\">4.1<\/td>\n<td width=\"76\">4.2<\/td>\n<td width=\"76\">3.9<\/td>\n<td width=\"76\">4.8<\/td>\n<td width=\"66\">5.1<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Die Lebenserwartung ergibt sich aus der menschlichen Biologie, den Lebensbedingungen, den Verhaltensweisen der Menschen und dem Gesundheitssystem des Landes, in dem die Menschen leben. In den meisten L\u00e4ndern mit hohem Einkommen ist die Lebenserwartung bei der Geburt in den letzten 150 Jahren stetig gestiegen, zun\u00e4chst aufgrund des R\u00fcckgangs der Kinder- und Jugendsterblichkeit und aufgrund [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3076","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-inegalite"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3076"}],"version-history":[{"count":36,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3140,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3076\/revisions\/3140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}