{"id":3662,"date":"2023-11-07T07:44:29","date_gmt":"2023-11-07T05:44:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=3662"},"modified":"2024-08-27T14:29:20","modified_gmt":"2024-08-27T12:29:20","slug":"bildungsmobilitat-von-frauen-und-mannern-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/?p=3662","title":{"rendered":"Bildungsmobilit\u00e4t von Frauen und M\u00e4nnern in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<h1>Einleitung<\/h1>\n<p>Wie in vielen Gesellschaften besteht auch in der Schweiz ein Zusammenhang zwischen dem Bildungserfolg und Lebenschancen (Becker und Schoch, 2018). Dies zeigt sich beispielsweise in Einkommensunterschieden nach Bildungsabschl\u00fcssen (Korber und Oesch, 2019), dem beruflichen Prestige von Berufsanf\u00e4ngern (Zangger et al., 2018), dem nach Bildungsabschluss differenziellen Erfolg auf dem Heiratsmarkt (Becker und Jann, 2017) oder darin, dass Menschen mit h\u00f6heren Bildungsabschl\u00fcssen eine h\u00f6here Lebenserwartung aufweisen (Remund und Cullati, 2022). Aufgrund dieser Bedeutsamkeit von Bildungsabschl\u00fcssen ist die Erforschung von Bildungsungleichheit zentral f\u00fcr die Soziologie (Solga und Becker, 2012). Stark im Fokus steht dabei die Erforschung der intergenerationalen Weitergabe von Bildungschancen \u2013 also inwiefern Eigenschaften der Eltern (Bildung, Einkommen, Beruf, Klassenlage) die Bildungsabschl\u00fcsse und Bildungschancen ihrer Kinder beeinflussen (Breen und Goldthorpe, 1997).<\/p>\n<p>Ein in der internationalen Forschung stark ausgepr\u00e4gter Forschungsstrang besch\u00e4ftigt sich dabei mit der Bildungsmobilit\u00e4t \u00fcber Generationen hinweg (Shavit und Blossfeld, 1993). Im Vordergrund steht hierbei der Vergleich der Bildungsabschl\u00fcsse von Eltern und ihren Kindern (Becker 2007). Ein zentrales Konzept stellt dabei die absolute Bildungsmobilit\u00e4t dar. Bei diesem Vergleich werden die absoluten Bildungsabschl\u00fcsse der Eltern und Kinder (welche Bildungsstufe oder wie viele Bildungsjahre) miteinander verglichen. Bei diesem Vergleich werden drei Arten der absoluten intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t unterschieden: die Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t, die Immobilit\u00e4t und die Aufw\u00e4rtsmobilit\u00e4t. Von Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t spricht man, wenn die Bildungsabschl\u00fcsse der Kinder niedriger sind als jene der Eltern. Also wenn beispielsweise die Eltern einen Hochschulabschluss haben und die Kinder einen Sekundarschulabschluss haben. Immobilit\u00e4t bedeutet, dass Eltern und Kinder einen Bildungsabschluss auf der gleichen Bildungsstufe erreicht haben, also beispielsweise Eltern und Kinder den gleichen Berufsbildungsabschluss haben. Von Aufw\u00e4rtsmobilit\u00e4t wird gesprochen, wenn die Kinder einen h\u00f6heren Bildungsabschluss als ihre Eltern erworben haben (Becker und Hadjar, 2010: 58). Dementsprechend w\u00e4ren Kinder mit einem Hochschulabschluss gegen\u00fcber Eltern, die keinen Schulabschluss haben, aufw\u00e4rts mobil.<\/p>\n<p>Auf gesellschaftlicher Ebene wird absolute Bildungsmobilit\u00e4t in Verbindung zur Durchl\u00e4ssigkeit und Effizienz von Bildungssystemen gebracht (Hadjar und Gross, 2016). Weiterhin werden sich verschlechternde Mobilit\u00e4tsmuster (z. B. eine Zunahme der Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t \u00fcber die Zeit) als Indikator f\u00fcr eine gesellschaftlich unliebsame Entwicklung angesehen (Nachtwey 2016; Nennstiel 2021). Auf famili\u00e4rer Ebene zeigen viele Studien, dass Eltern das Ziel haben, dass ihre Kinder mindestens einen gleichwertigen oder h\u00f6heren Bildungsabschluss als sie selbst erlangen, damit der Bildungsstatus innerhalb der Familie erhalten werden kann (Breen und Goldthorpe, 1997). Dieses Ziel kommt auch im h\u00e4ufig formulierten Wunsch zum Ausdruck \u201eMeine Kinder sollen es einmal besser haben als ich\u201c.<\/p>\n<p>In der Schweiz gibt es bisher nur wenige Studien, die sich mit dem Thema der absoluten intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t besch\u00e4ftigt haben. Levy et al. (1997) konnten basierend auf Befragungsdaten (Fallzahl von 1869 Personen aus dem Jahr 1991) folgende absoluten Mobilit\u00e4tsmuster nachweisen: 43 Prozent der Befragten waren aufw\u00e4rts mobil, 40 Prozent waren immobil und 17 Prozent waren abw\u00e4rts mobil. Bauer und Riphahn (2007) analysierten die absolute Bildungsmobilit\u00e4t von Jugendlichen, die noch mit ihren Eltern im gleichen Haushalt lebten, basierend auf der Schweizer Volksz\u00e4hlung 2000 (Fallzahl von 74\u2019147). Sie konnten zeigen, dass bei inl\u00e4ndischen Jugendlichen, f\u00fcr die Bildungsinformationen der V\u00e4ter und der Kinder vorlagen, 65 Prozent immobil waren (57 Prozent gegen\u00fcber ihrer Mutter), 25 Prozent aufw\u00e4rts mobil waren (36 Prozent gegen\u00fcber ihrer Mutter) und 10 Prozent abw\u00e4rts mobil waren (7 Prozent gegen\u00fcber ihrer Mutter). In einer Studie basierend auf Daten der Strukturerhebung 2010-2019, die den Fokus auf die absolute Bildungsmobilit\u00e4t der Secondos legte, konnte Wanner (2022) zeigen, dass die Mobilit\u00e4tsmuster zwischen Einheimischen und Personen mit Migrationshintergrund \u00e4hnlich sind. Unter den 25-44-j\u00e4hrigen ist ein Grossteil immobil, erreicht also einen gelichwertigen Bildungsabschluss wie die Eltern. Den genannten Studien ist gemeinsam, dass sie f\u00fcr die Schweiz einen geringen Grad an Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t im Bildungsbereich ausweisen. Zudem zeigen sie eine hohe Immobilit\u00e4t und dass die Aufw\u00e4rtsmobilit\u00e4t deutlich h\u00f6her ist als die Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die bisherige Forschung zur absoluten intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t hat bisher kaum Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen sowie Ver\u00e4nderungen \u00fcber Geburtskohorten hinweg untersucht. In Folge der Bildungsexpansion in der Schweiz (Becker und Zangger 2013; Zangger und Becker 2016) haben sich die Bildungsabschl\u00fcsse \u00fcber die Geburtskohorten kontinuierlich erh\u00f6ht, und weltweit haben insbesondere die Frauen von der Bildungsexpansion profitiert (DiPrete und Buchmann, 2013). Deshalb untersuchen wir in diesem Beitrag zum einen, wie sich die Bildungsmobilit\u00e4t zwischen den Geschlechtern unterscheidet, und zum anderen, wie sich die Bildungsmobilit\u00e4t \u00fcber die Geburtskohorten hinweg entwickelt hat.<\/p>\n<p>Daten und Methode<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Analysen verwenden wir Daten der seit 2011 j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrten Strukturerhebung 2011-2020 (BFS, 2021). Dabei werden pro Jahr mindestens 200\u2019000 Personen der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung ab 15 Jahren zu Themen wie Religion, Bildung, Arbeit und Haushaltsstruktur befragt. Pro Haushalt gibt eine ausgew\u00e4hlte Person zus\u00e4tzlich Auskunft \u00fcber die anderen Haushaltsmitglieder. Ein vom Bundesamt f\u00fcr Statistik bereitgestellter Identifikator erm\u00f6glicht es uns, diese Daten mit STATPOP-Daten 2010-2020 (BFS, 2022), die Informationen zum Zivilstand, Geschlecht und Geburtsdatum enthalten, zu verkn\u00fcpfen. F\u00fcr unsere Analysen hat das BFS zus\u00e4tzlich einen Identifikator f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter bereitgestellt, sodass es uns m\u00f6glich ist, Kindern ihren Eltern zuzuordnen.<\/p>\n<p>Die Verkn\u00fcpfung von Eltern und Kindern in den Daten ist umso wahrscheinlicher, je j\u00fcnger das Geburtsjahr der Kinder ist. Des Weiteren ist eine Verkn\u00fcpfung deutlich wahrscheinlicher f\u00fcr Personen, die in der Schweiz geboren sind (vgl. Nennstiel und Becker, 2023; Wanner 2022). Aus diesen Gr\u00fcnden haben wir uns dazu entschieden, nur Personen in unserer Analysestichprobe zu belassen, die in der Schweiz ab dem Jahr 1950 geboren sind.<sup><a id=\"post-3662-footnote-ref-1\" href=\"#post-3662-footnote-1\">[1]<\/a><\/sup> Dar\u00fcber hinaus werden nur Personen ber\u00fccksichtigt, die zum Zeitpunkt ihrer Befragung mindestens 30 Jahre alt waren. Mit dieser Einschr\u00e4nkung stellen wir sicher, dass der Erwerb des h\u00f6chsten Bildungsabschlusses bereits erfolgt ist. Die Analysestichprobe besteht folglich aus Personen, die zwischen 1950 und 1990 in der Schweiz geboren wurden, die zum Interviewzeitpunkt der Strukturerhebung \u00e4lter als 30 Jahre alt waren, f\u00fcr die Bildungsinformationen in einer der Strukturerhebungen (2011-2020) vorhanden sind, die \u00fcber STATPOP mit ihren Eltern verkn\u00fcpft werden konnten, und f\u00fcr die f\u00fcr mindestens ein Elternteil Informationen zum Bildungsabschluss vorliegen. Insgesamt umfasst unsere Analysestichprobe 556\u2019112 Personen (276\u2019001 M\u00e4nner und 280\u2019111Frauen).<\/p>\n<p>Die Bildung der Kinder und ihrer Eltern orientiert sich am h\u00f6chsten erworbenen Bildungsabschluss. Dabei unterscheiden wir drei Bildungsgruppen: (1) h\u00f6chstens <em>Sekundarstufe I<\/em> (z. B. keine Ausbildung, obligatorische Schule [7-9 Jahre] oder Vorlehre oder anderes Br\u00fcckenangebot); (2) h\u00f6chstens <em>Sekundarstufe II<\/em> (z. B. Berufslehre oder allgemeinbildende Schule); (3) <em>Terti\u00e4rstufe<\/em> (z. B. h\u00f6here Fach- und Berufsausbildung, Universit\u00e4tsabschluss oder Hochschulabschluss). Sind Bildungsinformationen von Mutter und Vater vorhanden, verwenden wir den h\u00f6heren Bildungsabschluss.<sup><a id=\"post-3662-footnote-ref-2\" href=\"#post-3662-footnote-2\">[2]<\/a><\/sup> Die Bildungsmobilit\u00e4t der Kinder messen wir, indem wir die Bildungsabschl\u00fcsse der Kinder mit denen der Eltern vergleichen. Kinder k\u00f6nnen <em>abw\u00e4rts mobil<\/em> sein (Bildungsabschluss der Kinder ist niedriger als der der Eltern), <em>immobil<\/em> (Kinder weisen den gleichen Bildungsabschluss wie ihre Eltern auf) oder <em>aufw\u00e4rts mobil<\/em> (Bildungsabschluss der Kinder ist h\u00f6her als der der Eltern) sein. Um Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Geburtsjahrg\u00e4nge hinweg abzubilden, haben wir jeweils f\u00fcnf Geburtsjahrg\u00e4nge umfassende Geburtskohorten erstellt (1951-1955, \u2026, 1986-1990).<\/p>\n<h1>Ergebnisse<\/h1>\n<p>Da die Analyse der intergenerationalen Mobilit\u00e4t auf dem Vergleich der Bildungsabschl\u00fcsse von Eltern und Kindern beruht, betrachten wir zun\u00e4chst die Bildungsverteilungen in der Kinder- und Elterngeneration \u00fcber die Kohorten hinweg. Abbildung 1 verdeutlicht, dass sich die Bildungskomposition der Elterngeneration ebenso wie jene der Kinder \u2013 bei den Frauen und M\u00e4nner \u2013 ver\u00e4ndert hat. Immer weniger Personen haben h\u00f6chstens einen Abschluss auf Niveau der Sekundarstufe I oder Sekundarstufe II und immer mehr Personen erlangen einen Abschluss auf der Terti\u00e4rstufe. Im Zuge dieser Bildungsexpansion erfolgte eine deutliche Angleichung in den h\u00f6chsten Bildungsabschl\u00fcssen zwischen M\u00e4nnern und Frauen. Beachtlich ist hierbei das starke Aufholen der Frauen in Bezug auf Terti\u00e4rabschl\u00fcsse. In der Geburtskohorte 1951-1955 hatten 40 Prozent der M\u00e4nner und 20 Prozent der Frauen einen Terti\u00e4rabschluss. In der Geburtskohorte 1986-1990 haben sowohl bei den M\u00e4nnern als auch bei den Frauen 50 Prozent einen Terti\u00e4rabschluss. Deutlich erkennbar ist auch der starke Anstieg des Bildungsniveaus in der Elterngeneration. In der Elterngeneration der 1951-1955 geborenen Kinder weisen unter 10 Prozent einen Terti\u00e4rabschluss auf und 50 Prozent haben h\u00f6chstens einen Abschluss auf Sekundarstufe I. Von den Eltern der 1986-1990 geborenen Kinder besitzen mehr als ein Drittel einen Terti\u00e4rabschluss und weniger als 10 Prozent haben h\u00f6chstens einen Abschluss auf der Sekundarstufe I. Somit erfolgte bereits in der Elterngeneration der Beginn einer Bildungsexpansion, die sich in den nachfolgenden Generationen verst\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Abbildung 1: H\u00f6chste Bildungsabschl\u00fcsse der Kinder (M\u00e4nner und Frauen) und Eltern (Person mit h\u00f6chstem Abschluss zwischen Vater und Mutter), nach Geburtskohorten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1452\" height=\"726\" class=\"wp-image-3663\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel.png\" alt=\"Ein Bild, das Text, Screenshot, Schrift, parallel enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel.png 1452w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-768x384.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1452px) 100vw, 1452px\" \/><em>Daten: STATPOP (2010-2020), kumulierte Strukturerhebungen (2011-2015 und 2016-2020), eigene Berechnungen<\/em><\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt untersuchen wir die absolute Bildungsmobilit\u00e4t (siehe Abbildung 2). Hier lassen sich folgende Trends ablesen.<\/p>\n<p><em>Erstens<\/em> sind immer mehr M\u00e4nner und Frauen immobil und abw\u00e4rts mobil, w\u00e4hrend immer weniger Personen aufw\u00e4rts mobil sind. Die Aufw\u00e4rtsmobilit\u00e4t ist f\u00fcr M\u00e4nner von \u00fcber 60 Prozent auf ein Drittel gesunken und f\u00fcr Frauen von knapp 50 Prozent auf ebenfalls ein Drittel gesunken. In den \u00e4lteren Kohorten ist ersichtlich, dass M\u00e4nner im Vergleich zu Frauen h\u00e4ufiger aufw\u00e4rts mobil waren (64 Prozent versus 50 Prozent).<\/p>\n<p><em>Zweitens<\/em> kam es \u00fcber die Geburtskohorten hinweg zu einer Angleichung in den Mobilit\u00e4tsmustern zwischen den Geschlechtern. Dies zeigt sich auch bez\u00fcglich der Immobilit\u00e4t und der Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t. In den \u00e4ltesten Kohorten waren Frauen h\u00e4ufiger abw\u00e4rts mobil oder immobil als M\u00e4nner. In der j\u00fcngsten Kohorte l\u00e4sst sich kaum mehr ein Unterschied in diesen Mobilit\u00e4tsarten zwischen den Geschlechtern erkennen.<\/p>\n<p><em>Drittens<\/em> erreichen auch in der j\u00fcngsten Kohorte mehr als 80 Prozent mindestens einen gleich hohen Abschluss wie ihre Eltern, obwohl die Aufw\u00e4rtsmobilit\u00e4t in der Kohortenabfolge abgenommen hat, also weniger Kinder einen h\u00f6heren Bildungsabschluss als ihre Eltern erzielen.<\/p>\n<p>Abbildung 2: Mobilit\u00e4tsraten in %, getrennt nach Geburtskohorten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1452\" height=\"726\" class=\"wp-image-3664\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1.png\" alt=\"Ein Bild, das Text, Screenshot, Schrift, parallel enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1.png 1452w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-schrift-parallel-1-768x384.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1452px) 100vw, 1452px\" \/><\/p>\n<p><em>Daten: STATPOP (2010-2020), kumulierte Strukturerhebungen (2011-2015 und 2016-2020), eigene Berechnungen<\/em><\/p>\n<p>Betrachtet man die Abbildungen 1 und 2, so stellt sich die Frage, weshalb bei einer stetigen H\u00f6herqualifizierung in der Bev\u00f6lkerung intergenrationale Abw\u00e4rts- und Immobilit\u00e4t in der Kohortenabfolge zugenommen hat. Anhand eines sogenannten Sankeyplot (Flussdiagramm [Naqvi, 2023; Jann, 2018], siehe Abbildung 3) wird deutlich, dass dies vor allem der ver\u00e4nderten Komposition in der Elterngeneration geschuldet ist. Je mehr Eltern einen Terti\u00e4rabschluss haben, desto weniger Kinder k\u00f6nnen aufw\u00e4rts mobil sein, da diese Kinder \u2013 auch wenn sie einen Terti\u00e4rabschluss erlangen \u2013 \u201elediglich\u201c immobil gegen\u00fcber dem Bildungsabschluss ihrer Eltern sind. Neben diesem Deckeneffekt zeigt sich auch ein Bodeneffekt: Kinder aus Familien, die h\u00f6chstens einen Abschluss auf Sekundarstufe I aufweisen, k\u00f6nnen definitionsgem\u00e4ss nicht abw\u00e4rts mobil sein. Wenn der Anteil an Kindern aus Familien mit Bildung auf Niveau der Sekundarstufe I sinkt, sind immer mehr Kinder vom Risiko betroffen, abw\u00e4rts mobil zu sein. Es ist deutlich ersichtlich, wie sich \u00fcber die Geburtskohorten hinweg der Anteil von Kindern aus Familien mit Bildung auf Niveau der Sekundarstufe I stark verringert und der Anteil an Kindern aus Familien mit Bildung auf Niveau der Sekundarstufe II und Terti\u00e4rstufe deutlich erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Abbildung 3: Sankeyplot der Bildungsmobilit\u00e4t nach Bildungsherkunft (M\u00e4nner und Frauen gemeinsam), ausgew\u00e4hlte Geburtskohorten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1759\" height=\"879\" class=\"wp-image-3665\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot.png\" alt=\"Ein Bild, das Grafiken, Grafikdesign, Screenshot, Design enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot.png 1759w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot-768x384.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-grafiken-grafikdesign-screenshot-1536x768.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1759px) 100vw, 1759px\" \/><\/p>\n<p><em>Legende: Sek I = Sekundarstufe I, Sek II = Sekundarstufe II, Terti\u00e4r = Terti\u00e4rstufe, Abw. = abw\u00e4rts mobil, Immobil = immobil, Aufw. = aufw\u00e4rts mobil. Daten: STATPOP (2010-2020), kumulierte Strukturerhebungen (2011-2015 und 2016-2020), eigene Berechnungen<\/em><\/p>\n<p>Abbildung 4: Mobilit\u00e4tsraten in % konditional nach elterlicher Bildung, getrennt nach Geburtskohorten<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1759\" height=\"879\" class=\"wp-image-3666\" src=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a.png\" alt=\"Ein Bild, das Text, Screenshot, Design enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\" srcset=\"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a.png 1759w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a-300x150.png 300w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a-1024x512.png 1024w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a-768x384.png 768w, https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/ein-bild-das-text-screenshot-design-enthalt-a-1536x768.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1759px) 100vw, 1759px\" \/><\/p>\n<p><em>Daten: STATPOP (2010-2020), kumulierte Strukturerhebungen (2011-2015 und 2016-2020), eigene Berechnungen<\/em><\/p>\n<p>Um zu pr\u00fcfen, ob lediglich die Komposition der Bildungsabschl\u00fcsse in der Elterngeneration zu den sich verschlechternden Mobilit\u00e4tsmustern beigetragen hat oder ob sich die Mobilit\u00e4tschancen bei gegebener elterlicher Bildung verschlechtert haben, haben wir die bedingten Mobilit\u00e4tsraten berechnet. In Abbildung 4 ist jeweils konditional auf die elterliche Bildung abgetragen, wie viel Prozent der M\u00e4nner und Frauen abw\u00e4rts, immobil oder aufw\u00e4rts mobil waren. Man vergleicht somit beispielsweise \u00fcber die Kohorten hinweg, wie viel Prozent der M\u00e4nner aus Familien mit einem bestimmten Abschluss auf Sekundarstufe II abw\u00e4rts, immobil oder aufw\u00e4rts mobil waren.<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich, dass sich die Mobilit\u00e4tsraten der M\u00e4nner \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welcher elterliche Bildungsabschluss betrachtet wird \u2013 kaum ver\u00e4ndert haben. Die Wahrscheinlichkeit abw\u00e4rts, immobil oder aufw\u00e4rts mobil zu sein, hat sich f\u00fcr M\u00e4nner verschiedener Geburtskohorten \u2013 deren Eltern den gleichen Bildungsabschluss aufweisen \u2013 kaum ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Betrachtet man Frauen, deren Eltern einen h\u00f6chsten Abschluss auf Sekundarstufe II aufweisen, zeigt sich \u00fcber die Kohorten hinweg, dass sich ihre Wahrscheinlichkeit, aufw\u00e4rts mobil zu sein, von knapp 25 Prozent auf 40 Prozent erh\u00f6ht hat. Gleichzeitig verringert sich die Wahrscheinlichkeit, immobil oder abw\u00e4rts mobil zu sein. Auch in den anderen elterlichen Bildungsgruppen haben sich die absoluten Mobilit\u00e4tschancen verbessert.<\/p>\n<p>Erneut zeigt sich eine Angleichung der Mobilit\u00e4tsmuster zwischen den Geschlechtern, so dass in der j\u00fcngsten Kohorte kaum noch Unterschiede festzustellen sind. Bei gleicher elterlicher Bildung haben M\u00e4nner und Frauen dieser Geburtskohorte sehr \u00e4hnliche Wahrscheinlichkeiten, aufw\u00e4rts, immobil oder abw\u00e4rts mobil zu sein. In den \u00e4lteren Geburtskohorten hatten M\u00e4nner noch h\u00f6here Wahrscheinlichkeiten, aufw\u00e4rts mobil oder zumindest immobil zu sein.<\/p>\n<p>Folgendes Fazit kann gezogen werden. Die Betrachtung der Abbildungen 3 und 4 deuten darauf hin, dass sich die in Abbildung 2 dargestellte Verschlechterung der absoluten Mobilit\u00e4tsmuster \u00fcber die Geburtskohorten hinweg vor allem dadurch bedingt ist, dass immer mehr Eltern h\u00f6here und h\u00f6chste Bildungsabschl\u00fcsse aufweisen und gleichzeitig immer weniger Eltern niedrige Bildungsabschl\u00fcsse besitzen. Die H\u00f6herqualifikation im Zuge der Bildungsexpansion hat in der Generationenabfolge zu verringerten Chancen f\u00fcr weitere Bildungsaufstiege gef\u00fchrt.<\/p>\n<h1>Schlussfolgerungen<\/h1>\n<p>Unsere Ergebnisse zeigen f\u00fcr die Schweiz, wie und warum sich Muster der absoluten<sup><a id=\"post-3662-footnote-ref-3\" href=\"#post-3662-footnote-3\">[3]<\/a><\/sup> intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t f\u00fcr zwischen 1950 und 1990 geborenen Frauen und M\u00e4nner ver\u00e4ndert haben. Zur Analyse dieser Prozesse verwenden wir administrative Daten des BFS, die eine sehr grosse Anzahl an Personen enthalten mit einer Analysestichprobe von 556&#8217;112 Personen. Trotzdem muss erw\u00e4hnt werden, dass wir aufgrund der Beschaffenheit der Daten unsere Analysen auf Personen eingeschr\u00e4nkt haben, die nach 1950 in der Schweiz geboren sind.<\/p>\n<p>Ankn\u00fcpfend an die fr\u00fchere Forschung zeigt unser Beitrag, dass das Bildungsniveau sowohl der Personen als auch deren Eltern \u00fcber die Geburtsjahrg\u00e4nge (1950 bis 1990) hinweg deutlich angestiegen ist (vgl. Becker und Zangger, 2013; Zangger und Becker, 2016). Mit der sukzessiven H\u00f6herqualifikation ging auch eine Angleichung zwischen den Geschlechtern einher.<\/p>\n<p>In den \u00e4ltesten Geburtskohorten war ersichtlich, dass M\u00e4nner h\u00e4ufiger aufw\u00e4rts mobil waren als Frauen, und Frauen h\u00e4ufiger abw\u00e4rts mobil waren als M\u00e4nner. Diese Differenzen haben sich \u00fcber die Geburtskohorten hinweg angeglichen, sodass sich die Muster der absoluten Bildungsmobilit\u00e4t kaum noch zwischen den Geschlechtern unterscheiden. Jedoch haben sich f\u00fcr die nachfolgenden Generationen die Mobilit\u00e4tschancen verringert. Der Anteil derjenigen, die immobil sind oder abw\u00e4rts mobil sind, ist gestiegen, w\u00e4hrend der Anteil derjenigen, die aufw\u00e4rts mobil sind, gesunken ist. Waren in der \u00e4ltesten Kohorte bei den M\u00e4nnern \u00fcber 60 Prozent und bei den Frauen 50 Prozent aufw\u00e4rts mobil, waren es in der j\u00fcngsten Kohorte noch jeweils knapp ein Drittel. Gleichzeitig hat sich der Anteil von M\u00e4nnern und Frauen (8 Prozent), die abw\u00e4rts mobil sind (5 bzw. 8 Prozent in der \u00e4ltesten Kohorte), auf jeweils circa 15 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass es auch in der j\u00fcngsten Geburtskohorte knapp 85 Prozent der M\u00e4nner und Frauen schaffen, einen mindestens so hohen Bildungsabschluss wie ihre Eltern zu erzielen und somit in der Generationenfolge den Bildungsstatus zumindest erhalten k\u00f6nnen. Im Einklang mit bisherigen Studien konnten wir somit die Dynamik der Bildungsexpansion nachzeichnen \u2013 n\u00e4mlich, dass mehr Personen aufw\u00e4rts- als abw\u00e4rts mobil sind und dass ein wachsender Anteil der Bev\u00f6lkerung in der historischen Zeit immobil ist (vgl. Levy et al., 1997; Bauer und Riphahn 2007; Wanner, 2022). Inwiefern die Bildungsexpansion die Bedeutsamkeit von Aufw\u00e4rts- oder Abw\u00e4rtsmobilit\u00e4t (z. B. f\u00fcr den Arbeitsmarkterfolg) beeinflusst hat, k\u00f6nnen wir mit unserem Beitrag nicht beantworten. Bisherige Forschung aus der Schweiz deutet jedoch darauf hin, dass es trotz Bildungsexpansion nicht zu einer Entwertung von Bildungsabschl\u00fcssen kam (vgl. Zangger et al., 2018).<\/p>\n<p>Vergleicht man die absoluten Mobilit\u00e4tsmuster in Abh\u00e4ngigkeit von der elterlichen Bildung, d. h. vergleicht man Kinder aus Elternh\u00e4usern mit demselben Bildungsabschluss \u00fcber die Geburtskohorten hinweg, so zeigen sich f\u00fcr alle Bildungsherkunftsgruppen kaum Ver\u00e4nderung bei den M\u00e4nnern, aber bei den Frauen eine Verbesserung der absoluten Mobilit\u00e4tsmuster. Bei gleicher elterlicher Bildung hat sich die Wahrscheinlichkeit, immobil oder aufw\u00e4rts mobil zu sein, f\u00fcr die M\u00e4nner \u00fcber die Geburtskohorten kaum ver\u00e4ndert. F\u00fcr die Frauen hingegen hat sich \u00fcber alle Bildungsherkunftsgruppen hinweg die Wahrscheinlichkeit erh\u00f6ht, aufw\u00e4rts mobil oder immobil zu sein, w\u00e4hrend sich die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen intergenerationalen Bildungsabstieg verringert hat.<\/p>\n<p>Die sich verringernden Chancen f\u00fcr weitere Bildungsaufstiege lassen sich auf die ver\u00e4nderte Bildungskomposition in der Elterngeneration zur\u00fcckf\u00fchren (f\u00fcr eine \u00e4hnliche Erkl\u00e4rung im Kontext sozialer Klassen, siehe Goldthorpe (2016)). Immer mehr Eltern erreichen h\u00f6here Bildungsabschl\u00fcsse wie etwa Terti\u00e4rabschl\u00fcsse und gleichzeitig reduziert sich der Anteil an Eltern, die h\u00f6chstens einen Abschluss auf dem Niveau der Sekundarstufe I besitzen. Dies f\u00fchrt dazu, dass in der Kindergeneration ein immer gr\u00f6sserer Anteil an Personen dem Risiko ausgesetzt ist, abw\u00e4rts mobil zu sein, und gleichzeitig ein immer kleinerer Anteil \u00fcberhaupt aufw\u00e4rts mobil sein kann, weil ihre Eltern bereits \u00fcber einen Terti\u00e4rabschluss verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt sich \u00fcber die Geburtskohorten hinweg, sowohl was die Bildungsabschl\u00fcsse als auch was die intergenerationalen absoluten Mobilit\u00e4tsmuster anbelangt, dass es zu einer Angleichung zwischen den Geschlechtern kam, sodass sich M\u00e4nner und Frauen der j\u00fcngsten Geburtskohorte kaum noch voneinander unterscheiden. Weiterhin zeigt sich, dass es das Schweizer Bildungssystem auch in der j\u00fcngsten Geburtskohorte schafft, trotz stetiger H\u00f6herqualifikation in den Elterngenerationen einem Drittel der Kinder einen Bildungsaufstieg und jedem zweiten Kind einen Bildungsabschluss auf dem Niveau ihrer Eltern zu erm\u00f6glichen. Diejenigen, die abw\u00e4rts mobil sind, stammen zum Grossteil aus Elternh\u00e4usern mit einem Terti\u00e4rabschluss. Das bedeutet, dass es das Bildungssystem schafft, die Bildungsvererbung in Akademikerfamilien ein wenig aufzubrechen, sodass auch einige Akademikerkinder mit Bildungsabstiegen konfrontiert sind. Gleichzeitig erm\u00f6glicht das Bildungssystem, \u00fcber 90 Prozent derjenigen Kinder, die aus Familien mit einem Bildungsabschluss auf dem Niveau der Sekundarstufe I stammen, einen Bildungsaufstieg.<\/p>\n<ol>\n<li id=\"post-3662-footnote-1\">Bildungsentscheidungen und Bildungsabschl\u00fcsse in der Schweiz unterscheiden sich zwischen Personen, die in oder ausserhalb der Schweiz geboren sind (vgl. Nennstiel 2022). F\u00fcr eine Analyse der intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t verschiedener Migrationsgruppen in der Schweiz, siehe Wanner (2022). <a href=\"#post-3662-footnote-ref-1\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-3662-footnote-2\">Nennstiel und Becker (2023) konnten f\u00fcr die vorliegenden Daten aufzeigen, dass sich die Ergebnisse nicht substanziell danach unterscheiden, ob man den h\u00f6chsten Abschluss der Eltern, den des Vaters oder den der Mutter verwendet. Je mehr Bildungsgruppen unterschieden werden, desto h\u00f6her sind beobachtete Mobilit\u00e4tsraten. Eine Verwendung von sechs Bildungsgruppen (die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Detailtiefe in den Strukturerhebungsdaten) gegen\u00fcber drei Bildungsgruppen ver\u00e4ndert die hier pr\u00e4sentierten Befunde jedoch nicht substanziell (vgl. Nennstiel und Becker 2023). <a href=\"#post-3662-footnote-ref-2\">\u2191<\/a><\/li>\n<li id=\"post-3662-footnote-3\">Bez\u00fcglich der relativen intergenerationalen Bildungsmobilit\u00e4t (wie stark h\u00e4ngen elterliche Bildung und Bildung der Kinder zusammen) zeigt sich ein schwacher bis moderater Zusammenhang f\u00fcr die untersuchten Geburtskohorten, der im Zeitverlauf kaum substanziellen Ver\u00e4nderungen unterlag (vgl. Nennstiel und Becker, 2023). <a href=\"#post-3662-footnote-ref-3\">\u2191<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Wie in vielen Gesellschaften besteht auch in der Schweiz ein Zusammenhang zwischen dem Bildungserfolg und Lebenschancen (Becker und Schoch, 2018). Dies zeigt sich beispielsweise in Einkommensunterschieden nach Bildungsabschl\u00fcssen (Korber und Oesch, 2019), dem beruflichen Prestige von Berufsanf\u00e4ngern (Zangger et al., 2018), dem nach Bildungsabschluss differenziellen Erfolg auf dem Heiratsmarkt (Becker und Jann, 2017) oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-3662","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-education"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3662"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3662\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3855,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3662\/revisions\/3855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.socialchangeswitzerland.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}